16. März 2009, Sauerland

Schneeballschlacht-Weltmeisterschaft auf dem Winterberg

Eine ungeheure Wurffrequenz, ein ordentliche Wucht im Ärmel und eine Ausdauer, die nur hartes Training schafft – so lautet das Erfolgsrezept für die Teams, die es im Schneeball-Wurfsport ganz nach oben bringen wollen. Einfach unschlagbar scheinen die alten und neuen Weltmeister zu sein. Bei der ISOSTEEL Schneeball-Schlacht WM in der Ferienwelt Winterberg siegten erneut die Aua-Handballer aus Menden.

Bei bis zu 180 Trefferpunkten pro Spiel und 110 Stundenkilometern Spitzengeschwindigkeit prasselten die Schneebälle wie weiße Geschosse auf die Gegner ein. Dem hatten nur ganz wenige Werferteams etwas entgegenzusetzen. Wacker geschlagen haben sich die 48er aus Verl, die ebenfalls auf eine mehrjährige Schneeball-Schlacht-WM-Erfahrung zurückblicken. Sie eroberten einen ruhmreichen Vizeweltmeistertitel. Im Kampf um den dritten Treppchenplatz besiegten die Hau do Jus aus Wuppertal knapp die die Flying Balls aus Arnsberg, die als komplette Neulinge in die Weltmeisterschaft eingestiegen waren.

Das Erfolgsrezept der dreifachen Titelträger ist laut Aua-Handballer Felix Zenka ganz einfach. „Wir sind drei Freunde, ein gutes Team, als Sportstudenten stimmt bei uns die Kondition und außerdem macht es einfach Spaß.“ Anfängliche Befürchtungen, nach dem Hattrick wollten sich die Titelträger zur Ruhe setzen weist er zurück. „Wir werden nächstes Jahr wieder antreten, das gebietet ja schon die Ehre.“ Mittlerweile zu Ikonen des Schneeball-Wurfsports avanciert, seien sie sich ihrer Verantwortung bewusst.

Geboten wurden großer Sport und starke Leistungen. So manches Team musste davor kapitulieren. Da nutzte es auch nichts, nach Beistand von oben zu rufen. Weder die Gebete vor einem David-Hasselhoff-Schrein, noch das mahnend erhobene Bild der Bundeskanzlerin verschafften den Teams einen nennenswerten Vorsprung.

Bei allen noch so brillanten sportlichen Leistungen stand der Spaß bei der Schneeball-Schlacht WM ganz klar im Vordergrund. Bunte Bermudashorts im weißen Schnee, Männer in Krankenschwesterkostümen, rosa Plüschhasen und flammende Schneebälle auf weißen Teamanzügen zeigten das ganz klar. Unterstützt von lautstarken Fanclubs erreichte die Stimmung einen Höhepunkt nach dem anderen und machte eine Niederlage schnell vergessen. Dabei sein ist schließlich alles.

„Mit der Schneeball-Schlacht WM endet für die Ferienwelt Winterberg eine Top-Winterveranstaltungs-Saison“, erklärt Tourismusdirektor Michael Beckmann. „Fünf Events mit größtenteils enormer Strahlkraft haben wir bei uns ausrichten dürfen. Dazu gehörten der Bob- und Skeleton Weltcup, der Rennrodel Weltcup, die Wok WM, das Chill-and-Destroy Snowboard-Festival und die Schneeball-Schlacht Weltmeisterschaft. Das kann kaum ein anderer Wintersportort bieten.“

Angefeuert von rund 5.000 Zuschauern gingen in Winterberg 30 Teams zu je drei Werfern an den Start. Hauptsächlich aus Nordrhein-Westfalen und Hessen kamen die Teilnehmer. Zudem waren Werfer aus Belgien und den Niederlanden am Start. Die Zahl der eingegangenen Bewerbungen lag bei rund 150. Nach drei erfolgreichen Veranstaltungen soll es darum auch 2010 wieder eine Schneeball-Schlacht Weltmeisterschaft geben. Noch größer und noch internationaler als die bisher dagewesenen Events.

Hintergrund:
Rund 30 Werferteams zu jeweils drei Personen gehen bei der Schneeball-Schlacht WM mit Helm, Brille und Handschuhen an den Start. Das Schlachtfeld ist fünf mal zehn Meter groß und in der Mitte durch eine Absperrung getrennt. Die Spielzeit beträgt zwei mal drei Minuten, nach der ersten Hälfte wechseln die Teams die Seiten. Je zwei Teams treten im K.o.-Verfahren gegeneinander an. Der Sieger kommt eine Runde weiter. Alle Treffer am Körper des Gegners, auch Streifschüsse, zählen. Schiedsrichter beobachten das Geschehen genau und notieren jeden Punkt. Ausweichen, täuschen und ducken sind erlaubt. Weitere Informationen unter www.schneeball-schlacht.de. (Redaktionsbüro Susanne Schulten)



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