19. Juli 2009, Uncategorized

Zu den Drehorten von Nordrhein-Westfalen

Das Leben schreibt bekanntlich die besten Geschichten, im Film- und Fernsehland Nordrhein-Westfalen werden viele spannende Geschichten auch auf Zelluloid und Video gebannt. Den Fernsehzuschauern und Kinobesuchern kommt Deutschlands bevölkerungsreichstes Bundesland deshalb auch regelmäßig unter die Augen. Filme wie „Der Vorleser“, „Der Krieger und die Kaiserin“, „Dancer in the dark“ aber auch bekannte Fernsehproduktionen wie die Daily Soaps „Verbotene Liebe“ oder „Lindenstraße“ sind komplett oder zum Teil in Studios oder an interessanten Orten in Nordrhein-Westfalen gedreht worden. Selbst das zauberhafte Lächeln von Audrey Tautou wurde für den Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ zu einem großen Teil in Nordrhein-Westfalen von der Kamera eingefangen – in einem Studio in Köln-Ossendorf.

Nicht wenige Filmschauplätze in Nordrhein-Westfalen können besucht und besichtigt werden. So ist das Antiquariat „Wilsberg“ aus der gleichnamigen Fernsehserie des ZDF unweit des Doms zu Münster gelegen. Die aus dem Kölner „Tatort“ bekannte Wurstbraterei ist zwar nicht unter einer Rheinbrücke, aber oft vor dem Kölner Schokoladenmuseum zu finden – in Betrieb versteht sich. Mit dem Arrangement „Tatort Münster“ lernen Besucher Orte des Verbrechens in der westfälischen Domstadt kennen und werden mit einem mordsleckeren Menü verwöhnt. Das Angebot mit zwei Übernachtungen im Doppelzimmer wird ab 156,50 Euro pro Person angeboten (www.tourismus.muenster.de). Schwieriger wird es mit der Besichtigung von interessanten Filmschauplätzen in Gebäuden. Zumindest virtuell können jedoch auch diese besucht werden: Die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen bietet einen Service für professionelle Location-Scouts an, der von jedermann genutzt werden kann: Unter www.locationnrw.de hält die Datenbank eine Vielzahl an beeindruckender Fotos imposanter Fabrikhallen, uriger Schlösser und schicker Bürolofts bereit.

Rund ein Drittel aller deutschen Fernsehproduktionen entstehen in Köln. Die aktuell erfolgreichen Formate „Deutschland sucht den Superstar“ und „Germany’s next Topmodel“ werden in der Domstadt produziert, mit „Alarm für Cobra 11″ wird in Köln die international meistverkaufte Serie des deutschen Privatfernsehens aufgezeichnet. Ebenfalls in Köln entstand der Film „Die Buddenbrooks“ mit den deutschen Filmstars Armin Mueller-Stahl, Iris Berben und August Diehl. Bei Unterhaltungsshows wie „TV Total“ oder dem Comedy-Quiz „Genial Daneben“ können die Zuschauer auf zahlreichen Sitzplätzen auch live dabei sein. Den Medienrummel in der Domstadt erkunden können auch Teilnehmer einer zweistündigen Führung „Medienstadt Köln“, die von KölnTourismus am 25. Juli und 22. August sowie an weiteren Terminen in diesem Jahr angeboten wird (www.koeln-tourismus.de). Eine Übersicht der zu besuchenden Unterhaltungssendungen hat Köln Tourismus ebenfalls zusammengefasst und ins Netz gestellt.

Gedreht wird auch gerne in Düsseldorf, mit seinem architektonisch ansprechenden Hafenmotiven und dem vielseitig einsetzbaren Locations des Flughafens gibt es dort eine Vielzahl ansprechender Motive. In Bonn wiederum sind die historischen Fassaden der Gründerzeithäuser in der Südstadt bei Motivsuchern sehr beliebt. Im Bergischen Hochkeppel rannte einst „Rennschwein Rudi Rüssel“ vor den Wachwerkhäusern hin und her, „Das Wunder von Bern“ war mit Drehorten in Duisburg, Oberhausen und Bochum eigentlich eines aus der Metropole Ruhr – und „Die Krupps“ brauchten schon fast zwangsläufig Industriebauten des früheren „Potts“ als Kulisse.

