8. November 2008,

Fahrrad soll Verkehrsträger der Zukunft werden

Zu seiner 29. Bundeshauptversammlung in Dortmund fordert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Bund, Länder und Kommunen auf, den Radverkehr stärker zu fördern. „Das Fahrrad als gesundheitsförderndes Null-Emissions-Fahrzeug muss noch viel deutlicher als bisher ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. Nur so ist eine umweltgerechte Gestaltung der Mobilität auch für kommende Generationen möglich“, so der ADFC-Bundesvorsitzende Karsten Hübener.

Eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit für das Fahrrad fordert auch der Maßnahmenplan zum Zweiten Fahrradbericht der Bundesregierung. Der ADFC geht einen Schritt weiter und schlägt vor, den Kauf von neuen und sicheren Fahrrädern staatlich zu fördern. „Eine Million neue Räder, über fünf Jahre mit wenigen hundert Euro pro Stück gefördert, das ist eine realistische Forderung“, sagt Hübener. So könnten die vom motorisierten Verkehr verursachten Kosten gesenkt und die städtische Lebensqualität durch weniger Lärm und Abgase auf Dauer erhöht werden.

Um den Radverkehrsanteil nachhaltig zu erhöhen, fordert der ADFC zudem, rechtliche Hindernisse schnellstmöglich zu beseitigen. Im Bundes- und Landesrecht müsse der Grundsatz festgelegt werden, dass die Anforderungen des Radverkehrs bei allen relevanten Planungen angemessen zu berücksichtigen sind. Für den Bau von Radverkehrsanlagen sollen die vorhandenen hohen Standards verbindlich im Straßenbaurecht verankert werden.

Verbesserungsbedarf sieht der ADFC auch bei der Deutschen Bahn: Deren schnelle ICE-Flotte ist bislang nicht für die Mitnahme von Fahrrädern ausgerüstet. Die Bahn weigert sich hartnäckig, einen EU-Beschluss umzusetzen, der für alle Züge die Möglichkeit zur Fahrradmitnahme vorsieht. Immer mehr fahrradfreundliche IC-Züge werden durch ICE-Züge ersetzt. „Ganze Regionen werden auf diese Weise vom Fahrradtourismus abgekoppelt“, so Hübener.

Dabei macht auch der Zweite Fahrradbericht der Bundesregierung deutlich, dass die Potenziale des Fahrradtourismus noch nicht ausgereizt sind. Um Klima schonendes Reisen noch stärker zu fördern, muss laut Karsten Hübener auch der Ausbau eines bundesweiten Radroutennetzes – des D-Netzes – energisch vorangetrieben werden: „Das D-Netz als deutschlandweites Netz von Premiumradrouten muss endlich aus der Planungsphase heraus und zum real erfahrbaren Vorbild für andere Radfernwege in Deutschland und Europa werden“, so Hübener.

Auf der ADFC-Bundeshauptversammlung am 8. und 9. November 2008 legen die rund 150 Delegierten aus ganz Deutschland die politische Richtung des Verbands fest und beraten sich zu aktuellen Themen wie Klimaschutz, Verkehrspädagogik und Verkehrssicherheit. Ebenso wird ein neuer Bundesvorstand für zwei Jahre gewählt. (ADFC)



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