17. Mai 2008, Usedom

Auf den Spuren Lyonel Feiningers

Wussten Sie eigentlich, dass der berühmte deutsch-amerikanische Maler Lyonel Feininger ein leidenschaftlicher Radfahrer war? Seit er in Deutschland lebte, kaufte er sich regelmäßig das neueste Rennrad-Modell und legte jährlich tausende Kilometer zurück – viele auf der Insel Usedom. Vor hundert Jahren, am 17. Mai 1908, war Feininger übrigens zum ersten Mal auf der Insel. Ein Tag, der in diesem Jahr besondere Anerkennung finden soll – mit einer Festveranstaltung „100 Jahre Lyonel Feininger auf Usedom“. (Mehr Infos zum Programm finden Sie auf www.usedom.de)

Feininger verbrachte in den Jahren 1908 bis 1918 viel Zeit auf Usedom. Von Heringsdorf, Neppermin oder Benz aus erkundete er die Insel auf Motivsuche und hinterließ seine künstlerischen Spuren. So entstand die Idee, alle Malorte Feiningers auf Usedom zu entdecken, kartografisch zu erfassen und einen touristischen Radweg daraus zu machen – die „Lyonel-Feininger-Tour“. Aus vielen Briefen an seine Frau Julia weiß man von seinen Aufenthalt in Neppermin. So malte er den Fischern zum Gefallen Tafeln mit den Bootsnummern. Hier entstandenen seine „Natur-Notizen“, Zeichnungen, die oft Ausgangspunkt für ein Gemälde wurden. Beispiele dafür sind „Mondaufgang in Neppermin“ und eine Zirkusszene auf dem Dorfplatz in Balm. Seine Ausflüge führten Feininger auch in das benachbarte Dorf Benz. Schon unterwegs malte er die Straße mit den damals frisch gepflanzten Alleebäumen. Im Benzer Kirchturm fand er ein Motiv, das ihn bis an sein Lebensende fesselte. Selbst kurz vor seinem Tod in New York entstand 1955 noch ein Aquarell der Kirche. Die Zeichnung der Benzer Holländerwindmühle befindet sich heute im Besitz der Familie Rockefeller und stellt die erste bildliche Darstellung des heutigen Denkmals dar.

In fast einjähriger Recherche-Arbeit wurden alle Werke Feiningers mit Usedom-Bezug zusammengetragen und in einer Datenbank aufbereitet. Das heißt: Die Lyonel-Feininger-Tour steht auf dem Papier. Die Route soll über Mellenthin, Balm, Neppermin, Benz, Sallenthin, Bansin, Heringsdorf, Ahlbeck, Swinemünde, Zirchow, Korswandt, Gothen und Neuhof führen. Insgesamt gibt es auf dem ca. 56 km langen Rundweg über 40 Stationen – Orte, an den Lyonel Feininger gemalt hat und 80 seiner Motive. Alle Vorarbeiten sind abgeschlossen. Fördergelder wurden beantragt. Jetzt muss der Feininger Radweg einheitlich ausgeschildert werden. Außerdem sollen die einzelnen Malorte mit Bronze- beziehungsweise Messingplatten markiert werden.

Lyonel Feininger gilt heute als einer der bedeutendsten Vertreter der Klassischen Moderne. Seine Gemälde werden mittlerweile mit siebenstelligen Summen gehandelt – somit hat der Künsler auch der Insel Usedom ein kulturelles Erbe hinterlassen, das mit der Lyonel-Feininger-Tour stärker in den Fokus gerückt werden soll. (Usedom Tourismus GmbH)



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