6. März 2008, Deutschland

Osterurlaub: Tipps und Tricks zum Reisen mit Kindern

Für Familien ist der Osterurlaub jedes Jahr erneut ein Härtetest für die Nerven: Kaum ist das eigene Heim am Horizont verschwunden, kommt von der Rückbank der Familienkutsche auch schon die quälende Frage vom Nachwuchs: „Wie lang dauert ‘s denn noch? Wann sind wir denn endlich da?“ Doch auch mit Kindern kann der Urlaub toll werden – vorausgesetzt er ist gut vorbereitet und die Wünsche und Bedürfnisse der Kleinsten werden schon bei der Urlaubsplanung mit berücksichtigt. Die Techniker Krankenkasse (TK) gibt Tipps, worauf man beim Urlaub zwischen Pool und Pampers achten sollte.

Die Qual der Wahl: das richtige Urlaubsziel
Die Vorfreude auf die Ferien beginnt mit der Wahl des Urlaubsziels. Dr. Thomas Ruprecht, Arzt bei der TK: „Mit zunehmendem Alter sollten Kinder in die Reiseplanung und Vorbereitung einbezogen werden. Kinder können sich im fremden Klima zwar meist leichter eingewöhnen als ihre Eltern, brauchen aber überschaubare Orte und geregelte Zeitabläufe.“ Kinder unter fünf Jahren sollten noch keine Langstreckenflüge machen, und von Kurzreisen in tropische Regionen rät der Gesundheitsexperte ebenfalls ab. „Kleinkinder reagieren empfindlicher auf Zeitverschiebungen und Temperaturwechsel. Die Schwankungen zwischen den tropischen Temperaturen und dem klimatisierten Hotel belasten den kleinen Körper sehr. Zudem sind Kinder empfänglicher für Durchfallerkrankungen, Malaria und Co. Die
Haut ist bei ihnen wesentlich sonnenempfindlicher“, so Dr. Ruprecht.

Tipps gegen drohende Revolten: stressfrei ankommen
Ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft – für die Reise sollte man ausreichend Spielzeug dabei haben, um Langeweile vorzubeugen. Kinder ab drei Jahren können den Rucksack mit ihren Lieblingsspielsachen schon selbst packen, zusätzlich empfiehlt sich noch etwas Neues als Überraschung, wie zum Beispiel ein Hörspiel oder ein Magnetpuzzle.

Bei der Anreise mit dem Flugzeug versuchen Eltern am besten bereits bei der Reservierung, Plätze zu bekommen, die am Gang und möglichst nah bei Toilette und Wickeltisch sind. Um den Druck beim Starten und Landen auszugleichen, kann man größeren Kindern etwas zum Kauen oder Lutschen geben. Bei Babys hilft häufig das Stillen in dieser Zeit oder ein Schnuller. Säuglinge atmen übrigens in ihren ersten Lebensmonaten ausschließlich durch die Nase. Deshalb sollten immer Nasentropfen mit Kochsalzlösung mit an Bord sein. Säuglinge mitErkältung oder Mittelohrentzündung dürfen auf keinen Fall fliegen, weil bei ihnen der Druckausgleich in den Ohren nicht richtig funktioniert und dadurch bleibende Schäden drohen. Im Zweifelsfall sollten Eltern sicherheitshalber einen Arzt befragen.

Autoreisende sollten spätestens alle zwei Stunden eine Pause einlegen. TK-Arzt Dr. Ruprecht: „Insbesondere Babys und Kleinkinder brauchen nach zwei Stunden in Sitzschalen und Kindersitzen dringend eine Unterbrechung, da sie sich in ihren Sitzen kaum bewegen können.“

Den Urlaub in vollen Zügen genießen
Babys sollten im ersten Lebensjahr die Sonne möglichst komplett meiden. Ältere Kinder sollten in sonnenintensiven Gebieten zwischen 11 und 15 Uhr im Schatten oder im Haus bleiben. Ansonsten gilt: Intensiver Insektenschutz sowie Sonnenschirm, Hüte und Sonnencreme mit Schutzfaktor 20 oder höher sind für Kinder selbstverständlich, Reise-Impfschutz ist Pflicht. Die hygienischen Bedingungen sind in vielen Urlaubsregionen schlechter. Deshalb sollte vor allem bei Kleinkindern darauf geachtet werden, dass sie nicht an Eiswürfeln lutschen, streunende Tiere streicheln oder in Tümpeln baden. Für Säuglinge ist das Stillen die sicherste Ernährung auf Reisen. Gestillte Kinder haben zudem einen besseren Infektionsschutz.

„Bei Winterurlauben wird gerne vergessen, dass auch dort trotz Schnee und Eis die Sonne stark sein kann. Auch hier ist Sonnenschutz wichtig. Die Höhenluft in den Skigebieten kann für Kinder belastend sein, Kleinkinder sollten deswegen keinen Urlaub über 1.500 Metern machen“, so Dr. Ruprecht. Aber egal, ob Urlaub im Skigebiet oder an Strand und Meer: Wichtig ist, dafür zur sorgen, dass Kinder genug trinken, denn sie sind ständig in Bewegung und toben sich aus. Für die Rückreise gelten selbstverständlich die gleichen Empfehlungen wie für die Anreise: kein Stress und genügend Pausen einplanen. (ots)



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