6. Dezember 2007, Wien

Kokoschkas träumende Knaben im Belvedere

Dem Frühwerk des österreichischen Expressionisten Oskar Kokoschka widmet sich das Belvedere mit rund 120 Werken in der Ausstellung „Oskar Kokoschka: träumender Knabe – enfant terrible“. Vor allem seine Porträts erregten Anfang des 20. Jahrhunderts große Aufmerksamkeit, da sie das Befinden der Dargestellten und nicht nur deren Äußerlichkeiten widergaben.

Kokoschkas Frühwerk, sein linearer Stil, ist geprägt von den Wiener Secessionisten. Schon früh erhielt der Künstler internationale Anerkennung, vor allem für sein grafisches Werk und seine literarischen Beiträge in der Berliner Avantgarde-Zeitschrift „Der Sturm“. Die Entwicklung Kokoschkas vom ehemaligen Kunstgewerbeschüler zum eigenständigen Maler wird durch die Gegenüberstellung seiner Grafiken und Gemälde veranschaulicht. Die starke Ausdruckskraft seiner Bildnisse erzielte er nicht nur durch intensiv leuchtende Farben, sondern auch durch die Hervorhebung der Gemütsverfassung der Porträtierten. Diese Neuerung und sein unkonventionelles Verhalten machten ihn zum „Enfant terrible“ unter den Künstlern.

In seinen zahlreichen Stadtansichten, die er auf seinen Reisen festhielt, verwendete Kokoschka stets eine einzigartige Perspektive: die Sicht von einem erhöhten Standpunkt aus mit weiter Fernsicht. Ergänzt wird die rund 120 Werke umfassende Schau durch Meisterwerke von Auguste Rodin und Paul Gauguin, die Kokoschka stark beeinflussten.

„Oskar Kokoschka: träumender Knabe – enfant terrible“, 24.1.-12.5.2008. Belvedere, Unteres Belvedere, Rennweg 6a,
Tel. +43-1-795 57-0, www.belvedere.at.



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