9. April 2009, Tirol

Was haben Hauben mit Pizza zu tun?

Wo gehts hier bitte zur 2-Hauben-Pizzeria? Die Antworten auf diese Frage im Osttiroler Matrei sind wenig hilfreich, nicht einmal in Sichtweite der Tennisanlage. Doch genau dort verbirgt sich die Pizzeria Saluti, und die kennt natürlich jeder. Keine andere in Österreich trägt eine so hohe Auszeichnung. Und Wirt Ernst Moser kennt die Standard-Frage: Was ist denn der Unterschied zwischen einer Hauben-Pizza und einer normalen Pizza? Gewaltig! Einfach probieren!

Wie es dazu kam
Beim Studium aktueller Werte der Gästebefragung „Tourismus Monitor Austria“ für Osttirol gabs für die Tourismus-Verantwortlichen kalt-warm: Von den rund 11.000 auskunftsfreudigen Österreich-Urlaubern waren 96 Prozent mit der Landschaft d´accord, beim Essen allerdings nur 7 Prozent. Erste gute Idee: Ein Treffen der sieben Haubenwirte auf Initiative von Josef Kreuzer – einer von ihnen. Schließlich hat keine andere „Provinz“ in Österreich so viel davon. Und die sieben können an den sieben Prozent nicht schuld sein, hatten aber Verbesserungsvorschläge. Nächste gute Idee: Ein Treffen am Tristacher See zur Klärung der Frage, wie denn praktische Umsetzungen aussehen könnten. Nur die Verknüpfung von Vorzeige-Betrieben mit einem sinnigen Leitfaden überschreitet internationale Wahrnehmungsschwellen, meinte Osttirol-Werber und Moderator Helmuth Micheler. Das soll auch einen „Qualitäts-Sog“ von unten nach oben auslösen. Mitten im Strategiegespräch an einem August-Wochenende 2008 bogen ein paar knatternde Teilnehmer einer Oldtimer-Rallye um die Kurve – und schon war die Überschrift geboren.

Die Gastgeber der Haubenrallye
Das Parkhotel am Tristacher See – 5 Kilometer von Lienz entfernt – bietet einen kleinen Badesee mit Trinkwasserqualität direkt vor dem Haubenrestaurant und eine beachtliche Fischzucht gleich hinter dem Viersternehotel (dort Ende der Straße). Gastgeber Josef Kreuzer erklärt, was sich in den Teichen mit Fließwasser so alles tummelt: Karpfen, Saibling, Forelle und sein Liebling, der Huchen. Der Riese frisst nur Fisch und ist gebraten in brauner Butter mit Dillkartoffel auch bei den Gästen sehr beliebt. So direkt an der Quelle bietet sich alternativ Fischconsommé mit Lebernockerl vom Alpenlachs oder Karpfen „blau“ mit frischem Kren (Rettich) an. Auf Wunsch können Gäste selber Hand an die Angel legen (nach Anmeldung). Die passenden Weine zum Fisch stammen aus der Wachau, dem Kremstal und aus dem Burgenland.

Auch für die Familie Mühlmann vom Gannerhof in Innervillgraten spielt das Prinzip der kurzen Wege eine maßgebliche Rolle. Ins Bauernhof-Ensemble mit seiner 300-jährigen Geschichte kommt nur Natur rein – Matratzen und Decken aus Wolle von Villgratener Schafen, Lampen und Beschläge vom örtlichen Kunstschmied Toni Steidl und sogar Dämmstoffe und Trittschall-Dämmung sind aus heimischer Wolle gefertigt. Im Stammhaus „Villgrater Natur“ ist dies genauso nachvollziehbar wie in der Schmiede Steidl – auf Wunsch werden dort Vorspeisen wie weiße Rübensuppe mit Osttiroler Zimt und Milchschaum serviert (Anmeldung erforderlich). Und die Vorführung der historischen „Wegelate Säge“ lässt sich gut mit einer Schnapsverkostung auf der Almwiese verbinden. Die Schwarzer Brennerei mit Sitz in Lienz mischt weder Zucker noch Aromastoffe bei und produziert nur 4000 Liter pro Jahr. (osttirol)



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