3. September 2009, Elsass-Lothringen

Übernachten auf einem Weingut im Elsass

Wenn 15.535 Hektar sich bunt färben und geschäftiges Treiben zwischen den Rebstöcken herrscht, dann ist es höchste Zeit seinen Koffer zu packen und zur Weinzeit ins Elsass zu rei-sen. Die Traubenlese beginnt Mitte September und endet gut einen Monat später. Dann dürfen die Trauben eingebracht werden, die zur Herstellung der Vendanges Tardives und der Sélections de Grains Nobles dienen. Das farbenfrohe Landschaftsbild der Weinberge lädt zu Wanderungen und Radtouren ein. Diese drei Glanzpunkte sollten bei einem Besuch im Elsass gerade jetzt ganz oben auf der Liste stehen:

Übernachten auf dem Weingut
Der morgendliche Blick durchs Fenster fällt auf von Tau gezierte Weinblätter und kilometer-lange Reihen von Rebstöcken. Die Stille der Natur wird lediglich durch die Stimmen der Erntehelfer gebrochen. Nach einem kräftigen Frühstück geht es raus auf den Weinberg. Wer beim Winzer übernachtet, ist mittendrin im Geschehen. Viele Winzer bieten Gästezimmer auf dem Weingut an, auf dem man auch einen Blick in die Produktion der edlen Tropfen werfen kann. So zum Beispiel das Weingut Klur in Katzenthal (www.klur.net). Die Klurs haben ihre gesamte Lebensweise einem ökologisch nachhaltigen Umgang mit der Natur gewidmet. Auch ihre fruchtigen und reinen Weine stammen aus biologischem Weinanbau. Beim Wein-gut Michael Meckert in Heiligenstein dreht sich alles um den Klevener du Heiligenstein, eine Besonderheit unter den Elsässischen Weinen. Hier schläft man in gemütlichen Gästezimmern und speist am Tisch des Gutsherrn. Ein richtiges Hotel am Weinberg ist das Weingut du Bollenberg in Westhalten (www.bollenberg.com).

Zupacken bei der Weinlese
Die Traubenlese findet im Elsass noch weitgehend per Hand statt, wobei für einen Hektar etwa 250 Stunden benötigt werden und damit 30 Personen, um pro Tag einen Hektar zu bearbeiten. Der Transport des Leseguts vom Weingarten zum Keller erfolgt in Bottichen oder in Erntebütten. Bevor sie gepresst werden, werden die Trauben von den Blättern und Stielen befreit und danach in die Kel-ter gepumpt. Das ist schweißtreibende Arbeit an der frischen Luft. Viele Winzer freuen sich über tat-kräftige Unterstützung bei der Ernte. So zum Beispiel Seppi Landmann, der in Soultzmatt ungeachtet der gängigen Verfahren in der Weinbereitung neue Variationen kreiert.
(www.seppi-landmann.fr)

Der Lohn der Mühen: Die Weinprobe
Die wohl angenehmste und geselligste Art den Elsässer Weinen auf die Spur zu kommen, ist eine Weinprobe in einem der unzähligen romantischen Dörfer entlang der Elsässischen Weinstraße. So wie andere Regionen ihre Weine nach dem Herkunftsgebiet benennen, tra-gen die elsässischen Weine den Namen der Rebsorten, die für ihre Herstellung verwendet werden. Es gibt nur eine rote Rebsorte (Pinot Noir), denn in Frankreichs kleinster Region sind die weißen Sorten in der Überzahl: Sylvaner, Pinot Blanc, Muscat, Riesling, Pinot Gris und Gewürztraminer. Verkostungen der traditionellen Art findet man beispielweise im Maison Emile Beyer in Eguisheim, einem der ältesten Weinkeller der Region (www.emile-beyer.fr) oder bei Paul Blanck, der besondere Spätlesen im Sortiment hat (www.blanck.com). Wein-proben der originellen Art bringen selbst Weinkenner auf einen neuen Geschmack: Schwe-felfreier Wein bei Pierre Frick in Pfaffenheim (www.pierrefrick.com) oder eine auf Frauen zugeschnittene „Girly-Weinprobe“ bei Jean Becker in Zellenberg (www-becker-vins.com).
Um sich mit den Tiefen der Önologie und der richtigen Geschmackserkennung vertraut zu machen, bietet sich vor der Probe ein Weinseminar an, zum Beispiel in der Weinschule Ar-thur Metz in Marlenheim. (www.arthurmetz.fr)

Eine Internetseite rund um die Elsässer Weine: www.vinsalsace.com. (Französische ZfT)



» Diesen Artikel via Mail weiterempfehlen





Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Beiträge zum Thema: