19. August 2009, Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen stellt neuen Tourismusplan vor

Der Tourismus NRW e.V. und das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen haben heute in Düsseldorf den „Masterplan Tourismus Nordrhein-Westfalen“ vorgestellt. Das umfangreiche Strategiepapier gibt vor, wie die touristische Entwicklung in Nordrhein-Westfalen zukünftig vorangetrieben werden soll. Ziel ist es, das Land bis zum Jahr 2015 zu einer pulsierenden und attraktiven Destination mit klar erkennbarem Profil weiter zu entwickeln und den Wertschöpfungsbeitrag der Tourismusbranche nachhaltig zu steigern.Der Masterplan Tourismus Nordrhein-Westfalen definiert den inhaltlichen Orientierungsrahmen für die künftige Entwicklung des nordrhein-westfälischen Tourismussektors und leitet eine Neupositionierung des Reiselandes Nordrhein-Westfalen ein. „Mit dem Masterplan liegt nun eine kompakte Tourismusstrategie für das ganze Land vor, die in enger Partnerschaft zwischen dem Land, den Regionen und den Leistungsträgern entwickelt wurde. Damit ist das Fundament gelegt, um den Tourismus in unserem Land im Geiste der Kooperation mit strategiekonformen Projekten Schritt für Schritt weiter nach vorn zu bringen und den Wertschöpfungsbeitrag der Branche bis 2015 nachhaltig zu erhöhen“, sagte Wirtschaftsministerin Christa Thoben bei der Vorstellung des Masterplans.

Nordrhein-Westfalen wird bisher weder im Inland noch im Ausland als klassische Tourismusdestination wahrgenommen. „Gelingt es, die Stärken Nordrhein-Westfalens klar zu kommunizieren, kann große Schubkraft für den Tourismussektor und für den Wirtschaftsstandort insgesamt freigesetzt werden“, so Prof. Dr. Ute Dallmeier, Geschäftsführerin des Tourismus NRW e.V.

Zielgruppengenaue Angebote, klare Organisationsstrukturen sowie ein einhaltbares Markenversprechen einer national wie international sichtbaren Reisedestination mit innovativen Produkten – dies sind die zentralen Forderungen des Masterplans. Das Herzstück der strategischen Neuausrichtung bildet die konsequente Orientierung an Zielgruppen, die in einem aufwendigen quantitativen und qualitativen Bewertungsmodell ermittelt wurden. Künftig sollen die touristischen Themen von Zielgruppen ausgehend gestaltet werden und nicht umgekehrt. Der Kunde, nicht das Produkt, steht im Mittelpunkt. Für Nordrhein-Westfalen wurden sechs Zielgruppen mit ihren Urlaubspräferenzen ermittelt: Junge Singles und Paare, erwachsene Paare, aktive Best Ager, bodenständige Best Ager, Familien und Business-Gäste. Diese bilden sowohl hinsichtlich ihres wirtschaftlichen Potenzials als auch ihrer Themenpräferenzen eine attraktive Klientel, die zu Nordrhein-Westfalen passt. Die bereits vorhandenen Themenschwerpunkte „Gesundheit“, „Business“, „Sport und Aktiv“ und „Kultur“ bleiben erhalten; hinzu kommt „Stadt und Event“ als fünfte thematische Säule. Diese fünf Themenschwerpunkte sind aus den Präferenzen der identifizierten Zielgruppen abgeleitet und werden in der Produktgestaltung künftig konsequent an deren Bedürfnissen ausgerichtet.

Auch beim Tourismusmarketing werden neue Wege beschritten. So wird Tourismus NRW e.V. in enger Zusammenarbeit mit den zwölf touristischen Regionen und dem Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie das Tourismusmarketing in Richtung einer Dachmarkenstrategie neu ausrichten und eng mit der neuen Standortkampagne des Landes „We love the new…“ verzahnen. In diesem Zusammenhang geht es auch um den Aufbau einer neuen Markenarchitektur. Langfristig soll für jeden Themenschwerpunkt eine eigene Marke aufgebaut werden, die gemeinsam eine Markenfamilie bilden. Auch Produktallianzen einzelner Regionen zu den Kernthemen sind vorgesehen. Die regionalen Destinationsmarken sollen ihre große Bedeutung für die touristische Vermarktung Nordrhein-Westfalens behalten. Nach und nach wird jedoch eine Übertragung der neuen Markenfamilie auf die regionseigenen Werbematerialien angestrebt.

Neue Wege weist der Masterplan auch für die überregionale Zusammenarbeit in Nordrhein-Westfalen. Künftig sollen die touristischen Akteure in thematischen Kompetenznetzwerken zusammenwirken. Zentrale Aufgabe der Kompetenznetzwerke ist es, Know-how und Ressourcen zu bündeln, Marketingkonzepte zu erarbeiten sowie Standards für Produkte zu definieren, die den Werten und Bedürfnissen der Zielgruppen entsprechen und damit die Chance eröffnen, nachhaltig mehr Gäste für Nordrhein-Westfalen zu gewinnen.

„Für den Erfolg der strategischen Neuausrichtung ist es entscheidend, so schnell wie möglich mit der Umsetzung zu beginnen“, erklärt Ute Dallmeier. Denn für die Akzeptanz der Strategie auf Seiten der Akteure der Tourismusbranche sei es von großer Bedeutung, zügig erste sichtbare Ergebnisse vorweisen zu können. Dazu wurden 17 sogenannte Starterprojekte entwickelt, die jetzt Schritt für Schritt realisiert werden. Das Wirtschaftsministerium stellt dafür eine Anschubfinanzierung zur Verfügung.

Die Implementierung des Masterplans wird von Seiten des Landes darüber hinaus u. a. durch die Neuausrichtung der Förderpolitik unterstützt. So soll der zweite Tourismuswettbewerb Erlebnis.NRW, der Anfang 2010 an den Start geht, neu konzipiert und eng mit den strategischen Zielen des Masterplans verknüpft werden. Ministerin Thoben: „Wir schlagen jetzt ein neues Kapitel in der Tourismuspolitik des Landes auf und werden deshalb den zweiten Tourismuswettbewerb als zentralen Hebel zur Erreichung der im Masterplan bis 2015 avisierten Ziele einsetzen.“

Entwickelt wurde der Masterplan durch die Roland Berger Strategy Consultants GmbH.
(nrw-tourismus)



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