12. Mai 2009, TUI

TUI verringert Konzernverschuldung durch Hapag-Lloyd-Verkauf

Die TUI AG hat nach dem mehrheitlichen Verkauf der Hapag-Lloyd AG im ersten Quartal 2009 ein deutlich positives Konzernergebnis erzielt und die Verschuldung des Konzerns damit reduziert. Nach einem saisonbedingt üblichen negativen Konzernergebnis von rund 279 Millionen Euro im Vorjahr wurde aufgrund des Buchgewinns in Höhe von 990 Millionen Euro infolge der Desinvestition der Schifffahrt ein Konzerngewinn von rund 415 Millionen Euro erwirtschaftet. Gleichzeitig wurde die Nettoverschuldung von 4,1 Milliarden Euro zum 31. Dezember 2008 auf aktuell 2,6 Milliarden Euro reduziert. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie stieg von – 0,69 auf 2,18 Euro. Für das Gesamtjahr erwartet die TUI ein positives und gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessertes Konzernergebnis. Bei einem erwarteten stabilen Geschäft in der Touristik tragen hierzu geringere Integrationsaufwendungen in der Touristik und der realisierte Buchgewinn aus dem Verkauf der Containerschifffahrt bei.

Operativ hat sich das touristische Geschäft im ersten Quartal 2009 im Rahmen der Erwartungen entwickelt. Das operative Ergebnis fiel im Vergleich zum Vorjahresquartal niedriger aus. Ursachen hierfür waren das im Vorjahresvergleich fehlende Ostergeschäft und negative Sondereinflüsse bei TUI Travel insbesondere in Frankreich und Skandinavien. Der Umsatz der Touristik sank infolge der geplanten Absenkung der Kapazitäten bei TUI Travel um knapp 15 Prozent auf rund 3,1 Milliarden Euro (Vorjahr 3,6 Milliarden Euro). Das bereinigte EBITA der Touristiksparte ging um 25 Prozent auf – 276 Millionen Euro zurück (Vorjahr – 221 Millionen Euro). Die Entwicklung in der Schifffahrtssparte war erwartungsgemäß von den sich verschärfenden Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise geprägt. Der Umsatz der Sparte ging um rund 23 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro zurück (Vorjahr 1,4 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis sank von rund 18 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf aktuell – 222 Millionen Euro.

Detailentwicklung Touristik

TUI Travel
Der Umsatz der TUI Travel nahm im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 16 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro ab (Vorjahr 3,5 Milliarden Euro). Grund für den Rückgang waren die im Mainstream-Segment vorgenommenen Kapazitätskürzungen sowie der im Vorjahresvergleich schwächere Wechselkurs des britischen Pfunds gegenüber dem Euro. Gleichzeitig spiegelt sich der Ostereffekt in der Entwicklung wider. Das margen- und umsatzstarke Ostergeschäft fällt im laufenden Geschäftsjahr ins zweite Quartal.

Das operative Ergebnis fiel im ersten Quartal saisonbedingt negativ aus. Das bereinigte EBITA ging um rund 20 Prozent auf – 289 Millionen Euro (Vorjahr – 240 Millionen Euro) zurück. Neben dem fehlenden Ostergeschäft liegt die Ursache für den Ergebnisrückgang vor allem in politischen Unruhen, die das Geschäft in Frankreich sowie in Skandinavien belasteten. Negativ auf das Geschäft in Frankreich wirkten sich politische Unruhen in Madagaskar und auf den französischen Antillen aus. Die skandinavischen Veranstalter der Gruppe waren von den Unruhen in Thailand betroffen.

Durch ein aktives Kapazitätsmanagement konnte der erwartete Nachfragerückgang aufgrund der Wirtschaftskrise abgefedert werden. Die Preisqualität und die Auslastung der fest eingekauften Kapazitäten wurden trotz rückläufiger Buchungen auf hohem Niveau gehalten.

Im ersten Quartal waren bei TUI Travel Sondereffekte in Höhe von insgesamt 75 Millionen Euro zu bereinigen.

