21. Dezember 2007, Florida

Delfin mit Flossen-Prothese als Vorbild für behinderte Kinder

Das Clearwater Marine Aquarium ist eine Auffangstation für verletzte Meerestiere

Das Clearwater Marine Aquarium in Florida zieht mit Delfin Winter immer mehr Besucher in den Bann. Der Meeressäuger unterscheidet sich maßgeblich von seinen Artgenossen: er hat keine Schwanzflosse mehr! Durch ein Krabbenfangnetz verletzt, in dem sie sich verheddert hatte, strandete das damals drei Monate alte Delfinweibchen an der Küste Floridas und wurde ins Clearwater Marine Aquarium gebracht.

Die Auffangstation für verletzte Meeresgeschöpfe befindet sich in einer ehemaligen Abfall-Entsorgungsanlage, die nun umgebaut als Aquarium dient. Die Einrichtung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Besucher über Umweltschutz aufzuklären und verletzte Meeresbewohner zu retten, zu pflegen und wieder auf die Freiheit vorzubereiten. Das rund um die Uhr erreichbare Team kümmert sich neben gestrandeten Delfinen auch um Otter, Meeresschildkröten und Stachelrochen.

Jährlich strömen etwa 100.000 Besucher in das Aquarium, um die Darbietungen der aufgeweckten Tiere zu sehen oder etwas über den maritimen Lebensraum an Floridas Küsten zu erfahren. Für seine außerordentliche Arbeit über mehr als 30 Jahre hinweg wurde das Zentrum 2007 vom Tampa Business Journal mit dem Co-nonprofit of the Year Award ausgezeichnet.

Die Ausmaße der Bemühungen des Clearwater Marine Aquarium werden besonders an Winter deutlich: eine neuartige Prothese ermöglicht dem behinderten Delfin eine nahezu uneingeschränkte Bewegungsfreiheit, die er gerne in Sprüngen zur Schau stellt. Von dieser Geschichte angezogen, haben mittlerweile viele Behinderte den Kontakt zu Winter gesucht. Genauso die neunjährige Katrina Simpkins aus Indiana, USA, die aufgrund eines Geburtsfehlers eine Beinprothese trägt und in dem Delfinweibchen eine Seelenverwandte sieht. Mit ihrer Freude über die Prothese schenkt Winter Menschen mit ähnlichem Schicksal nicht nur Hoffnung – Teile der dabei eingesetzten Technologie könnten in Zukunft auch Menschen mit Amputationen helfen.



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