9. September 2009, Südtirol

Tipps für den familiären Skiurlaub von Weltcup-Gewinnerin Denise Karbon

Gut geplant ist toll gewedelt: Damit auch die Kinder den Spaß im Schnee in vollen Zügen genießen können, ist gerade für Familien die richtige Urlaubsplanung von großer Bedeutung. Welches Skigebiet passt zu uns, welche Ausrüstung brauchen wir, wie steht’s um die Sicherheit? Denise Karbon, Südtiroler Weltcup-Siegerin und Vize-Weltmeisterin im Riesenslalom weiß, worauf es ankommt. Schon mit drei Jahren stand sie am Gunslift in Kastelruth auf den Skiern. Und an dieser Leidenschaft hat sich bis heute nichts geändert.

Wie würden Sie als echtes Bergkind Jungs und Mädchen aus nicht-alpinen Regionen für den Wintersport motivieren?
Eine lustige, offene und kompetente Skilehrerfigur ist vor allem für die Kleinsten besonders wichtig. Kinder sollen Spaß am Skifahren haben und dabei nicht unter Druck gesetzt werden.

Was sollten Familien bei der Planung ihres Winterurlaubs berücksichtigen?
Ich denke, am wichtigsten ist die Wahl des richtigen Skigebiets, das für jeden in der Familie das Passende bietet. Dazu gehört eine gut funktionierende Skischule mit Kindergarten und qualifizierten Lehrern. Sichere und abwechs¬lungsreiche Pisten, gut beaufsichtigte Liftanlagen und familiengerechte Hotels zählen für mich ebenfalls zu den Pluspunkten. Wertvolle Hinweise liefert da der ADAC SkiGuide: Meine Heimat, die Seiser Alm, erhielt 2009 beispielsweise das Prädikat „besonders familienfreundlich“.

Was gehört zu einer guten und sicheren Wintersportausrüstung?
Das fängt auf alle Fälle bei der Wahl der Skier an: Größe, Körperbau und die Fähigkeiten des Skifahrers sollten dabei unbedingt berücksichtigt werden. Am einfachsten holt man sich den Rat des Fachmanns im Sportgeschäft oder im Skiverleih. Warme Skiunterwäsche und Skisocken, ein guter Windstopper und ein bequemer Skianzug sind als Schutz vor der Kälte gerade für Kinder wichtig. Und natürlich ein gut angepasster Skihelm mit dazugehöriger Brille!

Viele Leute leihen ihre Ausrüstung im Skigebiet. Halten Sie das für sinnvoll?
Für einen Hobbyskifahrer, der nur ein, zwei Mal im Jahr die Skier anschnallt, ist das sicher eine gute Lösung. Neben niedrigen Kosten hat er den Vorteil, dass die Skier top präpariert und laufend auf Sicherheit geprüft sind. Begeisterte Skifans können auf diesem Weg mal eine neue Marke, andere Längen oder Modelle ausprobieren. Für Fahrer, die regelmäßig auf der Piste sind, ist es aber gewiss nach wie vor interessant, ein eigenes Paar zu besitzen, mit dem man sich wohl und sicher fühlt. Für die Schuhe gilt dasselbe, wobei ein eigener Skischuh, der wirklich passt, für mich Gold wert ist.

Wie sieht die richtige Verpflegung für den Skitag aus?
Energie gibt ein Frühstück mit vollwertigen Nährstoffen, also mit Obst, Joghurt, Müsli, Vollkornbrot, nach Bedarf auch Schinken, Käse und ein Ei. Bei einem langen Skitag und vor allem mit Kindern würde ich empfehlen, alle eineinhalb bis zwei Stunden eine Pause einzulegen, um sich mit einem Apfelstrudel oder einer Speckmarende (Brotzeit mit Südtiroler Spezialitäten) zu stärken und wieder genügend Flüssigkeit zu tanken. Ein guter Kräutertee bringt müde Geister wieder in Hochform.

Die Sicherheit auf den Skipisten ist derzeit ein großes Thema. Was sollte dabei in Ihren Augen beachtet werden?
Leider tendieren manche Skifahrer dazu, vor allem aufgrund des innovativen Materials, ihre Fähigkeiten zu überschätzen. Da kann es leicht passieren, dass alles außer Kontrolle gerät, wenn die Geschwindigkeit zu hoch und die Piste plötzlich zu eng wird. Deshalb ist es wichtig, bei der Wahl der Abfahrt bescheiden zu beginnen. Erst wer eine einfache Piste wirklich kontrolliert bewältigt, sollte sich auf die nächst Schwierigere wagen.

Welche Lieblingspisten haben Sie zu Hause auf der Seiser Alm?
Meine Lieblingsstrecke ist die schwierigste Abfahrt der Seiser Alm – die schwarze Piste am Puflatsch. Hier absolviere ich auch öfter mein Training, um mich auf die nächsten Weltcuprennen vorzubereiten. Wenn ich allerdings zum Spaß mit Freunden oder der Familie Skifahren gehe, dann gönne ich mir die gesamte Almrunde. Die Kulisse gehört zum Schönsten, was ich in meiner Skikarriere gesehen und erlebt habe.

Nicht jeder fährt gerne Alpin-Ski. Welche Alternativen können Sie empfehlen?
Gerade auf der Seiser Alm ist die Auswahl riesig: 60 Kilometer Langlaufloipen, Eisplätze oder bei Tag und Nacht befahrbare Rodelbahnen. Wer Natur pur erleben und die Zivilisation für ein paar Stunden hinter sich lassen möchte, wandert auf den Schneeschuh-Routen, spaziert über stille Winterwander¬wege oder lässt sich mit dem Pferdeschlitten durch den Schnee kutschieren.

Was sind Ihre Tipps für die Regeneration nach einem langen Skitag?
Entspannen und sich was Gutes tun! Sauna, Dampfbad, Whirlpool und am besten noch eine Massage – das tut Körper und Geist gut. Wenn bei einem guten Abendessen dann alle Speicher wieder gefüllt werden, ist man für den nächsten Tag bestens gerüstet.

Frau Karbon, vielen Dank für das Gespräch.

Hintergrundinformation:
Die Seiser Alm ist mit 56 Quadratkilometern die größte Almfläche Europas. Zwischen sonnigen 1.800 und 2.300 Metern Höhe findet sich am nördlichen Eingangstor der Dolomiten eine der faszinierendsten Natur- und Kulturlandschaften. Oberhalb der Orte Kastelruth, Seis, und Völs, eingerahmt von den Dolomiten-Gipfeln des Schlern und verwöhnt von jährlich 300 Sonnentagen, ist sie ein ideales Ziel für Winter- und Sommer-Sportler, Ruhesuchende und Genießer.

Neu: Seit Juni 2009 stehen die Dolomiten unter dem Schutz der UNESCO – das UNESCO-Welterbekomitee hat die Dolomiten in die Liste des Weltnatur und -kulturerbes aufgenommen. (Seiser Alm Marketing)



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