22. Oktober 2007, Jamaika

Brotfrucht und Jerk Pork – Food Festivals auf Jamaika

Von scharf gewürztem „Jerk Pork“ über die Brotfrucht bis hin zu siebengängigen Gourmetmenüs – Die jamaikanische Küche bietet eine erstaunliche Vielfalt, welche das ganze Jahr über im Rahmen verschiedener Festivals gefeiert wird. Die „Food Festivals“ auf Jamaika ziehen nicht nur Feinschmecker in ihren Bann, sie bieten zusätzlich Einblick in die Kultur und die Geschichte der Insel.

Kingston Restaurant Week, Kingston – 10. bis 17. November 2007

Die Kingston Restaurant Week ist der perfekte Anlass für einen Besuch der Kulturmetropole Jamaikas. Nicht nur Gourmets von nah und fern, auch die Einwohner Kingstons selbst nehmen das Angebot wahr, zum reduzierten Preis einige der besten Restaurants und exquisitesten Speisen der jamaikanischen Hauptstadt kennen zu lernen. Die lebendige Gastronomieszene Kingstons nutzt diese Gelegenheit, ihren Besuchern die unvergessliche Herzlichkeit und Gastfreundschaft zu vermitteln, für welche die drittgrößte Karibikinsel berühmt ist. Eine entspannte, persönliche Atmosphäre verbindet sich mit exzellentem Service und stilvollem Ambiente.

Epicurean Escape, Grand Lido Negril Resort & Spa – 27. Juni bis 1. Juli 2008

Das Epicurean Escape umfasst ein fünftägiges Programm mit interaktiven Kochkursen, Seminaren mit Kostproben zum Thema „Wein“ oder „Champagner“, rauschenden Festen und einem siebengängigen Gourmetmenü als Höhepunkt der Veranstaltung im Grand Lido Negril Resort & Spa in Negril. Lokal und international bekannte Meisterköche sowie erfahrene Sommeliers sorgen für eine fachlich kompetente Betreuung der Teilnehmer. Dieses seit dem Jahr 2000 alljährlich stattfindende Event steht jedes Jahr unter einem anderen Motto, so dass Abwechslung garantiert ist.

Portland Jerk Festival, Port Antonio – Juli 2008

„Jerk Meat“, scharf gewürztes und geschmortes Fleisch, gehört zu den beliebtesten Gerichten Jamaikas: Erfunden wurde es bereits im 17. Jahrhundert von den Maroons, entflohenen Sklaven, welche sich in den schwer zugänglichen Bergregionen Jamaikas vor den Sklavenhaltern versteckt hielten. In den Wäldern jagten sie nach Schweinen, deren Fleisch sie zur Zubereitung mit einer Mischung aus Pfeffer und Kräutern würzten und in Blätter des Pimentbaumes einwickelten. Das so vorbereitete Schweinefleisch wurde in eine mit heißen Steinen und schwelendem Pimentholz gefüllte Grube gelegt und schließlich mit Palmblättern abgedeckt – offenes Feuer wäre zu gefährlich gewesen, die Rauchschwaden hätten die Verstecke der Maroons verraten. Erst nach mehreren Stunden war das Fleisch gar – dafür aber besonders schmackhaft. Heute wird Jerk Food meist in aufgeschnittenen Metallfässern zubereitet, neben Schwein wird auch Hühnchen oder Fisch angeboten. Die besondere Würze und das Aroma des Jerk Food hat sich allerdings seit den Tagen der Maroons nicht verändert.

Das Jerk Festival bietet die Gelegenheit, alle erdenklichen Varianten des Jerk Food und seiner verschiedenen Saucen einmal auszuprobieren. Für diejenigen, die kein Fleisch mögen, werden auch vegetarische Gerichten angeboten. Ein buntes Rahmenprogramm mit lokalen Bands, bekannten Reggaemusikern und traditionellen Tanzgruppen sorgt für karibische Stimmung. Auch die kleinsten Besucher des Festivals haben ihre Freude an Kinderkarussells, Gesichter bemalen und Hüpfburgen.

Breadfruit Festival, Bath – 30. August 2008

Die Brotfrucht kommt von dem gleichnamigen Baum, welcher fast überall auf Jamaika anzutreffen ist. Geschält und geröstet wird sie gerne zusammen mit dem Nationalgericht „Ackee und Salt Fish“ (Stockfisch mit gekochter Ackeefrucht) verzehrt. Auch als Beilage zu verschiedenen Fleischsorten oder, in gekochter Form, als Bestandteil von Suppen, erfreut sich die Brotfrucht starker Beliebtheit.

Die Brotfrucht erreichte Jamaika Ende des 18. Jahrhunderts, als viele Sklaven der Insel aufgrund einer Dürre vom Hunger bedroht waren. Nachdem die Plantagenbesitzer von einem sagenhaften Baum hörten, welcher auf den Inseln des Pazifik wachse und das ganze Jahr über „Brot“ produziere, wurde König George III überzeugt, eine Expedition loszuschicken: William Bligh wurde als Kapitän der Bounty beauftragt, einige Brotfruchtpflanzen aus der Südsee nach Jamaika zu bringen. Bekanntlich scheiterte die Expedition, es kam zur legendären Meuterei auf der Bounty, die Brotfruchtsetzlinge wurden über Bord geworfen und Kapitän Bligh in einem Boot auf dem Ozean ausgesetzt. Bligh überlebte jedoch und schaffte es schließlich in einer zweiten Mission im Jahre 1793 mit der HMS Providence endlich die Brotfrucht vom Pazifik in die Karibik zu bringen.

In Erinnerung an die abenteuerliche Reise der Brotfrucht wird jedes Jahr das Breadfruit Festival in Bath gefeiert: Hier, im heutigen botanischen Garten, wurde einst er erste Brotfruchtbaum Jamaikas gepflanzt. Das Festival beinhaltet ein lebhaftes Bühnenprogramm mit Musik und Dichtung und findet seinen Höhepunkt in einer nachmittäglichen Parade, welche die Erstpflanzung des Brotfruchtbaumes nachspielt. Dieses atemberaubende Spektakel mit Tänzern und Trommlern im lokalen Kumina-Stil sollte auf keinen Fall verpasst werden. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt: Dem Besucher werden traditionelle jamaikanische Gerichte angeboten, darunter Ziegenfleisch mit Curry, Reis mit roten Bohnen, „Ackee and Saltfish“ sowie Getränke wie „Ting“, eine typische Grapefruitlimonade, und natürlich der berühmte Appleton Rum.



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