6. Juli 2008, Tirol

Klettersteige: Mischung aus Sportklettern und Bergsteigen

Wer keine Klettergärten mag, kann seine Höhenflüge auch in Klettersteigen starten. Kein Problem, davon gibt es genug in Tirols Felsen. Klettersteige sind Kletterwege im natürlichen Fels, mit Klammern aus Eisen als Tritte und Griffe, Eisenleitern und Eisenstiften oder Brücken, um schwierige Klettereinheiten auf Wanderrouten zu meistern. Sie dienen auch dazu, sich mit einem Seil an diesen Eisenstiften zu sichern. Im Fels befestigt ist ein Drahtseil, das einerseits zum Festhalten und andererseits zur Sicherung dient. Manchmal findet man auch Tritte und Griffe, die in den Fels geschlagen wurden. Ein Klettersteig schaut fast aus wie senkrechte Leitern im Fels. Das Begehen von Klettersteigen hat sich mittlerweile zu einer eigenständigen alpinen Disziplin entwickelt.

Wer einen Klettersteig begehen will, braucht gutes Schuhwerk: Bergschuhe, die einem festen Halt geben. Außerdem braucht man einen sogenannten Integralgurt, also eine Kombination aus Hüft- und Brustgurt. Es werden auch Sportklettergurte verwendet, aber ein Integralgurt wird empfohlen. Der Klettergurt ist mit zwei Karabinerhaken so verbunden, dass einer an den Klammern des Klettersteiges befestigt werden kann. Unbedingt dabei haben muss man das Klettersteigset, einem Seilstück und einer Seilbremse. Bei einem Sturz wird das Seil durch die Seilbremse gezogen, wodurch der Sturz abgefedert wird.

Genug der Theorie, jetzt geht’s in die Wand
Im Paznaun auf dem Klettersteig „Silvapark“ von Galtür hinauf auf die Ballunspitze, kann man seine Trittsicherheit unter Beweis stellen. Es ist ein Klettersteig, bei dem Wert auf naturgemäße Ausgestaltung gelegt wurde – wobei natürlich Sicherheitskriterien immer an erster Stelle stehen. Es wurde also keine Wegtrasse in den Fels geschlagen, sondern der Wegverlauf der Beschaffenheit des Geländes angepasst. Der Klettersteig beginnt nach einer kurzen Wanderung von der Bergstation Birkhahnbahn. Er ist als mittel bis schwer einzustufen und führt von einer Höhe von 2.300 m hinauf auf 2.700 m, auf die Ballunspitze. Ein durchgehendes Sicherungsseil, Bohrhaken, Handgriffe und Trittplatten sorgen dafür, dass der Kletterspaß ungetrübt bleiben kann. Nähere Infos: www.galtuer.com.

Im Pitztal bei Arzl findet der begeisterte Kletterer einen Klettersteig mit zwei Routen unterschiedlicher Schwierigkeit. Fünf Minuten vom öffentlichen Parkplatz entfernt geht es schon zur Sache: Wer oben nach dem Ankommen noch nicht genug hat, kann den Abstieg auch wieder über den Steig machen. Alle anderen können es gemütlicher über den Waldweg angehen: Nähere Infos: www.pitztal.com.

Oberhalb von Innsbruck, in der mächtigen Nordkette, findet sich ein Klettersteig der Superlative. Mit der Bahn gemütlich hinauf aufs Hafelekar fahren und dann wird es ernst. Der Einstieg schon ist eine recht scharfe Schlüsselstelle, eine Herausforderung auf alle Fälle. Der gesamte Klettersteig, der bis zum Frau Hitt Sattel führt, ist schwer und kräftezehrend. Es gibt aber mehrere Ausstiegsmöglichkeiten, für alle, die die Nerven verlieren – oder denen die Kraft ausgeht. Nichtsdestotrotz ist dieser Klettersteig sehr beliebt, weil er einfach eine ganze Menge bietet: sportliche Herausforderung und einen Panoramablick ins Inntal auf der einen Seite und ins Karwendel auf der anderern. Nähere Infos: www.innsbruck.info. (Presse Tirol)



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