15. August 2009, Niedersachsen

Ausstellung von Jacob Pins in Höxter

Frauen sind das Motiv von mehr als 50 Ölgemälden, Holzschnitten und Zeichnungen, die zur Zeit in den Räumen des Forums Jacob Pins noch bis November in Höxter ausgestellt sind. Die Bilder geben Einblick in das breite Spektrum des künstlerischen Schaffens von Jacob Pins. Sie zeigen Frauen in ihrer Vielfalt: Mal nachdenklich, mal arrogant, mal als trauernde Alte, mal als lasziver Akt. Die Holzschnitte machen vor allem die Charaktere sichtbar, die großformatigen Ölbilder spielen mit Formen und Farben. Jacob Pins wurde 1917 in Höxter als Sohn jüdischer Eltern geboren und emigrierte 1936 aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Palästina. Nach harten Jahren im Kibbuz erhielt er 1941 ein kleines Stipendium, mit dem er einen Kindheitstraum wahrmachen konnte, er begann ein Kunststudium. Sein Lehrer war der bekannte deutsche Expressionist Jakob Steinhardt aus Berlin.

Seit 1945 war Jacob Pins vor allem als Holzschneider international in den USA, Australien, Südamerika und Europa erfolgreich. Sein künstlerisches Schaffen ist durch den Expressionismus und den japanischen Farbholzschnitt beeinflusst. Als Sammler und Kenner dieser ostasiatischen Kunstrichtung erlangte er, nicht zuletzt als Verfasser des Standardwerks „ The Japanese Pillar Print“, große Anerkennung. Seit 1956 unterrichtete Pins als Professor an der Bezalel Kunstakademie in Jerusalem.

1988 besuchte Jacob Pins auf Einladung eines kleinen privaten Arbeitskreises die Ausstellung „Juden in Höxter“. In der Folge ehrte ihn das Museum Höxter Corvey 1989 mit einer großen Werkretrospektive. Es entstanden dauerhafte Beziehungen zwischen dem Jerusalemer Künstler und einem Freundeskreis in Höxter.

2002 kündigt Jacob Pins der Stadt Höxter als Zeichen der Versöhnung die Stiftung seines künstlerischen Werkes an, seit seinem Tod 2005 verwaltet die Jacob Pins Gesellschaft Kunstverein Höxter e.V. mehr als 1000 Bilder. Jacob Pins hatte diese Schenkung mit der Auflage verbunden, diese Bilder zur Erinnerung an seine ermordeten Eltern und alle übrigen Höxteraner Juden in einer ständigen Ausstellung zu zeigen. Im Forum Jacob Pins im restaurierten Adelshof aus dem 13. Jahrhundert zeigt eine Ausstellung seit dem vergangenen Jahr in wechselnden Themenausstellungen Werke des Künstlers, zeigt Baugeschichte und archäologische Funde des Gebäudes und erinnert an das Schicksal der Höxteraner Juden.

Das Forum Jacob Pins, Höxter, Westerbachstr. 35-37, ist Dienstag bis Freitag von 10-18 Uhr geöffnet, am Samstag und Sonntag von 10-16 Uhr. www.jacob-pins.de(Weserbergland Tourismus)



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