3. April 2009, Imst-Gurgltal

Imster Jazzfestival

Stargast des 7. TschirgArt Jazzfestival Imst vom 11. bis 19. April ist Stimmkünstler Al Jarreau, aber auch die Konzerte von Andreas Vollenweider, Sophie Hunger, Valerie, US3, Timna Brauer und Hannes Beckmann werden mit Spannung erwartet. Das Imster Jazzfestival startet wieder mit einer „Jazz in Town“-Nacht. Am Ostersamstag, 11. April, spielen in den Imster Innenstadtlokalen Nachwuchsbands aus Tirol und Österreich bei freiem Eintritt. Eine ideale Einstimmung auf den ersten Festivaltag.

Am Ostermontag, 13. April, gibt die britsche Acid-Jazz-Band US3 ihr erstes Tirol-Gastspiel. Seit ihrem Debütalbum „Hand On The Torch“ mit dem Super-Hit „Cantaloop Island“ (Cover der Herbie Hancock-Nummer „Cantaloupe Island“) sind US3 in aller Munde. Ein Meilenstein in Sachen Hip-Hop-Jazz. Das Album gleicht einem Streifzug durch die Archive des Blue Note Labels, denn US3 nahmen sich diverser Jazz-Klassiker an und veredelten sie mit Raps und Hip Hop-Beats. Ähnlich auch wieder die Vorgangsweise zu ihrem neuen Album „stop.think.run“, das die achtköpfige Band in einem mitreißenden Konzert in Imst präsentieren wird. Supportet werden US3 von der Landecker Band Viva la Muerte. Hier werden musikalische Scheuklappen abgelegt und verschiedenste Musikrichtungen zu einer vereint. Gitarrensound meets Hip Hop meets anderer Planet!

Am Donnerstag, 16. April, gibt es bereits am Nachmittag ein Eltern- und Kinderkonzert von Timna Brauer, in dem sie mit ihrem Lebenspartner Elias Meiri „Kinderlieder aus Europa“ vorstellt. Am Abend präsentiert dann das Timna Brauer & Elias Meiri Ensemble „Songs from Jerusalem“. Einerseits wird darin der Reichtum jüdischer Musiktradition zelebriert, andererseits Querverbindungen zu christlichen und muslimischen Gesängen aufgezeigt. Das zweite Konzert bestreitet Geiger Hannes Beckmann, der mit einer siebenköpfigen Band anreist. Der Bogen spannt sich von den Klängen der Sinti, von Klezmer über Jazz, klassisch-mitteleuropäische Musik, Tango Nuevo bis hin zu orientalischen Melodien und treibenden arabischen Rhythmen.

Am Freitag, 17. April, haben die SongwriterInnen das Wort. Sophie Hunger, Newcomerin aus der Schweiz, wird hier ebenfalls ihr erstes Konzert in Tirol geben. Romantik ohne Pathos, Melancholie ohne Wehleidigkeit – mit ihrer charismatischen Stimme lebt Sophie Hunger ihre Musik zwischen Folk und Soul mit jeder Faser ihres Körpers – darum kommt sie auch ganz ohne Effekthascherei aus. Mit ihrem neuen Album “Monday’s Ghost” katapultierte sie sich gleich auf den ersten Rang der eidgenössischen Charts. Das Verblüffende daran ist, dass Sophie dieses Kunststück nicht etwa mit am Reißbrett entworfenem Format-Pop vollbrachte, sondern mit eigenwilligen, manchmal fast schon widerborstig zu nennenden Nummern, die stilistisch zwischen folkiger Singer/ Songwriter-Tradition, atmosphärischem Jazz, Indie-Pop und balladeskem Soul mäandern.
Das zweite Konzert an diesem Abend bestreitet mit Valerie eine nicht minder interessante Künstlerin aus der Alpenrepublik. Mit „Mädchen“ polarisierte sie 2008 Publikum und Medien, entfachte eine lebhafte Diskussion rund um das ewige Thema Frau & Mann und blieb zwei Monate in den Charts. Mit „Picknick“ legte sie dann eines der schönsten und selbstbewusstesten heimischen Alben der letzen Jahre vor und fuhr damit großartige Kritiken ein. Nach intensiver Studioarbeit ist nun das neue Album fertig, die erste Single „Es geht nicht“ läuft bereits im Radio. In Imst wird Valerie erstmals die neuen Songs präsentieren.
Als Opener an diesem Abend wird der gebürtige Innsbrucker Pianist und Songwriter Martin Klein eine Kostprobe seines Könnes geben.