TUI Hotels & Resorts
Der Hotelbereich des Konzerns konnte den Umsatz im ersten Quartal um 2 Prozent auf rund 96 Millionen Euro steigern (Vorjahr 94 Millionen Euro). Das operative Ergebnis entwickelte sich nahezu stabil und lag bei 12,7 Millionen Euro (Vorjahr 13,2 Millionen Euro). Die durchschnittliche Kapazität über alle Hotelmarken wuchs um 5,6 Prozent. Der durchschnittliche Erlös pro Bett konnte um 6 Prozent gesteigert werden.

Kreuzfahrten
Der Bereich Kreuzfahrten verzeichnete im ersten Quartal mit 58 Millionen Euro eine stabile Umsatzentwicklung auf Vorjahresniveau. Das nahezu ausgeglichene operative Ergebnis von – 0,1 Millionen Euro (Vorjahr 6 Millionen Euro) war belastet durch anteilige Vorlaufkosten für TUI Cruises sowie den Abbruch einer Antarktisreise eines Schiffs von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten.

Detailentwicklung Containerschifffahrt (Aufgegebener Geschäftsbereich)
Der Umsatz der Ende März mehrheitlich verkauften Containerschifffahrt nahm im ersten Quartal um 23 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro ab (Vorjahr 1,4 Milliarden Euro). Das bereinigte Ergebnis des Bereichs fiel um 240 Millionen Euro auf – 222 Millionen Euro (Vorjahr 18 Millionen Euro). Der Rückgang bei Umsatz und Ergebnis ist zurückzuführen auf eine um 15 Prozent rückläufige Transportmenge und ein um 14 Prozent gesunkenes Frachtratenniveau. Dem gegenüber stand ein um 13 Prozent höher notierender US-Dollarkurs im Vergleich zum Euro.

Ausblick
Für das Kerngeschäft Touristik erwartet die TUI insgesamt einen rückläufigen Umsatz aufgrund eines niedrigeren Geschäftsvolumens und eines weiterhin schwachen Kurses des britischen Pfunds. Für das operative Ergebnis der Touristik wird mit einer insgesamt stabilen Entwicklung gerechnet.

Die Buchungen für die Sommersaison entwickeln sich derzeit bei TUI Travel erwartungsgemäß. Die Zahl der Gäste für die Sommersaison liegt 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau und die gebuchten Umsätze liegen 13 Prozent unter dem Vergleichswert. Gleichzeitig hat TUI Travel die Kapazitäten um 14 Prozent gesenkt. Diese aktive Kapazitätssteuerung hat sich in der Wintersaison bewährt und soll auch im Sommer dazu beitragen, die Preis- und Auslastungsziele zu erreichen. Den im ersten Quartal angefallenen Sondereffekten stehen im weiteren Jahresverlauf nachhaltige Synergien aus der Integration gegenüber. Insgesamt wird daher – unter der Voraussetzung eines guten Sommergeschäfts – ein leicht verbessertes Ergebnis erwartet. Für TUI Hotels & Resorts wird weiterhin mit einer stabilen Ergebnisentwicklung gerechnet. Inwieweit sich die Auswirkungen der Schweinegrippe auf TUI Travel und das Hotelgeschäft auswirken werden, kann derzeit noch nicht abschließend eingeschätzt werden. Das Ergebnis des Kreuzfahrtbereichs wird aufgrund der anteiligen Vorlaufkosten für TUI Cruises deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen.

Für die Containerschifffahrt wird mit einem deutlichen Ergebnisrückgang infolge der Weltwirtschaftskrise gerechnet. Das ab dem zweiten Quartal in den Konzernabschluss einzubeziehende Equity-Ergebnis der Hapag-Lloyd wird daher negativ ausfallen.

Insgesamt wird für das Geschäftsjahr 2009 dennoch ein positives und gegenüber dem Vorjahr ein deutlich verbessertes Konzernergebnis erwartet. Gründe sind die geringeren Integrationsaufwendungen in der Touristik und der Buchgewinn aus dem Verkauf der Containerschifffahrt. (TUI AG)



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