24. Oktober 2008, Vogelsberg

Abenteuer auf dem Vulkan

Nebelschwaden hängen zwischen den Bäumen. Langsam setzt sich die Sonne durch und malt dabei feine Strahlen auf den Waldboden. Die Hufe der fünf Islandponys lassen ein leises Schmatzen hören auf dem moorigen Untergrund. Wanderreiter auf der Suche nach Abenteuer, nach würziger Luft, einem Nieselregen, schroffen Felsen und Weitsichten.

Unter Führung des erfahrenen Wanderreiters Achim Rodinger vom Wanderreitbetrieb Fuchsbau wird es wahr. Er führt Gruppen von bis zu sechs Reitern durch den Vogelsberg, dem nach Fläche und Masse größten erloschenen Vulkan auf dem europäischen Festland, mitten in Deutschland, mitten in Hessen. Bis zu sieben Tage am Stück kann man buchen, das eigene Pferd mitbringen oder eines der tritt- und wetterfesten Islandponys besteigen. Wanderreiten mit Achim Rodinger ist nur ein Angebot der Reitbetriebe in der Region Vogelsberg. Dabei geht es ausschließlich ums Freizeitreiten, für Widereinsteiger, mit dem eigenen Pferd, für Kinder und Jugendliche, die mal Urlaub von den Eltern machen wollen. Selbst Projekttage mit Schulklassen werden angeboten.

Egal welches Angebot der Reitbegeisterte Urlauber wählt, Wanderritte, Sternritte, Ausritte bieten ihm Naturerlebnisse im ältesten Naturpark Deutschlands. „Das liberale Reitrecht in Hessen macht dies möglich“, ist Thomas Litzinger begeistert. Der Vorsitzende des Vereins Reitstationen Vogelsberg kümmert sich auch als Fachbeauftragter des Hessischen Reit- und Fahrverbandes um die Belange der Freizeitreiter.

„Liberal bedeutet, dass Reiten generell auf allen Wegen erlaubt ist, die nicht ausdrücklich Verbotsschilder aufweisen und bereitbar sind“, erläutert Litzinger. „Bereitbar ist ein fester, mindestens zwei Meter breiter Weg, auf dem die Hufe nicht mehr als einen Zentimeter in den Boden eindrücken.“

Sensibilität für die geschützte Natur ist dennoch oder gerade deshalb gefordert. Naturschutz und Freizeitreiten schließen sich nicht aus, sondern harmonieren, solange der Reiter den Respekt vor der Natur, seltenen Pflanzen und Tieren und den besonders geschützten Gebieten behält.

Und dass dies im Vogelsberg besonders gut funktioniert, zeigt das dichte Netz der Reitstationen. Betriebe, die nicht nur den Reiter sondern auch sein Pferd gerne aufnehmen, Bett und Stall bieten und eine Gaststube zum verweilen. Beste Voraussetzungen für Freizeitreiter, die ihre Tour gerne selbst planen und ein großes Gebiet kennen lernen möchten. Die Reit-Stationen-Karte Vogelsberg ist dafür die richtige Planungshilfe. Sie erschien schon in der dritten Auflage und bietet neben der Karte mit den eingezeichneten Betrieben auch einen Leistungskatalog. So ist auf den ersten Blick zu erkennen, welcher Betrieb was bietet. (VB Touristik)



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