24. Juni 2009, Eutin

Vorbereitung für Eutiner Festspiele laufen auf Hochtouren

Die Eutiner Festspiele sind in die „heiße“ Phase der Vorbereitungen gestartet. Ab sofort gehört Musik und Gesang auf dem Festspielgelände und in der Opernscheune zur täglichen Normalität. Denn die ersten Mitwirkenden sind angereist, und die Proben für „Die Großherzogin von Gerolstein“ begannen am vergangenen Montag. Die Protagonisten im „Otello“ legen am kommenden Monntag los. Der Probenplan ist straff geschnürt: Sieben Tage in der Woche, morgens und abends.

Auch die Hamburger Symphoniker haben ihre Arbeit für die Festspiel-Inszenierungen in ihrer Heimatstadt aufgenommen. Und der mit rund 70 Sängerinnen und Sängern besetzte Festspiel-Chor ist seit Anfang Mai mit Chor-Direktorin Gabriele Pott beim Einstudieren der Partien. Lediglich die Mitwirkenden im „Barbier von Sevilla“ haben noch Zeit. „In der Wiederaufnahme des Barbiers haben wir eine nahezu gleiche Besetzung wie im Vorjahr, so dass keine langen Proben notwendig sind“, erläutert Intendant Heinz-Dieter Sense. Der Probenstart ist am 1. August.

„Jetzt beginnt eine anstrengende, aber schöne Zeit“, so Intendant Heinz-Dieter Sense. Alles will koordiniert sein: Die Probenzeiten der Künstler und die Aufgabenverteilung hinter den Kulissen. Ein emsiges Zusammenspiel läuft ab. Bis zum fertigen Bühnenbild ist die genaue Abstimmung zwischen dem Bühnenbildner Achim Römer, den Werkstätten und der Technik unter der Leitung von Klaus Emil Zimmermann das A und O. Auch die unsichtbaren Akteure, beispielsweise in der Schneiderei haben jetzt alle Hände voll zu tun, um die Entwürfe von Kostümbilderin Ursula Wandaress umzusetzen. Gesamt arbeiten rund 385 Mitarbeiter vor und hinter den Kulissen Hand in Hand.

Die Premiere der „Großherzogin von Gerolstein“ wird vom NDR-Fernsehen aufgezeichnet. – Dieses bedeutet noch einmal eine zusätzliche Arbeitsbelastung für alle, da das Fernsehen noch einmal eigene Anforderungen an die Produktion stellt. Alles dieses muss abgestimmt werden und in der kurzen Zeit bis zur Premieren umgesetzt werden.

Die größte Herausforderung für Intendant Sense ist aus einem kleinen Budget das Maximalste herauszuholen. So heißt es zum einen sparen, um andererseits im Künstlerischen „etwas mehr einzusetzen“. In diesem Jahr wird bei der Technik und der Bühne sparsamer gewirtschaftet. „Wir haben ein Grundbühnenbild, das durch einfache und schnelle Umbauten veränderbar ist. Bei jeder Inszeneriung ist das Bild ein ganz anderes“, erläutert Sense.

Bei den Künstler-Engagements macht es die Mischung: Opernerfahrene Sänger kommen gern nach Eutin, um sich in neuen Rollen auszuprobieren. Dabei steht dasHonorar nicht im Vordergrund, sondern oftmals die Kombination Arbeit und Urlaub in der Holsteinischen Schweiz zu verbinden. Als Beispiel nennt Sense den Otello- Darsteller John Treleaven, der im vergangenen Jahr den „Tannhäuser“ sang. Er sagte mit Begeisterung auch für diese Spielzeit zu. Die jungen Gesangstalente haben in Eutin die Chance sich weiterzuentwickeln, und tauschen sich mit den „alten Hasen“ der Opernbühnen dieser Welt aus.

Mit den Zahlen des Vorverkaufs ist der Intendant zufrieden: „Sie liegen in den Planzahlen.“ Erfreut zeigt sich der Frontmann der Eutiner Festspiele, dass bei einigen Vorstellungen kaum noch Karten der höheren Preisklassen zu erhalten sind. Dazu gehören die beliebten Gala-Abende. Die Buchungen der Vorstellungen unter der Woche und beim „Freischütz für Kinder“ laufen zurzeit noch nicht wunschgemäß. Hier setzt Sense auf den kurzfristigen Vorverkauf, eine Tendenz, die auch an anderen Opernhäusern verzeichnet wird.

Der erste „Vorhang“ fällt am 11. Juli um 20 Uhr. Am 12. Juli bevölkern die Schützen und die Eutiner Festspiele den Marktplatz der historischen Kreisstadt. Im Rahmen eines verkaufsoffenen Sonntags präsentieren die Festspiele Ausschnitte aus ihrem diesjährigen Programm. Am 18. Juli startet dann die zweite Premiere der Spielzeit mit dem „Otello“.

Die Gala-Abende, am Ende der Spielzeit, beginnen mit Werken des „Hauskomponisten“ Carl-Maria von Weber. Im ersten Programmteil werden den Jubilaren des Jahres 2009, Mendelssohn-Bartholdy, Händel und Haydn, die Ehre erwiesen. Nach der Pause steht der Komponist Leonard Bernstein im Mittelpunkt des Programms.

Mit Jochen Kowalski als Sänger (u. a. die Arie des Cäsar) und Moderator konnte für die Gala-Abende ein internationaler Star für die Eutiner Festspiele gewonnen werden. Mit Hartmut Bauer, ein Urgestein der Eutiner Festspiele, Thomas Mohr (ausgebildet an der Musikhochschule in Lübeck) und zwischenzeitlich auf allen großen Bühnen im deutschsprachigem Raum beschäftigt, wird sich die junge
Sopranistin Julia Bauer bei den Eutiner Festspielen präsentieren.

Vieles steht und fällt mit dem Wetter. Dazu Heinz-Dieter Sense: „Natürlich wünschen wir uns laue Sommernächte, damit unsere Besucher, die Künstler und das Orchester schöne und stimmungsvolle Opernabende erleben. Ich bewundere die Eutiner Festspiel-Gäste, die auch bei Regenschauern gerüstet sind und sich den Kunstgenuss auf der Freilichtbühne nicht entgehen lassen wollen.“ Auf der neu gestalteten Homepage www.eutiner-festspiele.de sind stets die aktuellen Informationen über die Eutiner Festspiele zu finden. (Eutiner Festspiele)



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