Historische Bauten verschiedener Epochen und moderne Architektur finden Motivsucher auch in Aachen: Als Grenzstadt zu Belgien und den Niederlanden bietet die Kaiserstadt mit ihrer Nähe zu Maastricht oder Lüttich eine Vielfalt an unverbrauchten Motiven. Ebenfalls beliebt ist die Wuppertaler
Schwebebahn: Als bewegtes und außergewöhnliches Filmbild beförderte sie schon so manches Drehteam – und lässt den Zuschauer schnell den Spielort erkennen. Wuppertal Marketing bietet einen Stadtrundgang zum Thema „Drehort Wuppertal“ am 18. und 19. September an. Informationen gibt es bei Wuppertal-Touristik unter der Rufnummer 0202/19433 (www.wuppertal-marketing.de).

Wo Filme gedreht werden, sind die Filmfestivals nicht weit: Die renommierten „Oberhausener Kurzfilmtage“ (www.kurzfilmtage.de), die „short cuts cologne“ (www.short-cuts-cologne.de), das „Internationale Frauenfilmfestival Dortmund-Köln“ (www.frauenfilmfestival.eu), das „Made in Europe Filmfestival Aachen-Maastricht“ (www.ffmac.eu) oder das Festival des deutschsprachigen Dokumentarfilms, die „Duisburger Filmwoche“ (www.duisburger-filmwoche.de) sind cineastische Publikumsmagneten in Nordrhein-Westfalen. Doch auch abseits der Festivallandschaft lässt sich – gerade im Sommer – prächtig Kino erleben: So verwandelt sich die Gießhalle des stillgelegten Hochofens im Landschaftspark Duisburg-Nord vom 17. Juli bis 23. August in einen riesigen Kinosaal. Gezeigt werden aktuelle Filmhits, Klassiker und Kultfilme (www.stadtwerke-sommerkino.de). Auf der Dachterrasse des Museum Ludwig in Köln werden vom 30. Juli bis 22. August amerikanische „B-Movies“ präsentiert (www.museenkoeln.de). Das „Bonner Sommer Kino“ bietet vom 13. bis 23. August kostenfrei und mit Live-Musik-Begleitung Stummfilme im historischen Arkadenhof des alten Kurfürstlichen Residenzschlosses (www.film-ist-kultur.de). Noch etwas hin ist es zum 20. Bielefelder Film- und Musikfest, das vom 6. bis 15. November ebenfalls Stummfilme mit Live-Musik, in diesem Jahr zum Thema „Rivalen“, zeigen wird.

Wer sich eher theoretisch mit Szenen aus der Film-Geschichte, aus Trick-, Stumm- oder Kultfilmen beschäftigen möchte, wird im Düsseldorfer Filmmuseum fündig, auch gibt es dort ein nachgebautes Filmstudio (www.duesseldorf.de) zu besichtigen. Für Cineasten spannend ist auch ein Besuch in der Camera Obscura in Mülheim an der Ruhr. Sie gilt als die weltgrößte begehbare Kamera, in dem alten Broicher Wasserturm ist zudem ein Museum zur Vorgeschichte des Films ansässig (www.camera-obscura-muelheim.de).

Freuen dürfen sich alle Filmfans schon auf kommende Produktionen aus Nordrhein-Westfalen: So stehen seit dem 30. Juni die Darsteller der „Vorstadtkrokodile“ für eine Fortsetzung von Max von der Grüns Kinderbuchklassiker vor der Kamera, mit dabei Maria Schrader, Smudo und Nora Tschirner. Tobias Moretti, Martina Gedeck und Moritz Bleibtreu gehen in einer noch unbetitelten Produktion der Lebensgeschichte des Hauptdarstellers des Nazi-Propagandafilms „Jud Süss“ nach. Und für RTL wird zurzeit „Die Jagd nach der heiligen Lanze“ gedreht. Am Set dabei sind unter anderem Kai Wiesinger und Jürgen Prochnow. Infos über aktuelle Produktionen in Nordrhein-Westfalen gibt es auch im Netz unter www.filmstiftung.de. (nrw-tn)



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