23. Mai 2008, Flughafen Hamburg

Flugunfallübung am Flughafen Hamburg

Das Unheil nimmt seinen Lauf als bei dem rechten Fahrwerk einer Blue-Sky-Airlines-Maschine mit 116 Passagieren und 5 Besatzungsmitgliedern an Bord ein Defekt auftritt. Das Flugzeug schert nach rechts aus und rutscht unkontrolliert über die Grasfläche in das angrenzende Gelände. Sofort löst der Tower unter dem Stichwort „Großer Flugunfall“ Alarm aus. Zum Glück ist dieses Szenario frei erfunden, zu Übungszwecken wurde es jedoch gestern am Hamburg Airport simuliert: Bei einer Großen Flugunfallübung wurde das Ineinandergreifen aller Einsatzkräfte – vom Rettungsdienst, der Flughafen- und Berufs-Feuerwehr über die Airport Security, Polizei und Bundespolizei bis hin zu den externen Landes- und Bundesbehörden – trainiert.

Die Federführung der Übung lag bei der Behörde für Inneres der Freien und Hansestadt Hamburg. Fachkundige Beobachter der Flughafen Hamburg GmbH, Verbände und Behörden prüften dabei, ob die organisatorischen Maßnahmen eine professionelle Bewältigung in einem Notfall sicherstellen. Es handelte sich um eine Übung, die die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO (engl. Bezeichnung: International Civil Aviation Organisation) in regelmäßigen Abständen vorschreibt. Insgesamt kamen 1000 Hilfskräfte und Statisten zum Einsatz. Der Flugverkehr ist ohne Beeinträchtigungen weitergelaufen. Der Staatsrat der Behörde für Inneres der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Stefan Schulz, zieht eine positive Bilanz: „Es hat sich wieder einmal gezeigt, wie wichtig es war, diese Übung durchzuführen. Die Abläufe zur Bewältigung eines Flugunfalls konnten dadurch bei allen beteiligten Behörden, Ämtern und Unternehmen wieder in Erinnerung gerufen wurden. Die Übung hat auch gezeigt, dass Hamburg für einen Flugunfall gut gerüstet ist. Fehler, sofern welche in der Übung passierten, werden umfassend nachbereitet, damit sie im Ernstfall nicht wieder gemacht werden. Der Zweck der Übung wurde aus meiner Sicht in vollem Umfang erreicht. Vor dem Hintergrund der sehr komplexen Abläufe bei Katastrophen und Großschadensfällen bin ich davon überzeugt, dass wir gar nicht oft genug üben können. Haupt- und ehrenamtlichen Kräften muss auch künftig die Gelegenheit zur Zusammenarbeit außerhalb vom Einsatz geboten werden.“

Sicherheit hat am Hamburg Airport höchste Priorität

Am Hamburg Airport sind alle Mitarbeiter gut ausgebildet, einen möglichen Unfall so rasch wie möglich unter Kontrolle zu bringen und die notwendigen Abläufe fließend zu beherrschen. Um im Notfall professionell und wirksam handeln zu können, ist eine gute Vorbereitung auf die Ausnahmesituation wichtig – in technischer, organisatorischer und personeller Hinsicht. Hamburg Airport lässt sich seinen Sicherheitsstandard etwas kosten: Für sämtliche Sicherheitsmaßnahmen einschließlich Schulungen von Wach- und Sicherheitspersonal und der Bereitstellung von Kommunikationsmitteln fallen pro Jahr Aufwendungen in Höhe von ca. 1.000.000 Euro an. (Flughafen Hamburg)



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