24. Januar 2008, Guernsey

Seeohren – eine Delikatesse des Vollmonds auf Guernsey

Hierzulande findet man sie nicht, die Delikatesse, die sich nach dem Mond richtet. Seeohren gelten auf den Kanalinseln und insbesondere auf Guernsey als Leckerbissen. Dort heißen sie Ormers und sind den Abalonen ähnlich, wie man sie in an den Küsten der Mittelmeerländer findet. Aufgrund der Überfischung unterliegt das Fangen der Ormers strengen Vorschriften, was vielleicht auch dazu beigetragen hat, dass dieses Krustentier in die Kategorie der Delikatessen aufgestiegen ist.

Das sogenannte Ormering hat auf Guernsey eine lange Tradition. Gleich zu Beginn des neuen Jahres schwärmen die Ormer-Fischer aus, um die begehrten Tiere, die sich an Felsen festsaugen, bei Ebbe zu fangen. Das Fischereiamt hat für das Jahr 2008 eine Tabelle herausgegeben, auf der die Tage genau verzeichnet sind, an denen Ormers gefangen und verkauft werden dürfen. In diesem Jahr ist das nur zwischen dem 1. Januar und dem 30. April an Voll- und Neumondtagen sowie an den zwei darauffolgenden Tagen erlaubt.

Damit nicht genug, dürfen auch nur Tiere einer bestimmten Größe gefangen werden. Dazu wurden spezielle Schablonen entwickelt, mit deren Hilfe der Fischer feststellen kann, ob das Tier gegessen werden kann oder am Leben bleiben darf. Ist die Außenschale des Tieres an der Längsachse kleiner als 8 cm, hat das Meer die Ormer wieder.

Um die Bestände zu schützen, ist es verboten die Seeohren professionell zu fangen. Hohe Strafen, von bis zu 7.500 Euro, werden auch gegen diejenigen verhängt, die nach ihnen tauchen oder zumindest unter Wasser gehen, um die Ormer von den Felsen abzutrennen. Besucher, die sich im Ormer-Fischen ausprobieren möchten, sollten sich von Einheimischen in die Kunst einweisen lassen.

Ob Ormers eine leckere Spezialität sind oder nur deshalb gut schmecken, weil sie etwas ganz Besonderes sind, muss jeder selbst entscheiden, sollte er einmal Gelegenheit dazu haben. Ein Blick ins Kochbuch verrät, dass ein traditioneller Ormer-Auflauf eine Backzeit von mindestens zwei Stunden verlangt. Das Gericht wird heiß serviert. Mit leckeren Zutaten gemischt, einem süffigen Weißwein, einer Prise frischer Meeresluft und dem Ausblick auf die Felsen und Buchten, steigen die Chancen eines Seeohrs, bei Genießern in guter Erinnerung zu bleiben.



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