3. August 2009, Nordrhein-Westfalen

Sorgt die Schweinegrippe für verlängerte Ferien?

Knapp 6100 Menschen haben sich mittlerweile mit ihm infiziert: Der H1N1-Virus, besser bekannte als Schweinegrippe, lässt nicht nur jeden zweiten Deutschen In Ehrfurcht erstarren, er könnte nun auch verlängerte Schulferien nach sich ziehen. Zumindest denkt Nordrhein-Westfalen ernsthaft darüber nach, den eigentlichen Schulbeginn am 17.August nach hinten zu verschieben. Das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands zählt mittlerweile 2446 Menschen, die an der Schweinegrippe erkrankt sind und möchte nun erste Maßnahmen zum Schutz von Lehrern und Schülern ergreifen. Der Gedanke, den Schülern die Sommerpause zu verlängern, spielt dabei eine tragende Rolle, soll aber nach Möglichkeit vermieden werden. Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann plant aber, zum Schulstart,  neue Verhaltensregeln aufzustellen: So sollen Schüler und Lehrer, nur bei dem Verdacht auf eine Infizierung mit dem Schweinegrippe-Virus, die Bildungsgebäude meiden.

Selbst die mögliche Erkrankung eines Familienangehörigen soll dazu führen, dass Schüler oder Lehrkraft zu Hause bleiben müssen. Kritiker dieser Planung argumentieren mit dem, aus der überschüssigen Freizeit, resultierenden Verhalten der Schüler: Diese würde dann, statt zur Schule, ins Freibad, Kino oder in die Disco gehen, was im Endeffekt ebenfalls zur Infektion führen könnte. Der Virus sorgt dafür, dass viele Deutsche ihr Hygieneverhalten überprüfen und sich beispielsweise häufiger die Hände waschen. Das dieses Bewusstsein erst durch einen Grippevirus hervorgerufen wird, erscheint doch schon etwas traurig…

Obwohl es laut einer Sprecherin des Ministeriums vorerst keine Verlängerung der Schulferien geben wird, ist es wohl sehr wahrscheinlich, dass einige Schüler die Vorsichtsmaßnahmen sehr ernst nehmen und lieber einmal zu oft zuhause bleiben. Während Deutschlands Zöglinge also auf verlängerte Ferien hoffen dürfen und die EU bereits über einen Sondergipfel zur Bekämpfung der Schweinegrippe beratschlagt, hat die enorme Medienpräsenz des H1N1-Virus vor allem eines zur Folge: Das Grippemittel Tamiflu ist in aller Munde und gilt, obwohl es den Krankheitsverlauf allenfalls verkürzt,  als Allheilmittel gegen die Infektion. Hersteller Roche wird  es egal sein…



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