23. September 2008, Niederlande

Wandern auf dem Meeresboden

Schon lange ist Wieringen keine Insel mehr. Nachdem 1924 das Amsteldiep mit einem Deich abgeschlossen wurde, wurde die Insel hoch im Norden der Provinz Noord-Holland dem Festland einverleibt. Nun liegt die ehemalige Watteninsel inmitten des flachen Polderlands. Aber auch nach all den Jahren ist auf Wieringen noch immer die typische Inselatmosphäre zu spüren.

Das fängt schon bei der Landschaft an, die sich von dem Polder unterscheidet, der Wieringen umgibt: leicht hügelige, sich windende Wege und Straßen, gelegentlich noch Gartenwälle, die einst als Trennung zwischen Parzellen dienten. Wieringen hat auch einen eigenen Dialekt, das so genannte Wierings, sowie Spezialitäten wie das Gebäck „Jodenkoeken“, das vor allem während der jährlich stattfindenden Kirmes gegessen wird. Und natürlich ist das Wasser, von dem Wieringen an drei Seiten umgeben ist, überall präsent.

Drei Silberschätze aus dem 9. Jahrhundert wurden in jüngster Zeitz in Wieringen gefunden. Diese können im Wikingerinformationszentrum in Den Oever besichtigt werden. Dort entdecken Besucher auch, weshalb Wieringen zu den bevorzugten Inseln der Wikinger gehörte. Touristen sollten sich zudem Zeit für eine Wanderung nehmen: bei niedrigem Wasserstand können sie hier sogar auf dem Boden des Wattenmeers gehen. Und eine Kanufahrt auf dem Amstelmeer ist eine angenehme Art, diese geheime Insel zu entdecken.

(Presse Niederlande)



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