25. Oktober 2007, Niederlande

Kunst als Erlebnis im Kröller-Müller Museum

Sammelleidenschaft trifft Stil und Naturverbundenheit: Eines der schönsten Museen der Niederlande ist das Kröller-Müller-Museum bei Otterlo, denn hier wird Kunst zum Spaziergang. Nordwestlich von Arnheim verzaubern zu jeder Jahreszeit abwechslungsreiche Ausstellungen, Konzerte und ein geschmackvoller Skulpturenpark.

Eingebettet in die weitläufige Landschaft der Veluwe ist die einzigartige Sammlung seit fast 80 Jahren eine Oase für Kunst- und Naturfans. Sie finden Ruhe und Entspannung, können zu Fuß oder mit einem der 1700 weißen Leihräder den Park erkunden oder sich mit Kunstinteressierte in anregenden Gesprächen verlieren.

Der Nationalpark ist mit 5500 Hektar Wald, Heide, Moor und Sandverwehungen der größte der Niederlande. Diese Urlandschaft, in der sich auch Rehe und Wildschweine wohl fühlen, ist zudem eine Versuchung für jeden Fotografen. Empfehlenswert ist ein Besuch des Jagdschlösschens St. Hubertus im Nationalpark: Der berühmte Architekt H.P. Berlage baute es im Auftrag der Familie Kröller-Müller.

Kunst als Geschenk
Dem Ehepaar Anton Kröller und Helene Müller (Tochter eines deutschen Großindustriellen) verdanken Park und Museum ihre Existenz: Er kaufte das Gelände als Jagdgebiet, sie sammelte Kunst. 1935 schenkte sie ihre Sammlung dem niederländischen Staat, der daraufhin das Museum nach Plänen Henry van de Veldes bauen ließ.

Das Ausstellungsprogramm konzentriert sich auf das 19. und 20. Jahrhundert. Herzstück der Sammlung sind Werke von Vincent van Gogh. Mit 272 Zeichnungen und Gemälden dieses berühmten Künstlers zählt sie zu den größten der Welt. Neben alten flämischen Meistern und französischen Künstlern sind Arbeiten aus dem abstrakten Oeuvre von Piet Mondriaan zu sehen. Aber auch George Seurat, Pablo Picasso und Fernand Léger haben ihren Platz an den Museumswänden gefunden.
Besonders beliebt ist der Skulpturenpark. Auguste Rodin, Henry Moore, Barbare Hepworth, Richard Serra, Mario Merz, Jean Dubuffet und Claes Oldenburg wurden hier auf inspirierende Weise verewigt. Manchmal urwüchsig, manchmal scheinbar geordnet: Unter freien Himmel, mit der Natur in Harmonie, werden auf dem 25 Hektar großen Gelände Werke aus dem späten 19. und 20. Jahrhundert präsentiert.

Regelmäßig gibt es neben der festen Kollektion verschiedene Ausstellungen. Noch bis zum 27. Januar 2008 läuft „Das Rätsel vom ‘Doppel-Ingres’ – Van Goghs Zeichnungen im Kröller-Müller Museum nochmals betrachtet“. Gezeigt werden etwa 100 Zeichnungen – ein Muss für alle Van Gogh-Fans. Beleuchtet wird Van Goghs beispielloser Experimentiertrieb in Bezug auf Materialien und Techniken.

Das Museum ist ganzjährig geöffnet von 10 bis 17 Uhr (außer montags und am 1. Januar) Der Skulpturengarten schließt um 16.30 Uhr. Der Eintritt kostet 7 Euro für den Nationalpark und 7 Euro für das Museum.



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