17. März 2009, Andalusien, Reisereportagen

Die maurische Fajalauza-Keramik von Granada

Die Keramik, die heute in Granada und in Ortschaften der Provinz wie Jun, Cortes de Baza, Monachil und Órgiva hergestellt wird, geht auf Techniken, Modelle und Ornamente der maurischen Nasriden-Epoche zurück. Nach der Reconquista passten die christlichen Handwerker ihre Produktion an und fertigten getreue Nachbildungen an, woraus eine üppige Herstellung hervorging. Bei der Herstellung der Tonwaren spielen die Dekoration, Farbe und Textur eine bedeutende Rolle.

Eine der Keramiken, mit denen sich Granada am meisten identifiziert, ist die sogenannte Fajalauza. Der Name kommt von dem mittelalterlichen Tor, das zum traditionellen Viertel der Töpfer führte, wo schon im 16. Jh. diese Kunstwerke hergestellt wurden. Der Herstellungsablauf ist seit dieser Zeit fast gleich geblieben; die vielfarbigen Keramikstücke haben sich nur geringfügig verändert. Nach dem Drehen per Hand werden sie zum ersten Mal gebrannt, danach in ein Zinnoxidbad gegeben, um den weißen Bodenbelag zu fixieren und dann mit Kobaltoxid und Kupfer emailliert. Dadurch erhalten die Stücke ihre blauen und grünen Farbtöne. Der ganze Prozess schließt mit einem dritten Brennvorgang ab, für den die Teller, Weinkrüge, Schalen, Kacheln oder andere Gefäße vorher mit der Silhouette von Granada, Vögeln oder Blumenmotiven versehen werden.

Seit dem Ende des 19. Jh., als Spanien durch den Verlust der letzten Kolonien in eine tiefe Krise gestürzt wurde, versuchten Künstler und Intellektuelle wie Ángel Ganivet, Manuel de Falla oder Federico García Lorca den Verlust der Größe Spaniens durch die Rückbesinnung auf die Volkskultur wettzumachen. Dadurch erfuhr das von maurischen Traditionen geprägte Kunsthandwerk granadinischer Künstler eine starke Wiederaufwertung. Man kehrte in der Fajalauza-Kunst zu den alten Techniken zurück, die sich in den Metallreflexen der Lüsterkeramik und der von Medina Azahara, inspirierten Kalifen-Keramik widerspiegelt.

Besonders schöne Exemplare der Fajalauza-Keramik lassen sich in Granada im arabisch beeinflussten Stadtviertel Albaicin, in der Alcaicería und an der Cuesta de Gomerez finden.
www.turgranada.es. (Tourspain)



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