Ein Strandtag in Holland

Der kleine Max sitzt ganz versunken am Strand von Scheveningen. Er achtet nicht auf die anderen Kinder, die in den Wellen planschen, hört nicht die Schreie der Möwen, spürt nicht den Wind, der durch sein Haar streift. Konzentriert türmt der Junge Sand auf, übergießt die Burg der Statik wegen mit Wasser und baut kleine Erker an. Hin und wieder gibt es seinen Eltern Anweisungen: „Papa, du musst da noch was festklopfen“ oder „Mama, kannst du da noch ein paar Muscheln draufsetzen.“ Seine „Gehilfen“ folgen ihrem kleinen Chef gerne – und genießen Momente der Ruhe an der niederländischen Nordseeküste. Hier wird Kinderfreundlichkeit groß geschrieben.

Irgendwann wird Max doch mit den anderen Kindern am Strand herumtollen wollen. Damit seine Eltern dann sorglos auf ihren Badematten liegen können, haben zahlreiche Badeorte wie das gemütliche Kijkduin oder Hoek von Holland (beide in Südholland) sowie die beliebten Plätze in Zeeland Pfähle mit Tierfiguren als Orientierungspunkte aufgestellt: So wissen kleine Strandurlauber, die über den Sand rennen, dass sie ihre Eltern etwa bei einem Kaninchen-Pfahl wiederfinden – oder dass sie nur an den markierten Stellen schwimmen gehen dürfen.

Benannt sind die Pfähle nach der Zeichenfigur „Nijntje“ des niederländischen Illustrators Dick Bruna. Mit seinem kleinen Sohn verbrachte Bruna im Jahre 1955 die Ferien am Strand von Egmond aan Zee. Und wie so viele Kinder wollte der kleine Strandpirat auch nach einem Tag voller Abenteuer nicht schlafen. Also ersann sein Vater die Gute-Nacht-Geschichte von einem Kaninchen und zeichnete die Figur mit ein paar Strichen. Ob Dick Bruna sich damals hat träumen lassen, dass sein „Nijnte“ (von konijntje = Kaninchen) einmal Kinder in der ganzen Welt bezaubern und seine Bücher in 40 Sprachen übersetzt werden würden? Und dass die von ihm erdachten Figuren auf „Nijntje-Pfählen“ Kindern an der Küste zur Orientierung dienen? 

Urlaubsspaß auf dem Wasser

Sollte es den kleinen Sandburgenbauer in seinen Ferien einmal reizen, rasant auf den Nordseewellen dahin zu gleiten, können ihn seine Eltern in einem Surfkursus für Kinder anmelden, die einige Surfschulen an der niederländischen Küste anbieten. Zu den bekanntesten Surfrevieren gehört Brouwersdam in Zeeland. Dieser beliebte Küstenabschnitt bei Renesse ist gerade im Sommer ein Treffpunkt der Wellenreiter.

Hier findet zudem das „„Surf-Festival“ statt. Über 40 Hersteller präsentieren dann ihre neuesten Entwicklungen, die gratis getestet werden können, und es gibt kostenlose Schnupperkurse für Kinder und Jugendliche. Nicht nur während des Festivals bietet die Segel- und Surfschule in Brouwersdam Kurse für alle Altersklassen: Bambinos ab fünf Jahren werden spielerisch an das Surfen herangeführt, und wenn Max’ Eltern selbst einmal ihre Wellenreitkünste ausprobieren wollen, bietet die Schule für diese Zeit eine Kinderbetreuung an.

Weitere Informationen, Tipps für familienfreundliche Unterkünfte und kostenlose Holland-Magazine: www.niederlande.de/familie. (nbtc)



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