27. März 2008, Niederlande, Reisereportagen

Hollands Nordseeküste: Von Seehunden, Wattwürmern und Haifischen

Also: Auf zur Die Nordseeküste lädt nicht nur zum Sonnenbaden und Wellenreiten ein. Zahlreiche Tiere verstecken sich in Sand, Watt und Meer und warten darauf, bei einem Aktivurlaub entdeckt zu werden. Kutterfahrt, Wattwanderung und Haiexpedition!

Viele Kinder kennen Seehunde nur aus dem Zoo. Das soll nicht so bleiben, denn auf den Sandbänken vor Holland gibt es keine dicken Glasscheiben, die die Tiere von den Besuchern trennen. Mit dem Fischerboot kommt man am besten zu ihnen. Am liebsten bewegen sich die Robben in seichten Gewässern und so lümmeln sie vor allem auf Sandbänken herum. Ein Ausflug dorthin ist nicht nur für Kinder ein unvergessliches Erlebnis. Wer die friedlichen Tiere aus dem Zoo kennt, wird sie in freier Wildbahn umso mehr lieben. Besonders junge Heuler ziehen mit ihren Lauten die ganze Aufmerksamkeit auf sich.

Artenvielfalt im Wattenmeer
Das weltweit einzigartige Wattenmeer erstreckt sich zwischen Den Helder und dem dänischen Esbjerg. Das Naturgebiet ist ökologische Drehscheibe zwischen Land und Meer und Nahrungslieferant für zahlreiche Tiere. Zweimal am Tag schwemmt die Flut Schlick und Plankton aus der Nordsee an, wovon sich ein Großteil auf den Sandbänken ablagert. Das untiefe Wasser wärmt sich im Sommer schnell auf und begünstigt das rasche Wachstum der Algen. Sie bilden die Basis für den enormen Nahrungsreichtum.

Insbesondere Vögel finden auf den bei Ebbe trockenfallenden Flächen genügend Beute. Sogar Zugvögel aus polaren Gebieten rasten hier, um sich Fettreserven für den Flug nach Afrika anzufressen. Viele einzigartige Pflanzen sind ebenso im Watt beheimatet. Sie wurzeln nur auf dem sandigen, lockeren Boden der Dünen und stabilisieren diese dadurch.

Das Phänomen der Gezeiten ist besonders für Kinder aufregend. Die Verwunderung ist regelmäßig groß, wenn das Wasser nicht mehr da ist, wo es vor einigen Stunden noch war. Positiver Nebeneffekt von Ebbe und Flut: Bei einer Wattwanderung lernt man die Vielfalt des Meeres kennen und auf die Sprösslinge warten viele Überraschungen. Wattwürmer sind wohl die bekannteste Spezies dieser Gegend. Zu erkennen sind die entsprechenden Stellen an den sandigen „Spaghetti“-Haufen. Dieser verdaute Sandboden ruft sämtliche Reaktionen von „Iiih“ bis „Boah“ hervor. Wissen zum Anfassen – für die Kids ein Abenteuer.

Und der Haifisch, der hat Zähne…
… und die trägt er im Gesicht. Aber nicht an Cadzands Strand. Denn dort sieht es aus, als wäre der Strand vor Jahrmillionen eine riesige Zahnarztpraxis für Haie gewesen. So verwundert es nicht, dass zahlreiche Urlauber den Strandtag mit gesenktem Blick verbringen. Denn vor ihren Füßen liegt irgendwo das „Schwarze Gold von Cadzand“. Haifischzähne, zwischen zwei und 15 Millionen Jahre alt. Sie stammen aus der Tertiärzeit, als weite Teile der Niederlande unter Wasser lagen. Manchmal stolpert man fast über die Versteinerungen, oftmals sieht man aber auch Väter mit ihren Kindern stundenlang den Sand sieben.

Die Suche nach dem „Schwarzen Gold“ ist eine der großen Attraktionen am weiten Strand von Zeeuws-Vlaanderen, dem südlichen Teil der Provinz Zeeland. Ihre Ergebnisse sind nicht nur für Kinder spektakulär. Am besten findet man die Haifischzähne ein bis zwei Stunden nach dem Hochwasser bei ablaufender See. Oder im November, wenn die Stürme aus Nordwest die Fossilien aus der Tiefe hochspülen. Das beteuern zumindest die Einheimischen. Und die müssen es ja wissen.

Wenn das Wetter einmal nicht mitspielt, besuchen Urlauber einfach das Naturinformationszentrum „Ecomare“ auf Texel. Hier erfahren sie nicht nur alles Wissenswerte über die Watteninseln, sondern können vor Ort zahlreiche Tiere beobachten. In offenen Aquarien schwimmen und krabbeln viele erstaunliche Meeresbewohner durch das Wasser und in der Vogelauffangstation werden zahlreiche Seevögel aufgepäppelt. Kein Problem also die Badehose einmal im Koffer zu lassen. (NBTC)



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