19. März 2008, TUI

TUI verzeichnet 2007 Gewinnsprung

Der Touristik- und Schifffahrtskonzern TUI AG hat eine positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2007 gezogen. Umsatz, operatives Ergebnis, Konzernergebnis und Ergebnis je Aktie konnten deutlich gesteigert werden. „Wir haben ein gutes Jahr 2007 hinter uns. Die Zeichen standen auf Wachstum und wir sind mit einem Ergebnissprung in die Gewinnzone zurückgekehrt“, sagt Dr. Michael Frenzel. Der TUI Vorstandsvorsitzende betonte, dass sowohl die Touristik als auch die Schifffahrt eine positive Performance hingelegt hätten. Frenzel weiter: „Und auch für das Geschäftsjahr 2008 sind wir optimistisch. Wir wollen die Ertragskraft des Konzerns weiter verbessern.“ Der Umsatz der fortzuführenden Bereiche des Konzerns stieg um rund 7 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro (Vorjahr 20,5 Milliarden Euro). Ein Gewinnsprung um 47 Prozent führte zum Anstieg des operativen Ergebnisses (bereinigtes EBITA) der fortzuführenden Bereiche auf 616 Millionen Euro (Vorjahr 419 Millionen Euro). Beide Sparten des Konzerns trugen insbesondere durch ein starkes zweites Halbjahr zum positiven Geschäftsverlauf bei. Die Containerschifffahrt profitierte nach dem erfolgreichen Abschluss der Integration von CP Ships von einer deutlich gesteigerten Profitabilität. Unterm Strich betrug das Konzernergebnis 236 Millionen Euro (Vorjahr -843 Millionen Euro). Das Ergebnis je Aktie betrug 0,61 Euro nach einem Minus von 3,65 Euro je Aktie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. TUI wird der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2007 eine Dividende von 25 Euro-Cent je Aktie vorschlagen.

Detailentwicklung in der Touristiksparte
Der Umsatz der Touristiksparte erhöhte sich im Geschäftsjahr 2007 um 11 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro (Vorjahr 14,1 Milliarden Euro). Das Ergebnis der Touristiksparte (bereinigtes EBITA) stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 14 Prozent auf 449 Millionen Euro (Vorjahr 395 Millionen Euro). Zum Ergebniswachstum trugen sowohl TUI Travel als auch der Bereich TUI Hotels & Resorts bei.

TUI Travel steigerte den Umsatz infolge der erstmaligen Einbeziehung der First Choice Umsätze seit September 2007 um 11,6 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro. Dabei entfällt ein Umsatzanteil von rund 1,3 Milliarden Euro auf die ehemaligen First Choice Aktivitäten. Das Ergebnis der TUI Travel verzeichnete einen Anstieg zum Vergleichszeitraum um 17,7 Prozent auf ein bereinigtes EBITA von 304 Millionen Euro (Vorjahr 286 Millionen Euro). Im bereinigten Ergebnis der TUI Travel ist konsolidierungsbedingt ein Ergebnisbeitrag der ehemaligen Bereiche von First Choice in Höhe von drei Millionen Euro enthalten.

Auch TUI Hotels & Resorts konnte Umsatz und Ergebnis im Geschäftsjahr 2007 signifikant verbessern. Der Umsatz wuchs um 9,5 Prozent auf rund 380 Millionen Euro (Vorjahr 347 Millionen Euro). Das operative Ergebnis des Hotelbereichs stieg mit 18,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch deutlicher. Das bereinigte EBITA des Hotelbereichs betrug 146 Millionen Euro (Vorjahr 123 Millionen Euro). Das operative Ergebniswachstum wurde unter anderem von der größten Hotelgruppe im Bereich, den Riu Hotels, getragen. Insgesamt hat TUI Hotels & Resorts bei einer um 3 Prozent gewachsenen Kapazität die Auslastung der Hotelbetten um 3,1 Prozentpunkte auf 81,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbessern können. Der durchschnittliche Erlös pro Bett stieg um 4,2 Prozent auf 46,25 Euro (Vorjahr 44,37 Euro).

Detailentwicklung in der Schifffahrtssparte
In der Schifffahrtssparte ging der Umsatz im Geschäftsjahr 2007 wechselkursbedingt geringfügig um 0,8 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro (Vorjahr 6,3 Milliarden Euro) zurück. Beim Ergebnis (bereinigtes EBITA) erzielte die Sparte einen Anstieg von 121 Prozent auf 197 Millionen Euro (Vorjahr 89 Millionen Euro).

In der Containerschifffahrt standen 2007 vor allem Prozessoptimierung und Produktivitätssteigerungen nach der bereits 2006 erfolgreich abgeschlossenen Integration von CP Ships im Vordergrund. Der Umsatz der Containerschifffahrt ging leicht um 1,2 Prozent auf 6,0 Milliarden Euro zurück (Vorjahr 6,09 Milliarden Euro). Dieser Rückgang war vor allem durch den schwachen Wechselkurs des US-Dollars im Vergleich zum Euro bedingt. Die transportierten Mengen legten um 9,0 Prozent auf insgesamt 5,45 Millionen Standardcontainer (TEU) zu. Die durchschnittlichen Frachtraten konnten in der zweiten Jahreshälfte auf allen Fahrtgebieten deutlich gesteigert werden. Im Durchschnitt des Jahres lag das Frachtratenniveau jedoch noch um 1,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das operative Ergebnis (bereinigtes EBITA) konnte mit plus 125 Prozent mehr als verdoppelt werden und betrug 183 Millionen Euro (Vorjahr 81 Millionen Euro).

