7. Februar 2008, Valencia

Fallas: Valencia vertreibt den Winter

Es riecht wieder nach Schießpulver, Sonnenschein und dem fröhlichen Gedränge des wohl bekanntesten Festes Valencias. Jedes Jahr vom 12. bis zum 19. März feiern die Einwohner Valencias die „Fallas“ und begrüßen somit den Frühling – bunt, ausgelassen und laut. Atemberaubende Pyrotechnik, satirische Pappmachéfiguren, Festumzüge und Böllerkonzerte lassen dieses Frühlingsfest der Superlative wieder zu einem einzigartigen Erlebnis werden. Höhepunkte sind der 18. und 19. März.

Im ganzen Land Valencia herrscht gute Laune und es wird gefeiert. Das Licht, die Farben und ganz besonders das Feuer überfluten für einige Tage die Straßen und Plätze. Die Stadt füllt sich mehr und mehr mit Musik, Straßenmärschen, Knallkörpern und Männern und Frauen in den typischen Fallas-Trachten, die die nahende plantà (Aufstellung) der Fallas-Figuren aus Pappmaché am 15. März verkünden, mit der das Fest der Fallas ganz offiziell eröffnet wird. Fünf Tage lang stehen wieder Feuerwerke, Mascletas (Böllerkonzerte) und Figurengruppen im Mittelpunkt. Der beißende Pulvergeruch mischt sich mit feinen Blütendüften und die Musik der Kapellen mit den Klängen der Knallkörper.

Am 19. März findet schließlich die Cremà (Verbrennung) statt, wenn die Figurengruppen angezündet werden und sich in Asche verwandeln. Es ist der Höhepunkt des Volksfests und gleichzeitig aber auch der wohl traurigste Augenblick, denn er bedeutet das Ende der Fallas.

Ablauf des Festes
Ein Jahr lang arbeiten Künstler und Ingenieure im Auftrag von Nachbar-schaftsvereinen (Comisiones falleras) an bis zu dreißig Meter hohen karikaturistischen Pappmachéfiguren, mit denen sie Zeitgeist und Persönlichkeiten verspotten. Ab Februar werden die fertigen Fallas-Figuren in Valencia öffentlich ausgestellt. Das Publikum und mehrere Gremien prämieren die so genannten Ninots. Alle werden sie in der Nacht vom 19. auf den 20. März in Flammen aufgehen – alle bis auf eine. Diese eine wird von den Valencianos gewählt, um im Fallas-Museum zur Erinnerung an das Fest zu überleben.

Am 15. März werden zahlreiche Straßenkreuzungen gesperrt um für die riesigen Figuren und die dazugehörigen Figurengruppen in Kindergröße Platz zu schaffen. Jung und Alt nehmen jetzt die Fallas in Augenschein. Freunde und Nachbarn bereiten auf den Straßen gemeinsam Paellas, Händler bieten Kokosnüsse feil und überall kann man sich an Spritzgebackenem (churros) und dicker heißer Schokolade gütlich tun.

Am 17. und 18. März verwandelt sich die Plaza de la Virgen in ein riesiges Blumenmeer, wenn die Fallas-Vereine der Schutzheiligen der Stadt ihre Blumengabe darbringen.

Absoluter Höhepunkt ist der 19. März. Kurz vor dem spanischen Mittagessen um 14.00 Uhr erhallt die Stadt ein weiteres Mal von den ohrenbetäubenden Geräuschen der mascletà, einer täglich stattfindenden Symphonie aus rhythmischen Explosionen, Donnerschlägen und Heulern.

Ab 22 Uhr brennt es dann in der Stadt: zuerst die Kinder-Fallas, dann die großen Figurengruppen, zu allerletzt die Fallas auf dem Rathausplatz. Hängt über diesem Platz schwerer Rauch, ist das diesjährige Fallas-Fest endgültig vorbei – und die Fallas-Königinnen weinen.

Mit den Fallas endet im Land Valencia tatsächlich der Winter. Kirsch- und Mandelbäume sind in manchen Gegenden schon verblüht, nun sind Zitronen, Mispeln und Orangen an der Reihe. Die fruchtbaren Ebenen unweit der Mittelmeerküste werden zu einem die Sinne betörenden Duftgarten. Die milden Temperaturen mit kristallklarer Luft sind ideal zum Wandern, Klettern und Mountainbike-Fahren. Und ein erfrischendes Bad im Meer erlaubt das Klima auch wieder.



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