10.09.2008 | Greifswald, Schlagzeilen, Schwerin, Stralsund, Wismar
Stadtführungen in Mecklenburg-Vorpommern
Woher hat die Tittentasterstraße in Wismar ihren Namen, was hat es mit der Rostocker Sackpfeife auf sich? Dies und viel mehr erfahren Mecklenburg-Vorpommerns Gäste bei außergewöhnlichen Führungen durch altehrwürdige Hansestädte, kleine Küstenorte oder märchenhafte Schlösser.
Schwerin: Hinter den Kulissen der Macht
Schwindelfreie Besucher sind in Schwerin eingeladen, die Landeshauptstadt aus luftiger Höhe zu entdecken. Mecklenburg-Vorpommerns Landtag, der seinen Sitz im Schweriner Märchenschloss hat, lässt sich nämlich hinter die Kulissen schauen, nach vorheriger Anmeldung fast jedes Wochenende von Mai bis Oktober. Während der Sonderschlossführung “Vom Keller bis zur Kuppel” schlängeln sich die Gäste an den üblichen Ausstellungsräumen vorbei, durch verwinkelte Räume und über Wendeltreppen bis hinauf auf den Schlossturm mit herrlichem Ausblick. Weitere Angebote zu Schloss- und Stadtführungen unter www.schwerin.com.
Malerisches Greifswald: Auf Motivsuche wie Caspar David Friedrich
Die Hansestadt Greifswald aus der Perspektive Caspar David Friedrichs: Mit der Bildermappe unter dem Arm entdecken Gäste die Motive und Wirkungsstätten des bedeutenden Malers der Romantik hautnah. Marktplatz, Wall, Hafen und nicht zuletzt die alte Seifensiederei des Vaters, die heute ein Museum beherbergt, bringen Mitarbeiter des Vorpommerschen Landesmuseums den kunstinteressierten Standrundgängern auf Deutsch oder Englisch näher. Die Führung dauert etwa zwei Stunden, Termine können mit dem Pommerschen Landesmuseum vereinbart werden. Kontakt: www.pommersches-landesmuseum.de Öffentliche Rundgänge durch die Hansestadt am Ryck veranstaltet die Greifswald-Information von Mai bis September um 14.00 Uhr. Informationen: www.greifswald.de
Stralsund: Im Laufschritt durch die Stadt
Sportliche und gesundheitsbewusste Gäste können die Hansestadt Stralsund im Laufschritt erobern. Während der Saison joggt jeden Dienstag um 8.00 Uhr ein Stadtführer mit ihnen durch die Welterbestadt. Mit Mikrofon und Kopfhörer geht es im gemäßigten Tempo eine Stunde durch enge Altstadtstraßen und immer wieder am Wasser entlang. Das Gelernte lässt sich auf einer Backsteinrallye durch die Hansestadt gut anwenden: Auf den Internetseiten der Tourismuszentrale steht für Gäste, die Spaß am Rätseln und am Wettstreit haben, ein Fragebogen bereit, mit dem das Erkunden der Hafenstadt auf eigene Faust zum kniffligen Erfolgserlebnis wird. Die Aufgaben können heruntergeladen werden unter www.stralsundtourismus.de. Hier finden sich auch weitere Angebote zu thematischen Stadtführungen.
