7. September 2007, Niederlande

Groningen: Wo das Meer zum Wanderrevier und Schlafen zum Weltwunder wird

Wenn die Tage kürzer werden, sollte man jeden Sonnenstrahl nutzen. Dann gibt es nichts Schöneres, als sich am Groninger Wattenmeer den Herbstwind um die Nase wehen zu lassen. Ganz Clevere starten bereits in der Nacht mit ihrer Wanderung, um mehr vom Tag zu haben. Nach einem solchen Ausflug schmeckt nichts besser als eine Tasse wärmender Tee. Und wer Guinness-Rekorde mag, kann in Groningen sogar auf Weltrekordniveau nächtigen.

Traumhafte Gestade
Als die rotgoldene Sonne langsam aus dem dunklen Wattenmeer aufsteigt, haben die nächtlichen Wattwanderer ihr Ziel fast erreicht. Nach dreistündigem Marsch über Schlick und Sand liegt im magischen Morgenlicht die Insel Schiermonnikoog vor ihnen, während vom Inseldorf der Duft der ersten frisch gebackenen Brötchen herüberweht. Die nächtliche Reise nach Schiermonnikoog gehört zu den Höhepunkten des Exkursionsangebots im Wattzentrum Pieterburen. Aber auch die Tagestouren bieten faszinierende Erlebnisse. Denn nur dann sind die vielen Pflanzen, Muscheln und kleine Tiere zu sehen, die dort, wo das Meer gelegentlich zum Land wird, leben. Mit dem Fernglas lassen sich scheue Vögel oder die Seehunde auf ihren Sandbänken beobachten.

Mit einem ausgebildeten Führer ist das Durchwaten von Prielen und Wassergräben zwar immer noch aufregend, aber völlig ungefährlich. Von kurzen, leichten Rundwanderungen für die ganze Familie bis zu anspruchsvollen Überquerungen zu den Watteninseln, wahlweise kombiniert mit einer Bootsfahrt und einem gemeinsamen Imbiss, reicht das Angebot des Wattzentrums. Die Experten informieren gern über richtige Kleidung, notwendigen Proviant und Konditionsanforderungen.

Wer auf seiner Wattwanderung keine Seehunde gesehen hat, kann in der Seehundeauffangstation in Pieterburen den niedlichen Tieren ganz nahe kommen. Seit 1971 päppelt „Seehundemutter“ Lenie’t Hart dort verlassene Heuler und verletzte Seehunde so lange wieder auf, bis sie in ihren natürlichen Lebensraum zurückkehren können. Besonders Kinder lieben es, die wendigen und aufgeweckten Tiere bei der Fütterung zu beobachten oder sich in dem großen Spiele- und Sandbereich auszutoben. Führungen, eine Ausstellung und Filme ergänzen das Angebot in der ganzjährig geöffneten Seehundeaufzuchtstation.
Weltrekorde zum Genießen
Eine kuriose Abwechslung inmitten der wunderbaren Natur- und Tierwelt bietet ein kleines Museum, das nicht weit von Pieterburen in der ehemaligen Kirche von Houwerzijl zu finden ist. „De Theefabriek“ ist Museum, Teegarten und Teeladen in einem und beeindruckt mit der ausführlichsten Teekarte der Welt.

Wer auf solche Weltrekorde steht und es zudem auch noch gemütlich mag, der ist anschließend im kleinsten Hotel der Welt in Eenrum bestens aufgehoben. Im „Grand Hotel Kromme Raake“ hat schon so manche Berühmtheit übernachtet – für sich allein oder in trauter Zweisamkeit. Denn im ganzen Hotel gibt es nur ein Zimmer. Es wurde von zwei Künstlern im Art-Deco-Stil eingerichtet und lädt mit einem königlichen Bett zum Schlummern ein, das ganz im alten Stil hinter zwei Türen in einem Alkoven versteckt ist.



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