14. Dezember 2008, Guatemala

Weihnachtstradition in Guatemala

In der Weihnachtszeit pflegt man in Guatemala eine besondere Tradition: In der Zeit vom 15. bis zum 23. Dezember trägt jeweils eine Gruppe von Einheimischen ein Bildnis von Maria und Josef durch die verschiedenen Stadt- und Ortsteile, und stellt die Herbergssuche des Heiligen Paars nach. Während dieser Wanderung tragen die Beteiligten traditionelle rote Farolitos (Lampions) und schlagen in gleichmäßigem Takt auf Schildkrötenpanzer, Chinchines (Rasseln) und Trommeln.

An diesen neun Tagen gehen sie jeweils zu einem anderen Haus, um dort singend um ein Lager für Maria und Josef zu bitten. In den einzelnen Häusern hat man zu diesem Anlass einen Altar hergerichtet. Nach einer kleinen Zeremonie gestattet der Hausherr der Gruppe einzutreten. Es wird gebetet und gesungen, und der Gastgeber serviert seinen Besuchern landestypische Speisen wie „chuchitos“ oder „tamales“ und einen hausgemachten Fruchtpunsch. Das Bildnis des Heiligen Paares verbleibt für eine Nacht in dessen Heim.

Der spanische Mönch Bruder Pedro de Betancurt führte im 17. Jahrhundert diesen weihnachtlichen Brauch ein, um an die Reise von Maria und Josef nach Jerusalem und die Geburt Jesus in Bethlehem zu erinnern. Bis heute wird diese Tradition gepflegt.

Reisende in Guatemala können in der Weihnachtszeit mit Sicherheit an dem einen oder anderen Ort diese schöne Gepflogenheit beobachten. Nähere Informationen findet man unter www.visitguatemala.com. (ags)



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