Finstere Führungen: Im Dunkeln durch die Städte
Wenn die Turmuhren der zahlreichen Backsteinkirchen 20.00 oder 21.00 Uhr schlagen, dann sind vielerorts die Nachtwächter im Land unterwegs – zu Führungen durch erleuchtete Straßen und Gassen. Durch den ältesten Stadtteil der Hansestadt Rostock, die östliche Altstadt, führt von Mai bis Oktober ein historischer Nachtwächter mit langen, schwarzem Umhang, Hellebarde und Laterne. Er erwartet seine Gäste montags, mittwochs, freitags und sonntags um 20.00 Uhr an der Petrikirche und weiß Gassennamen wie Sackpfeife oder Diebsstraße zu erklären. An jeder Ecke wird Gästen außerdem die Rostocker Sieben begegnen. Weitere Führungen unter www.hansetouristik.de, www.rostocker-stadtfuehrer.de, www.rostock.de
In der Residenzstadt Neustrelitz erleben Gäste von Juni bis September jeden Donnerstagabend vom Turm der Stadtkirche aus die sternförmige Stadtanlage. Während des Rundganges entdecken sie Sehenswürdigkeiten wie den Hebetempel und die Schlosskirche in abendlicher Stimmung. Treffpunkt ist die Stadtkirche am Markt. Weitere Infos unter www.neustrelitz.de
Manns Fenster und Kästners große Liebe: Literarisch durch Rostock
Auf die Spuren der Schriftstellerfamilie Mann können sich Leseratten in der Hansestadt Rostock begeben. Von der einflussreichen Kaufmannsfamilie legen zum Beispiel die zwei so genannten “Mannschen Fenster” in der Rostocker Marienkirche Zeugnis ab, die in der Seitenkapelle des Hauptschiffs zu bewundern sind. Auch John Brinckman, Fritz Reuter, Arnold Zweig, Franz Fühmann, Adolf Wilbrandt wirkten in Rostock. Genaueres über die große Liebe von Erich Kästner oder Leben und Werk von Walter Kempowski oder Uwe Johnson ist auf literarischen Spaziergängen zu erfahren, buchbar beim Literaturhaus Rostock (www.literaturhaus-rostock.de).
Innehalten in der Barlach-Stadt Güstrow
In Güstrow erfahren Kunstliebhaber mehr über den Bildhauer und Schriftsteller Ernst Barlach. Fast 30 Jahre hat der Künstler hier gelebt und gearbeitet. Im Nordschiff des imposanten Güstrower Doms, einem Meisterwerk der Backsteingotik, halten Gäste unter dem bekannten “Schwebenden” inne, dem Ehrenmal für die Opfer des Ersten Weltkrieges. Weiter führt der Rundgang über den Marktplatz mit seinen Bürgerhäusern verschiedener Stilepochen zur Gertrudenkapelle, in der weitere Skulpturen von Ernst Barlach zu bewundern sind. Anschließend können sich Besucher in Barlachs Atelier, das er 1931 bezog, mit Leben und Werk es Künstlers vertraut machen. Termine für diese und andere Themenführungen können mit dem Fremdenverkehrsverein Güstrow vereinbart werden. Öffentliche Stadtrundgänge finden noch bis Ende Oktober täglich um 11.00 Uhr statt. Informationen: www.guestrow-tourismus.de
Schinderweg und Schlossensemble: Führungen per Rad und Bus
Für Pedalritter hält das Radfahrerland Mecklenburg-Vorpommern das Passende bereit. Ein gut ausgebautes Radwegenetz führt Entdecker auch vor die Tore der Hansestädte. Zusammengeschlossen zum Arbeitskreis Gutsdorfführer Vorpommern, begeistern erfahrene Reiseleiter Gäste beispielsweise auf der Radtour “Vom Schinderweg zum Emilsee” um den historischen Herrensitz Semlow. Ein zünftiges Picknick erwartet die Radler nach der Führung durch Schlossensemble und Dorfanlage, vorbei an Großsteingräbern und in den Pastorbusch. Ebenfalls im Programm: geführte Bustouren, beispielsweise zur historischen Dorfanlage Karnin oder nach Schloss Hohendorf. Touren und Kontakte finden Gäste unter www.gutsdorffuehrer.de.
Wismar: Schwedenzeit und Welterbe
In der Welterbe- und Hansestadt Wismar haben die Schweden während ihrer 155-jährigen Herrschaft von 1648 bis 1803 viele Spuren hinterlassen. Auf dem Stadtrundgang begegnen Gästen neben farbenfrohen Schwedenköpfen vielen Zeugnissen ihrer Vorherrschaft, beispielsweise dem alten Handelshaus “Alter Schwede”, das heute ein Hotel und eine Gaststätte beherbergt. Verschiedene Themenführungen wie “155 Jahre Schwedenzeit” sind nach Terminvereinbarung möglich. Allgemeine Führungen durch die Hansestadt finden bis Ende Oktober täglich um 10.30 Uhr und an Sonn- und Feiertagen zusätzlich um 14.00 Uhr statt. Nachzulesen sind Termine und Themen unter www.wismar.de.
Literarische oder Nachtwächterführungen, geführte Radtouren oder Ausflüge auf Kirchtürme bieten auch viele andere Städte und Gemeinden im Land. Zumeist wird auf der jeweiligen Webseite der Stadt oder des Ortes darauf hingewiesen. (Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern)
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