21. Februar 2009, Äthiopien

Yeha, die Wurzeln Äthiopiens

Yeha in der Provinz Tigray, im äußersten Norden Äthiopiens gilt als älteste Siedlung des Landes und ist vor allem wegen seines Tempels aus vor-axumitischer Zeit einen Besuch wert. Schriftlich wurde der Ort zum ersten Mal im frühen 16. Jahrhundert von dem portugiesischen Entdeckungsreisenden Francisco Alvares erwähnt, der wie viele vor und nach ihm von der imposanten Konstruktion des Bauwerks fasziniert war.

Die Datierung des Tempels schwankt zwischen 300 oder 800 vor Christus. Das imposante Gemäuer, das mit seinen Ornamenten aus Steinböcken und Halbmonden an vorchristliche Bauten im Jemen oder Regionen Süd-Arabiens erinnert, besteht aus bis zu drei Meter langen Steinblöcken. Das Mauerwerk steht teilweise noch bis zu einer Höhe von zwölf Metern. Eine Legende besagt, dass Menelik I., Sohn der Königin von Saba, die Heilige Bundeslade mit den Zehn Geboten, welche er aus Jerusalem mitgebracht hatte, für einige Zeit in Yeha aufbewahrte, bevor sie ins nahe gelegene Axum gebracht wurde. Neben dem Tempel befindet sich eine Kirche, in der Inschriften in südarabischen Schriftzeichen -Vorgänger der äthiopischen Schrift – zu bestaunen sind. Grabungen in der Umgebung brachten bedeutende Funde ans Licht, die sich heute im Nationalmuseum von Addis Abeba befinden und beeindruckende Zeugen der uralten Geschichte des Landes sind.

Ethiopian Airlines fliegt täglich von der Hauptstadt Addis Abeba nach Axum. Yeha erreicht man von dort nach eineinhalbstündiger Autofahrt durch das landschaftlich faszinierende Hochland.



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