3. August 2009, Eutin

Der „Barbier von Sevilla“ bei den Eutiner Festspielen

In der zweiten Hälfte der Eutiner Spielzeit stehen die Wiederaufnahme des „Barbier von Sevilla“ von Gioacchino Rossini und erstmals die Kinderoper “Der Freischütz für Kinder” auf dem Programm. Noch bis 9. August sind die viel umjubelten und mit großen Stimmen besetzten Inszenierungen „Otello“ von Giuseppe Verdi (letzte Aufführung 7. August) und Offenbachs satirische Operette „Die Großherzogin von Gerolstein“ (letzte Aufführung 9. August) auf dem Grünen Hügel im Schlosspark zu erleben. Den Abschuss bilden traditionell die beliebten Gala-Abende mit Arien, Duetten, Liedern und Chören aus Oper, Operette und Musical.

Mit dem „Barbier vom Sevilla“, der am 8. August um 19.30 Uhr seine Wiederaufnahme feiert, knüpft Intendant Heinz-Dieter Sense an den großen Erfolg des vergangenen Jahres mit der nahezu gleichen Besetzung an. Daniel Behle (Graf Almaviva), Bernd Valentin (Barbier), Matthias Klein (Bartolo), Stefanie Schaefer (Rosina) und Tobias Schabel (Don Basilio) verstehen es die Geschichte gesanglich wie künstlerisch gekonnt auf die Bühne zu bringen.

Das Stück handelt von Liebe, Eifersucht, Geld, Verschwörung und Verleumdung mit etlichen Verwirrungen und steht der heutigen Zeit in nichts nach. Rossini fand eine einfache Formel für sein Stück – Komödie gleich Chaos. Die Handlung ist sehr kurz erzählt: Alter Mann begehrt junge Frau und deren Geld. Junger Mann schnappt sie ihm weg. Das Spiel um Lust und Intrigen sorgt bei den Zuschauern für amüsante Kurzweil, und die großen Szenen mit dem Festspiel-Chor unter der Leitung von Gabriele Pott machen das Stück zu einem Erlebnis. Für die richtigen Töne sorgen die Hamburger Symphonikern unter der Leitung von Urs-Michael Theus

Interessant wird es – nicht nur für Kinder – mit einer erstmals in der Festspielstadt präsentierten Kinder-Oper ab 17. August. Die Eutiner Festspiele wollen auf das 60. Jubiläum im kommenden Jahr einstimmen und junge und neugierige Zuschauer die Welt der Oper nahe bringen. Regisseur Rainer Dettki reduzierte die gut einstündige Kurzfassung auf die Hauptdarsteller, vereinfachte die Handlung und konzentrierte sich auf die wesentlichen Inhalte. Für die Kinder ab sechs Jahre gilt: „Sie sollen etwas erleben, was sie sonst nicht sehen und hören“, verspricht Dettki.

Kurzweil, Faszination und Theaterzauber sind die Hauptelemente im „Freischütz. Das Bühnenbild hat klare und schlichte Formen und ist „bunt wie Bauklötze“. Die Herausforderung dieser Inszenierung ist die Tageszeit der Aufführung: nachmittags um 15 Uhr. Der versierte Hamburger Bühnenbildner Achim Römer stellt beispielsweise die nächtliche Wolfsschlucht-Szene als großen „Tunnel“ und den Teufel Samiel als imposante Erscheinung dar.

Die Oper erzählt die Geschichte vom Jägerburschen Max, der eine Anstellung beim Erbförster braucht, um seine Braut Agathe heiraten zu können. Eine alte Tradition erfordert, sein Können bei einem öffentlichen Preisschiessen unter Beweis zu stellen. Aber beim Probeschießen versagt Max und ist dem Spott aller ausgesetzt. Der zwielichtige Kaspar erzählt ihm von geheimnisvollen Freikugeln, die immer treffen. Er verschweigt aber, dass eine dieser Kugeln vom Willen des Teufels, in der Gestalt des „schwarzen Jägers Samiel“, gelenkt wird. Kaspar schließt einen Pakt mit Samiel: Er erhält ein verlängertes Leben, wenn er dem Teufel alle drei Jahre neue Opfer zuführt. (Eutiner Festspiele)



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