Das Geschäft von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten entwickelte sich 2007 erneut gut. Der Umsatz erreichte mit 183 Millionen Euro ein Plus von 14,3 Prozent zum Vergleichszeitraum des Vorjahres (Vorjahr 160 Millionen Euro). Hapag-Lloyd Kreuzfahrten wies ein bereinigtes EBITA von 14,2 Millionen Euro aus (Vorjahr 8 Millionen Euro); das entspricht einer Steigerung von rund 80 Prozent.

Detailentwicklung im Zentralbereich/Nettoverschuldung
Der Umsatz des Zentralbereichs verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 86 Prozent auf 26 Millionen Euro (Vorjahr 176 Millionen Euro). Maßgeblich hierfür waren in erster Linie die entfallenen Umsätze aus dem im Oktober 2006 erfolgten Verkauf der mehrheitlichen Beteiligung an der Wolf GmbH. Das bereinigte Ergebnis des Zentralbereichs (bereinigtes EBITA) verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 55 Prozent auf minus 30 Millionen Euro (Vorjahr -65 Millionen Euro). Grund für die Verbesserung ist neben einer ersten Entlastung der Personalkosten im Corporate Center Bereich ein positiver Ergebnisbeitrag aus der Bewertung von derivaten Finanzsicherungsinstrumenten. Im Geschäftsjahr 2007 verfügte der TUI Konzern über keine einzustellenden Bereiche mehr. Im Vorjahr war hier ein Ergebnis von 30 Millionen Euro aus dem Bereich Handel enthalten.

Die Nettoverschuldung des Konzerns belief sich zum Bilanzstichtag auf 3,9 Milliarden Euro (Vorjahr 3,2 Milliarden Euro). Der Zuwachs ist auf die Erstkonsolidierung der First Choice-Gruppe zurückzuführen.

Ausblick für das laufende Geschäftsjahr
Für das Jahr 2008 erwartet die TUI einen Anstieg des Konzernumsatzes aufgrund höherer Umsatzerwartungen in den Sparten Touristik und Schifffahrt um rund vier Milliarden Euro auf 26 Milliarden Euro.

In der Touristiksparte wird eine Erhöhung des Umsatzes auf rund 19 Milliarden Euro erwartet. Aufgrund der bereits eingeleiteten Kapazitätsanpassungen dürfte das Umsatzwachstum im Wesentlichen aus der ganzjährigen Einbeziehung der First Choice Aktivitäten rühren. Ergebnisverbesserungen bei TUI Travel werden neben der ganzjährigen Konsolidierung von First Choice aus ersten erwarteten Synergieeffekten, Margenverbesserungen im Mainstreamgeschäft und Wachstum der Bereiche Specialist Holidays, Activity Holidays und Online Destination Services resultieren. Die Buchungszahlen zeigen sich sowohl für die laufende Wintersaison als auch für die Sommersaison 2008 weiterhin unverändert stark. Der Bereich Northern Europe wächst bei den Umsätzen um 7 Prozent im Winter und um 9 Prozent im Sommer. Central Europe verzeichnet zurzeit im Winter ein Umsatzplus von 4 Prozent und ein Wachstum von 6 Prozent in der Sommersaison. Western Europe wächst sowohl in der laufenden Winter- als auch in der Sommersaison 2008 um 4 Prozent bei den Umsätzen (der detaillierte Überblick über die Buchungslage der TUI Travel findet sich im Internet unter www.tui-group.com).

Auch für TUI Hotels & Resorts wird mit einem Umsatz- und Ergebnisanstieg gerechnet, der unter anderem aus einer weiteren Steigerung der Übernachtungen und einem Anstieg des durchschnittlichen Erlöses pro Bett resultieren soll. Insgesamt wird für die Touristiksparte trotz eines nach wie vor intensiven Wettbewerbsumfeldes sowie erhöhter Rohstoffpreise mit einer deutlichen Erhöhung des Ergebnisses gerechnet.

Für die weltweite Schifffahrt wird ein Wachstum von 7 Prozent unterstellt, welches im Wesentlichen durch den unvermindert starken Handel mit Asien getragen wird. Gleichzeitig geht die TUI von einem Anstieg der durchschnitt lichen Frachtraten aus. Für den Bereich Containerschifffahrt des TUI Konzerns soll ein über dem Marktwachstum liegender Zuwachs der Transportmengen realisiert werden. Vor diesem Hintergrund scheint eine Steigerung des Umsatzes von derzeit 6,2 Milliarden Euro – abhängig von der Kursentwicklung des US-Dollars zum Euro – auf bis zu 7 Milliarden Euro möglich. Durch die Erreichung der vollen Synergiepotenziale in Höhe von 220 Millionen Euro erwartet die TUI auch bei nur moderaten Mengenzuwächsen und einer nur leichten Erholung des Frachtratenniveaus ein deutlich verbessertes Schifffahrtsergebnis. Risiken liegen in diesem Zusammenhang in der noch nicht abschließend zu beurteilenden Auswirkung der Finanzmarktkrise auf die Entwicklung des Welthandels. Darüber hinaus wird die Entwicklung der Preise für Schiffsbunker eine wichtige Rolle spielen.

Insgesamt kann sowohl durch die erwartete Steigerung der Ergebnisse in der Touristik als auch durch die erwartete Erholung der Frachtraten und weiterer Produktivitätssteigerungen in der Schifffahrt von einer Verbesserung der Ertragskraft des Konzerns ausgegangen werden. (TUI AG)



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