20. Juli 2009, St. Moritz

„Via Gastronomica“-Wanderung durch das Engadin

„Wandern macht hungrig.“ Wer selbst schon einmal zu Fuss in den Bergen unterwegs war, weiss, dass dies mehr als nur eine Redensart ist. Die schnelle Brotzeit aus dem Rucksack oder in einer der Hütten am Wegesrand ist natürlich eine Möglichkeit, den Hunger zu stillen. Wer sich aber davon überzeugen möchte, dass das Engadin zu Recht nicht nur für seine Natur, sondern auch für seine Spezialitätenküche berühmt ist, sollte sich zwischen den Wander-Etappen die Zeit nehmen, in aller Ruhe einzukehren. Bei der „Via Gastronomica“-Wanderung im Corvatsch-Gebiet gibt es im Anschluss an jede Etappe in drei verschiedenen Restaurants jeweils einen Menü-Gang für die Geniesser.

Die Via Gastronomica zeichnet sich durch ihre unterschiedlichen „Gänge“ aus. Damit sind nicht nur die drei verschiedenen Speisen, die nach jeder Etappe an unterschiedlichen Orten eingenommen werden, gemeint, sondern auch die unterschiedlich langen „Gänge“, die man einschlagen kann. Für die kürzeste Routen-Variante sollten Wanderer zwei Stunden reine Gehzeit veranschlagen, für den längsten Weg benötigt man rund fünf Stunden.

Der Startpunkt ist für alle der gleiche: das Bergrestaurant La Chüdera bei der Bergstation Furtschellas. Dort wird, je nach Tageszeit, ein deftiges, uriges Frühstück oder eine Gerstensuppe serviert. Wer anschliessend auf schnellstem Weg die Hauptspeise „erwandern“ möchte, kann über Marmoré direkt ins Fextal aufbrechen. Wer hingegen die kulinarische Tour noch mit einem Schuss Gipfelblick und einer Prise Alpseen garnieren möchte, biegt in Richtung Lej Sgrischus ab und gelangt innerhalb von rund vier Stunden über den Piz Chüern hinab ins Fextal. Dort angekommen erwartet die Wanderer in Curtins eine schmackhafte Hauptspeise. In dem weit über die Grenzen des Tals hinaus bekannten Hotel Fex werden die Speisen mit frischen Kräutern aus der Region gewürzt, so dass man das Oberengadin im wahrsten Sinne des Wortes „erschmecken“ kann. Anschliessend haben die Wanderer wieder die Qual der Wahl: Entweder sie trinken auf der Terrasse noch ein „Fexerwasser“ oder machen sich direkt auf den Weg in den untersten Weiler des Fextals, wo sich das Ziel der nächsten Etappe befindet. Das Haus, das Sar (Herr) Pool vor über 400 Jahren in Platta bauen ließ, beherbergt heute die Pension Chesa Pool, ein Hotel-Restaurant, das noch immer nur zu Fuss oder mit der Pferdekutsche zu erreichen ist. Die Gäste schätzen nicht nur die Ruhe und Einsamkeit, sondern auch die Süßspeisen, die mit viel Ruhe und Liebe zubereitet werden. Legendär ist die Heidelbeertorte, aber auch die anderen Kreationen sind eine kleine Sünde wert.

Am Ende eines wild-romantischen Schluchtweges endet die Via Gastronomica in Sils. Die Erinnerungen an die Schönheit der Engadiner Berglandschaft und die Vielfalt der einheimischen Küche werden jedoch noch lange in den Köpfen der Wanderer bleiben. Buchbar ist das Angebot für CHF 45,- (ca. € 29) in der traditionellen Variante oder für CHF 70,- (ca. € 46) in der Gourmet-Version an der Station Sils der Corvatsch AG. (ENGADIN St. Moritz)

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