Am Samstag, 18. April, dann der Höhepunkt des 7. TschirgArt Jazzfestivals: AL JARREAU & BAND. Der 7-fache Grammygewinner, der diese als einziger überhaupt in 3 verschiedenen Vocal-Kategorien gewann, vermischt Jazz, Pop und Rhythm’n’Blues wie kein zweiter und präsentiert endlich auch in Tirol seine einzigartige Stimmgewalt. Geboren am 12. März 1940 in Milwaukee singt er bereits im Alter von 4 Jahren in der heimischen Kirche sein erstes Solo. Das Debütalbum „We Got By“ erscheint 1975 und bereits ein Jahr später tritt er auf europäischen Bühnen auf und zieht mit seiner atemberaubenden Stimme jeden in seinen Bann. Diese Tour wird ein triumphaler Erfolg und bringt AL JARREAU sofort an die Spitze der Jazz-Vocal-Stars. In den USA erhält er 1977 seinen ersten Grammy für die beste Jazz Vocal Performance für sein Album „Look To The Rainbow“, zwei weitere 1978 für „All Fly Home“ und 1981 für das millionenfach verkaufte Album „Breakin’ Away“. In der Kategorie R’n’B wird er 1992 für „Heaven And Earth“ ausgezeichnet. Nach einigen weiteren Veröffentlichungen, u.a. dem sensationellen Livealbum „Tenderness“ wird es einige Zeit ruhiger um ihn. Nach einem Labelwechsel kehrt AL JARREAU 2004 mit dem Jazzalbum „Accentuate the positive“ eindrucksvoll zurück. Zusammen mit George Benson veröffentlicht er 2006 „Givin’ It Up“ und verzaubert erneut alle Welt. Im 18. April diesen Jahres kommt AL JARREAU mit seinem neuen Album „Love Songs“ zum TschirgArt Jazzfestival nach Imst.
Als Opener an diesem Abend spielt der in Wien lebende brasilianische Gitarrist Alegre Correa mit Band.

Am Sonntag, 19. April, dann der Abschluss des Jazzfestivals: Der Schweizer Harfist Andreas Vollenweider gibt eines seiner seltenen Konzerte in Österreich. Mehr als 15 Millionen Tonträger in 47 Ländern, Grammy Award und Grammy Nominationen, 3432 Konzerte in den renommiertesten Konzerthäusern rund um den Erdball… das alles sind nur die Zahlen hinter der faszinierenden Geschichte von Andreas Vollenweiders Musik. Das neue Album „AIR“ ist die aktuellste Episode dieser Geschichte. Auf „AIR“ lassen sich keine fliegenden Synthesizer-Meditationsteppiche finden, alles ist live gespielt von herausragenden Musikern, denen es nicht um akrobatische und geschwätzige Virtuosität geht und die wissen, dass man viel freien Raum lassen muss, damit sich in den Pausen, zwischen den Tönen, eine geheimnisvolle Spannung aufbauen kann. „AIR“ trifft den Nerv unserer Zeit, indem es ein wirksames Mittel anbietet gegen die Atemlosigkeit.
Vor mehr als drei Jahrzehnten hat Vollenweider das Harfenspiel neu erfunden. Es gibt diesen Sound nur einmal auf dieser Welt. Auf „AIR“ tritt er mit seinem Instrument aus der Begleitfunktion heraus in den Vordergrund. Weitgehend ohne die großflächigen, orchestralen Klanglandschaften lässt sich die Subtilität, Raffinesse und Musikalität seines innovativen Spiels wirklich erkennen. Die zusätzlichen Instrumente wie Schlagzeug, Perkussion, Lap Steel Gitarren, Flügelhorn, Bariton Saxophon oder Ocarina und Stimmen sind äusserst sparsam eingesetzt und hochsensibel gespielt.

Alle Veranstaltungen finden im Stadtsaal Imst statt. Al Jarreau spielt im Glenthof Imst. Beginn jeweils um 20 Uhr. Tickets gibt es bei allen Raiffeisenbanken, alle Informationen unter www.artclubimst.at. (TV Imst-Gurgltal)



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