14. Januar 2008, Serbien

Ein Museumsbummel durch Serbiens Tradition

Der Balkan war und ist seit jeher eine Region, in der viele Völker und Nationalitäten aufeinander treffen. Belgrad kommt dabei eine besondere Rolle zu, lag die Stadt doch schon vor rund zweitausend Jahren am damaligen Grenzwall zwischen Orient und Okzident: dem römischen Limes. Die Kelten machten den Anfang. Ihnen wird die Gründung der Stadt zugeschrieben. 86 v.Chr. erobern dann die Römer „Singidun“, die „runde Stadt“, wie sie von den Kelten genannt wurde. Die Slawen nannten Singidunum schließlich Ende des 6. Jahrhunderts n.Chr. Beograd, „weiße Festung“. In den Folgejahren gaben sich unter anderem Bulgaren, Byzantiner, Ungarn, Osmanen oder auch die Habsburger die Ehre – sie alle haben ihre Spuren hinterlassen. All dem kann man ganz einfach und im Zeitraffer nachspüren: Bei einem Bummel durch das täglich außer montags geöffnete Ethnographische Museum in Belgrad, dem nicht zuletzt seit der Renovierung des derzeit geschlossenen Nationalmuseums besondere Beachtung widerfährt.

Welche Strömungen und Volksgruppen die Stadt an Save und Donau dabei am meisten geprägt haben, lässt sich am besten hier erfahren. Seit über hundert Jahren hat es sich darauf spezialisiert, Volkskunst und Brauchtum des zentralen Balkangebiets zu erforschen und zu sammeln. Trachten, Schmuck und alltägliche Gegenstände zeichnen dabei ein Bild der vergangenen Zeiten. Möbel, Dokumente und Fotos geben eine lebendige Vorstellung davon, wie früher das Leben im Dorf oder in den Städten auf dem Balkan ausgesehen hat.

Das Museum ist seit 1951 in den Räumen der ehemaligen, 1934 erbauten Börse am Studenski Platz untergebracht. Die Dauer-Ausstellung befindet sich im ersten und zweiten Stock sowie in einem Teil des Erdgeschosses. Dessen restliche Fläche beherbergt regelmäßig interessante Themen- und Sonderausstellungen. Alljährlich im Dezember findet hier auch das internationale Festival für Ethno-Film statt.

Geöffnet ist das Ethnographische Museum dienstags bis samstags von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr sowie sonntags von 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 120 Dinar (rund 1,50 Euro), Kinder zahlen 60 Dinar (etwa 0,80 Euro), Gruppen von zehn oder mehr Personen zahlen pro Teilnehmer 80 Dinar (circa ein Euro). Die angeschlossene Bibliothek ist dienstags bis freitags von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr geöffnet. Besucher können im Museums-Shop übrigens Kopien zahlreicher Exponate erwerben.

Weitere Informationen sind über die Website www.etnomuzej.co.yu (in Englisch) erhältlich.
Allgemeine Serbien-Informationen sind erhältlich bei der
NATIONALEN TOURISMUS ORGANISATION SERBIENS (NTOS)
Dečanska 8, 11000 Belgrad, Serbien
Telefon: 00381/11/3139789 • Telefax: 00381/11/3221068 • E-Mail: office@serbia.travel
oder im Internet unter www.serbia.travel



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