8. November 2007, Schleswig-Holstein

49. Nordische Filmtage locken 20 000 Besucher nach Lübeck

Rund 20.500 Zuschauer besuchten in diesem Jahr die 49. Nordischen Filmtage Lübeck. Damit wurde das Niveau des vergangenen Jahres gehalten. „Dieses Ergebnis unterstreicht erneut die Bedeutung der Nordischen Filmtage als eines der größten und bedeutendsten Publikumsfestivals in Deutschland“, sagt Angela Buske, organisatorische Leiterin der Nordischen Filmtage Lübeck. „Auch im kommenden Jahr werden wir zum 50. Jubiläum die Kinosäle für möglichst viele Freunde des nordischen Films öffnen.“ Da der Publikumsandrang auf dem renommierten Filmfestival seit Jahren kontinuierlich zunimmt, hatten sich die Organisatoren im vergangenen Jahr erstmals zu einer Verlängerung auf fünf Tage entschieden.

Die rabenschwarze Komödie „Die Kunst des negativen Denkens“ von Bråd Breien aus Norwegen ist der Gewinner des NDR-Filmpreises auf den 49. Nordischen Filmtagen Lübeck. Der Film behandle „das Thema Behinderung schonungslos, konsequent und mit radikalem Witz“, ohne dabei denunzierend zu sein. „Eine großartige Regieleistung des auch für das Drehbuch verantwortlichen Debütfilmemachers Bråd Breien“, urteilt die Jury des NDR-Filmpreises, der neben der Schauspielerin Inga Busch und dem Produzenten Hannu Salonen auch der Schauspieler Denis Moschitto, die Produzentin Ute Schneider und die NDR-Redakteurin Karen Matthiesen angehören.

Das schwedische Drama „Wen man liebt“ von Åke Sandgren räumte gleich zwei Preise auf den Nordischen Filmtagen Lübeck ab: Die ergreifende Geschichte über eine von Gewalt geprägte Liebesbeziehung wurde sowohl mit dem Baltischen Filmpreis für einen nordischen Spielfilm als auch mit dem Kirchlichen Filmpreis Interfilm ausgezeichnet. Der begehrte Publikumspreis der Lübecker Nachrichten ging an „Mit offenen Armen“ des Schweden Johan Brisinger. In dem gefühlvollen Familiendrama müssen ein Vater und sein Sohn über den Verlust von Mutter und Bruder hinwegkommen. Den Dokumentarfilmpreis der Lübecker Gewerkschaften gewann „Asyl“ aus Finnland. Regisseurin Jenni Linko prangert darin die Unmenschlichkeit von Asylbewerbungsverfahren an.

Der Kinder- und Jugendfilmpreis der Nordischen Filminstitute wurde an den schwedischen Film „Hoppet“ von Petter Næss vergeben. Er erzählt von zwei kurdischen Flüchtlingskindern, die in der harten Wirklichkeit Schwedens zurecht kommen müssen. Der Preis der Kinderjury ging an Raimo O Niemis „Das Geheimnis des Wolfs“ aus Finnland, eine Abenteuergeschichte um die Rettung zweier Wolfsjunge.

Erstmals hat die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein in diesem Jahr den Norddeutschen Filmpreis in drei Kategorien verliehen: Der mit 20.000 Euro dotierte Norddeutsche Filmpreis für den „Besten Spielfilm“ ging an „Auf der anderen Seite“ von Fatih Akin. Akin selbst hat den Film, der seit Ende September in den bundesdeutschen Kinos läuft, gemeinsam mit Klaus Maeck produziert (Corazón International, Hamburg). Besonders beeindruckt hat die Jury die Intensität des Films, der mit Hilfe „einer starken Sogkraft von Bildsprache und Figuren eine faszinierende Nachdenklichkeit provoziert“.

Der mit 10.000 Euro dotierte Norddeutsche Filmpreis in der Kategorie „Bestes Drehbuch“ geht an zwei Autoren: Ausgezeichnet wurden Gernot Gricksch für das Drehbuch „Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“ und Daniel Nocke für das Buch zu dem Film „Die Katze“.

Mit dem Preis für die „Beste Dokumentation“, dotiert mit 15.000 Euro, honoriert die Jury die intensive mehrjährige Recherchearbeit der beiden Autoren Barbara Siebert und Eric Friedler, die von Eric Friedler in seinem Film „Das Schweigen der Quandts“ in beeindruckender Weise umgesetzt wurde. Der Film beschreibt die Entwicklung der Industriellenfamilie Quandt zu einer der reichsten und möglicherweise einflussreichsten Familien in Deutschland, die sich bislang niemals in der Öffentlichkeit geäußert oder dargestellt haben.
Der mit 10.000 Euro dotierte Preis für besondere Verdienste der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein geht an Detlev Buck, den „Botschafter des Nordens“, für sein norddeutsches Engagement: Wie kaum ein anderer hat Buck mit einem unverwechselbaren Humor die norddeutschen Eigenarten einem breiten Kinopublikum bekannt gemacht.



» Diesen Artikel via Mail weiterempfehlen





Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Beiträge zum Thema: