18. Mai 2009, Nordrhein-Westfalen

Fernwanderwege in Nordrhein-Westfalen

Als Fernwanderwege werden überregionale Wege bezeichnet, auf denen Wanderer bis zu mehreren hundert Kilometer zurücklegen können – geführt von einem durchgehenden eigenen Wegezeichen. Durch Nordrhein-Westfalen führen gleich mehrere Fernwanderwege, die dem Wanderer die Schönheit des Landes und die Vielfalt seiner Landschaften zeigen. Darunter sind sowohl bewährte Klassiker als auch völlig neu konzipierte Wege. Ein Überblick:

Gleich vier nordrhein-westfälische Fernwanderwege gehören zu den zehn „Top Trails of Germany“. Zu dieser Initiative haben sich 2005 die zehn besten deutschen Weitwanderwege zusammengeschlossen. Die Wege zeichnen sich allesamt durch eine besonders naturnahe, attraktive und abwechslungsreiche Wegführung aus (www.top-trails-of-germany.de). Hierzu gehört zum Beispiel der als „Grand Canyon der Romantik“ bezeichnete Rheinsteig. Wanderer können auf 320 Kilometern gut markierten Pfaden und Waldwegen das Rheintal von Bonn nach Wiesbaden erkunden. Rheinsteiger bewegen sich häufig abseits der bekannten Spazierwege und kommen über Weinbergpfade, schmale Felsenwege und sogar an Seilen zu unbekannten Aussichten (www.rheinsteig.de).

Der Eifelsteig, erst im April 2009 offiziell eröffnet, führt unter dem Motto „Wo Fels und Wasser Dich begleiten“ von Aachen bis nach Trier. Auf 313 Kilometern quert er einzigartige Naturräume, darunter die Moorlandschaft des Hohen Venns und den Nationalpark Eifel (www.eifelsteig.de). Die Eifel Tourismus GmbH bietet zum Eifelsteig verschiedene Pauschalen an. So können Wanderer alle 15 Etappen am Stück erwandern – oder ein Teilstück unter die Sohle nehmen. Eine „Abenteuerwoche“ etwa führt – von Norden kommend – von Kornelimünster bis zum historischen Burgort Blankenheim. Sieben Übernachtungen im Doppelzimmer mit Frühstück, Lunchpaketen, Gepäcktransfer sowie ein Reiseführer kosten 420 Euro pro Person (Tel: 06551/96560, www.eifel.info).

Walk on Hermann: Als „Hermannshöhen“ führen der 160 Kilometer lange Hermannsweg und der Eggeweg, die 70 Kilometer lange Fortsetzung, über das Rückgrat des Teutoburger Waldes und des Eggegebirges. Über 100 Jahre alt ist das Wanderwegenetz der beiden traditionsreichen Kammwege, die zu einem Großteil durch die beiden Naturparke TERRA.vita und Teutoburger Wald /Eggegebirge verlaufen – und mit dem Münsterland, dem Sauerland und dem Teutoburger Wald gleich drei Regionen miteinander verbinden (www.hermannshoehen.de). Mit einem Paket von Stadtmarketing Horn-Bad-Meinberg lassen sich zwei der schönsten Etappen als Sternwanderung entdecken. Wanderer sollten ein Handy dabei haben: Gelaufen wird, so weit die Füße tragen – bei Anruf werden sie abgeholt. Drei Übernachtungen mit Frühstück sowie zwei Wandertaxi-Abholungen kosten ab
145 Euro pro Person im Doppelzimmer (www.hornbadmeinberg.de, Tel.
0800/2236346).

Schließlich gehört der Rothaarsteig, der als einer der schönsten Höhenwege Europas gilt, zu den „Top Trails of Germany“. Der 154 Kilometer lange „Weg der Sinne“, beginnt in Brilon und führt durch das Sauerland sowie durch die Ferienregion Siegerland-Wittgenstein bis ins hessische Dillenburg.
Neben zahlreichen Aussichtspunkten passiert der Weg auch viele naturkundliche oder kulturell und historisch interessante Anlaufpunkte. Eine Besonderheit ist der bei Schmallenberg-Schanze von Rothaarsteig-Rangern errichtete „Kyrill-Pfad“. Der 1.000 Meter lange Pfad ist in den Windwurf hinein gebaut: Auf Stegen und Trittleitern gelangen Besucher zu aufgerichteten Wurzeltellern und zu umgestürzten Bäumen. Wanderungen sind im Pauschalpaket als Sechs-, Acht- oder Zwölf-Tagestour und kosten ab 420 Euro pro Person (www.rothaarsteig.de, Tel.: 01805/154555 für 14 Cent/Minute, Mobilfunkpreise können abweichen).

Zwei neue Fernwanderwege wurden 2008 im Sauerland eröffnet: Die „Sauerland-Waldroute“ verläuft von Iserlohn nach Marsberg. Rund 110 der insgesamt 240 Kilometer führen durch den Naturpark Arnsberger Wald. Das Wahrzeichen der Strecke ist der 35 Meter hohe Lörmecke-Turm. In seiner Bauweise aus über Kreuz geführten Douglasienstämmen ist er in seiner Bauweise einzigartig in Deutschland (www.sauerland-waldroute.de). Der etwa gleich lange „Sauerland-Höhenflug“ passiert unter anderem die großen Naturparke Ebbe- und Rothaargebirge. Auf 400 bis 800 Höhenmetern erwarten atemberaubende Weitblicke die Wanderer. Der Weg verläuft fast vollständig auf Bergkämmen, die den Blick auf die umliegenden Täler freigeben (www.sauerland-hoehenflug.de).

Im Naturpark Rothaargebirge befindet sich das Quellgebiet von Eder, Lahn und Sieg. Ausgehend von den Quellen verlaufen der 234 Kilometer lange Eder-, der 242 Kilometer lange Lahn- sowie der 140 Kilometer lange Sieghöhenweg entlang der Flüsse bis zur Mündung. Das Hotel „Forsthaus Lahnquelle“ bietet eine „Fünf-Quellentour am Rothaarsteig“ an. Vier Übernachtungen, vier regionale Drei-Gänge-Menüs, vier Lunchpakete sowie der Shuttleservice kosten 220 Euro pro Person (www.forsthaus-lahnquelle.de, Tel.: 02737/241). Weitere Infos gibt’s beim Touristikverband Siegerland-Wittgenstein (www.siegerland-wittgenstein-tourismus.de, Tel. 0271/3331020).

Seit über zehn Jahren erfährt das Wandern auf den Jakobswegen eine regelrechte Renaissance. Mehrere Strecken auf dem Weg zum Grab des Apostels Jakobus im spanischen Santiago de Compostela führen durch Nordrhein-Westfalen. Im Rheinland hat der Landschaftsverband Rheinland
(LVR) zusammen mit der deutschen Jakobusgesellschaft fünf Routen ausgearbeitet. So können Strecken von Wuppertal über Köln nach Aachen und Belgien, von Köln und Bonn über Trier nach Perl/Schengen, vom Niederrhein und Aachen über Maastricht nach Belgien und von Marburg über Siegen nach Köln erwandert werden. Ganz neu hinzu gekommen ist im März 2009 der 230 Kilometer Weg vom niederländischen Nimwegen über Kleve und Xanten nach Köln oder Bonn (www.jakobspilger.lvr.de).

Mit seiner Altertumskommission hat sich der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) an die Erforschung der westfälischen Jakobswege gemacht – und eine rund 200 Kilometer lange Trasse ausgeschildert, die nach historischem Vorbild einer alten Fernhandelsstraße von Osnabrück über Münster und Dortmund bis nach Wuppertal folgt. Im April 2008 wurde dieses erste Teilstück durch Westfalen eröffnet. 2010 wird ein zweiter westfälischer Weg freigegeben: Der alte Hellweg von Höxter über Paderborn, Soest und Dortmund wird dann zu einem rund 200 Kilometer langen Jakobspilgerweg (www.lwl.org).

Im Jahr 1969 gründete sich der Europäische Wandervereinigung e.V. (EWV) mit dem Ziel, ein grenzüberschreitendes Europäisches Fernwegenetz mit Völker verbindendem Charakter zu errichten. Zwei der elf Europäischen Fernwanderwegen queren Nordrhein-Westfalen: Die Niederrheinroute des E8 und der Eggeweg als Teilstück des E1. Infos hierzu finden sich auf den Seiten des Deutschen Wanderverbandes (www.wanderbares-deutschland.de).

Apropos: Insgesamt neun von 46 ausgezeichneten „Qualitätswegen Wanderbares Deutschland“, der höchsten Auszeichnung im Wandertourismus, befinden sich aktuell in Nordrhein-Westfalen, darunter die Fernwanderwege Hermannsweg und Eggeweg. (nrw-tn)



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