8. Juli 2009, Zugspitzregion

Zugspitzregion auch bei Schlechtwetter genießen

Mit Schirm und wasserabweisender Kleidung geht’s beispielsweise durch die Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen, die bereits 1912 zum Naturdenkmal erklärt wurde. Besucher erleben auf einem gesicherten Steig, der zum Teil durch in den Fels geschlagene Tunnel führt, besonders bei starken Niederschlägen, ungezügelte Naturgewalten. Bis zu 80 Meter hohe Steilwände säumen das Bett des Gebirgsbachs Partnach, der durch die Schlucht hinab ins Tal tobt. Wasserfälle, Stromschnellen und eine atemberaubende Panoramabrücke machen das rauschende Naturschauspiel perfekt.

Ruhiger geht es währenddessen beim Schlittschuhlaufen zu, das in Garmisch-Partenkirchen keineswegs im Widerspruch zum Sommer steht. Das ganze Jahr über kann man hier aufs Glatteis gehen und im Olympia-Eissport-Zentrum auf den Spuren großer Kufenstars gleiten. Das geschichtsträchtige Gebäude wurde eigens für die olympischen Winterspiele 1936 gebaut und zählt heute zu den modernsten Eissportanlagen in Europa. Wer nicht nur durchs Oval flitzen möchte, hat sogar die Möglichkeit, sich mal im Trendsport Curling zu versuchen.

Jede Menge köstliche Käsesorten stehen dagegen in der Schaukäserei Ammergauer Alpen in Ettal zum Probieren bereit. Wie wird eigentlich aus Milch Käse? Wie entsteht die Rinde und was ist Molke? Auf Führungen durch die Produktionsstätte erfahren die Besucher zunächst alles zum Thema Käse, um sich anschließend bei einer Brotzeit mit Bärlauch-, Bier- oder Bergkäse zu stärken; hergestellt nach streng ökologischen Kriterien. In unmittelbarer Nähe ragt übrigens die barocke Basilika von Kloster Ettal in den Himmel, deren berühmtes Deckenfresko einen Abstecher wert ist.

Wer lieber in die Märchenwelt von König Ludwig II. eintauchen möchte, gelangt durch das wildromantische Graswangtal zum Schloss Linderhof, das der bayerische Regent hier einst in der Einsamkeit der Ammergauer Alpen errichten ließ. Besucher aus der ganzen Welt strömen heute in den Prunkbau, der nicht zuletzt mit seiner künstlichen Grotte samt Muschelkahn verzaubert. Im Sommer bietet Linderhof übrigens bei jedem Wetter spezielle Kinderführungen an, die den Minis alles über den Märchenkönig und sein Lieblingsschloss vermitteln. Wo ist Ludwig II. eigentlich aufs Klo gegangen und wie funktioniert überhaupt das Tischlein-deck-dich? Fragen, auf die kleine Schlossbesucher hier eine Antwort bekommen.

Wo der Himmel immer voller Geigen hängt
Mit dem Geigenbaumuseum wartet dann in Mittenwald noch ein weiteres Highlight. Schließlich gilt der Luftkurort seit jeher als Metropole dieser Handwerkskunst, die noch heute in der Geigenbauschule an internationale Schüler weiter gegeben wird. Eine Vielzahl meisterhafter Streichinstrumente ist im Museum ausgestellt, das zudem über die lange Geschichte des Mittenwalder Geigenbaus informiert. Besucher erfahren, in welch mühevoller Arbeit die Instrumente entstehen und dass die Geigen mittlerweile in der ganzen Welt gespielt werden.

Berühmte Kunst führt auch nach Murnau am Staffelsee, wo ab 31. Juli im Schloßmuseum die Sonderausstellung „Carl Spitzweg – Vor und hinter den Kulissen“ gezeigt wird. Eine Hommage an Deutschlands bekanntesten Biedermeier Künstler, die mit reinen Naturdarstellungen, Selbstportraits und Einblicken in die Theaterwelt ein vielseitiges Bild des zurückgezogenen Malers zeichnet, der 1854 größtenteils in Murnau lebte. Vom Schloßmuseum aus gelangt man in wenigen Minuten zum Münter-Haus, das die private Geschichte von Wassily Kandinsky und Gabriele Münter erzählt. Vor genau 100 Jahren zog das Paar in das abgeschiedene Landhaus inmitten selbst bemalter bunter Möbel und Wände. Im Keller des Hauses, dem so genannten Millionen-Keller, rettete Gabriele Münter die kostbaren Kunstwerke Kandinskys vor den Nationalsozialisten. Besucher erspähen neben zahlreichen Malereien, wie dem lebensgroßen Akt im Schlafzimmer, auch allerhand Alltägliches: Kandinskys Frack, Zylinder, Palette und den Samowar, mit dem sich die beiden ihren Tee zubereiteten.

Das Leben wie zu Omas Zeiten steht dagegen im Freilichtmuseum Glentleiten im Vordergrund, wo zahlreiche historische oberbayerische Bauernhöfe, Häuser, Mühlen und Ställe ihren Ruhestand verbringen. Besucher können hier in die gute alte Stube eintreten, traditionelle Handwerkskunst erleben, geschichtsträchtige Landluft schnuppern und sich an uralten Kachelöfen niederlassen. (TG Zugspitz-Region)



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