13. Mai 2009, Zugspitzregion

Zugspitze: Gletscher im Sommerschlaf

Ab 8. Juni 2009 beginnt wieder das spektakuläre Abdecken des Zugspitzplatts und damit der Sommerschlaf des Gletschers. Sobald das Wetter mitspielt, wird ein Teil des Eismassives auf Deutschlands höchstem Berg wieder eingepackt und so gegen Sonneneinstrahlung, Regen und Temperaturen in der warmen Jahreszeit geschützt. Bereits zum 17. Mal lassen die Verantwortlichen der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG die Eismassen mit Matten und Planen abdecken, um ein übermäßiges Abschmelzen zu verhindern.

Während in den vergangenen Jahren teilweise schon Anfang Mai mit der Abdeckung begonnen wurde, rücken die Planen-Ausleger dieses Jahr um Wochen später an. Grund dafür sind die Schneemassen, die in der Wintersaison 2008/2009 auf der Zugspitze gefallen sind und die als natürliches Schutzschild dienen. Durch gezieltes „Snow-Farming“, also durch Errichtung von Schnee-Wällen, die dem Wind die Geschwindigkeit nehmen und den Schnee dahinter anhäufen, konnte die weiße Pracht gleichmäßig über den Gletscher verteilt werden. Zusätzlich wurden die Schneemengen, die an den Hängen rund um das Zugspitzplatt liegen, mit Pistenraupen auf die Gletscherfläche geschoben. „Bei den derzeit noch vier Metern Schnee auf dem Gletscher ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass sich durch den Druck eine weitere Eisschicht bildet“, so Frank Huber, Betriebsleiter des Skigebiets Zugspitze. Zu dieser großflächigen natürlichen Schutzabdeckung durch Schnee kommen nun noch LKW-Planen hinzu, die wie ein Pflaster für den Gletscher wirken.

Rund 6.000 Quadratmeter Gletscherfläche – das entspricht beinahe der Größe eines Fußballfeldes – wollen die Helfer vor Sonne und Regen schützen und damit die Schneemassen konservieren. Dafür verlegen sie fünf Meter breite, 30 Meter lange und ungefähr 130 Kilogramm schwere Matten per Hand. Im Normalfall sind die Arbeiter knapp zwei Wochen damit beschäftigt, den Schutz über den Gletscherabschnitt mit den Planen auszulegen, durch Ösen miteinander zu verknüpfen und mit Holzbalken zu beschweren. „Die Abdeckung isoliert und leitet das Regenwasser sowie die Sonneneinstrahlung ab. Dadurch bleibt der Schnee auf dem Gletscher liegen und schützt das darunter liegende Eis,“ erklärt Frank Huber, der bereits seit 1992 mit der Gletscherabdeckung betraut ist.

Aber der Aufwand lohnt sich: Schon im vergangenen Jahr wurde der Gletscher flächiger abgedeckt, das Ergebnis war deutlich sichtbar. „Eine einheitliche Eis- und Schneedecke im gesamten Areal ist das Ziel, um das natürliche Erscheinungsbild möglichst zu erhalten“, so Eva-Maria Greimel, Pressesprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG (BZB). Bis zu 80.000 Kubikmeter Schnee wollen die Verantwortlichen auf der Zugspitze durch die heißen Monate retten, das entspricht der Höhe eines knapp dreistöckigen Hauses auf der Fläche eines Fußballfeldes. (liebl)



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