17. September 2009, Hamburg

Nandini Mitra: „Indien ist für mich eine Quelle der Inspiration…“

Foto: Stefanie Rex

Sie ist eines der bekanntesten TV-Gesichter Deutschlands: Nandini Mitra bereiste als Moderatorin des Vox-Magazins „Fit for Fun TV“ jahrelang die schönsten Orte dieser Welt und spielte auch schon Gastrollen in beliebten TV-Formaten wie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Neben eines abgeschlossen Journalistik-Studiums absolvierte Mitra auch eine Ausbildung zur Pilates-Trainerin und ist eine anerkannte Lifestyle- und Wellnessexpertin. Nandini Mitra wurde am 25. Februar 1975 als Tochter einer deutschen Mutter und eines indischen Vaters in Hamburg geboren und engagiert sich in ihrer Freizeit regelmäßig für soziale Projekte, wie das „Löwenhaus“ in Hamburg Harburg.

Im Interview mit Reisenews-online(RNO) spricht Nandini Mitra über die schönsten Länder der Welt, ihr Verhältnis zu Indien, die Stadt Hamburg und aktuelle Projekte.

RNO: Hallo Frau Mitra, wie geht es Ihnen und welche Projekte treiben Sie derzeit voran?

Mitra: Bereits letzten Oktober startete meine Werbekampagne als Wellness-Expertin für Kunden der Allianz Privaten Krankenversicherung. Einerseits zeige ich in kurzen Video-Podcasts wie viel Spaß ein gesunder Lebensstil macht, gebe Anregungen für das wöchentliche Training und Ernährungstipps. Auf der anderen Seite reise ich zur Zeit viel, um im Rahmen von Wellness-Weekends Vorträge zu halten und Pilates-Training zu geben. Und vor einigen Wochen habe ich für eine neue TV-Show die Piloten abgedreht. Mehr kann ich aber noch nicht verraten.
Darüber hinaus moderiere ich zahlreiche Firmen-Events und Gala-Veranstaltungen wie beispielsweise die Vorstellung des neuen Audi A5 Cabriolets in Hamburg oder des neuen Fitnessbuches von Schauspielerin Franka Potente in Berlin oder die Taufe der exklusiven Schweizer Motor-Yacht 970 St. Tropez von Boesch.

RNO: In Ihnen fließt sowohl deutsches als auch indisches Blut, welche Beziehung haben sie zu dem Heimatland ihres Vaters?

Mitra: Indien war und ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Als Kind war es für mich selbstverständlich auch bengalische Kinderlieder zu singen und dass meine große indische Familie überall auf dem Globus verstreut ist. Die Familie meines Vaters ist sehr aufgeschlossen und westlich orientiert. Viele Verwandte sind, wie mein Vater, ins Ausland gegangen, um dort zu studieren oder zu arbeiten. Es war immer aufregend, Post aus Indien zu bekommen, oder Angehörige im Ausland zu besuchen. Auch die indischen Feste und das Essen habe ich immer genossen.
Das hat meine Weltanschauung natürlich früh positiv beeinflusst und ich empfinde es als Privileg, in einem toleranten und multikulturellen Umfeld aufgewachsen zu sein. Das Gefühl, zwischen den Stühlen zu sitzen, habe ich nie gehabt. Denn es war immer klar, dass Deutschland meine Heimat ist und Deutsch meine Muttersprache. Indien ist für mich eine Quelle der Inspiration. Die indische Lebenseinstellung, die indische Küche, die Gespräche mit meinem Vater über Indien und seine Kindheit, die vielen Eindrücke, die ich auf den Reisen gesammelt habe – das alles ist, wie gesagt, eine enorme Bereicherung für mein Leben.

RNO: Ist das Land Indien als Reiseziel zu empfehlen? Wenn ja, was macht es so besonders?

Mitra: Indien ist als Reiseland absolut zu empfehlen! Es gibt so viel zu entdecken! Tempel und Paläste, faszinierende Gebräuche und Traditionen, Wüsten, Gebirge, Strände und quirlige Metropolen. Das besondere an Indien ist seine Vielfältigkeit. Die Urlaubsmöglichkeiten für sind schier unendlich! Man kann als Rucksacktourist das Land und die Leute kennenlernen; kann Kultururlaub machen; so luxuriös wohnen, wie ein Maharadscha; auf dem Rücken von Elefanten Tiger aufspüren; eine traditionelle Ayurveda-Kur oder Tauchurlaub machen.
Wichtig ist es, sich vorher gut über das Reisegebiet zu informieren. Wenn man dann noch bereit ist, sich wirklich zu öffnen und seine europäische Sicht der Dinge etwas beiseite zu legen, erwarten einen viele zauberhafte Erlebnisse.

RNO: Wo machen Sie Urlaub wenn Sie nach Indien reisen?

Mitra: Wenn ich nach Indien fliege, besuche ich immer für ein paar Tage meine Familie in Kolkata.
Dann haben meine Cousinen und Cousins schon einen genauen Plan davon, was gemacht wird. Wir gehen rudern, besuchen den „New Market“ oder machen längere Ausflüge z.B. nach Santiniketan. Rabindranath Tagore hat dort 1901 eine Universität gegründet und es finden dort oft sehr sehenswerte Musik- und Theateraufführungen statt. Sehr gefallen hat mir auch die Stadt Puri im Bundesstaat Orissa. Puri liegt am Golf von Bengalen und der Sandstrand dort ist wunderschön. Aber die eigentliche Attraktion in Puri ist der Jagannath Tempel aus dem 7. Jahrhundert. Absolut sehenswert ist auch der der Sonnentempel in Konarak. Wenn man die Möglichkeit hat, sich den Taj Mahal in Agra anzusehen, sollte man dies in jedem Fall tun. Für mich war es ein phantastisches Erlebnis den Taj Mahal in der Abendsonne zu sehen. Ein Anblick, den ich nie vergessen werde.

RNO: Auch die Stadt Hamburg spielt in ihrem Leben eine große Rolle, was macht die Elbmetropole für Sie so einzigartig, welche Viertel bevorzugen Sie und wo verbringen Sie in der Hansestadt ihre Freizeit?

Mitra: Die Lebensqualität in Hamburg gehört zur besten weltweit. Das Kultur und Freizeitangebot ist toll und abgesehen davon ist Hamburg sehr schön! Wie das Blankeneser Treppenviertel, der Hafen, die Alster, der Stadtpark. Jeder Stadtteil hat seinen eigenen Charakter. Es lohnt sich in Hamburg auf Entdeckungstour zu gehen. Ich selbst habe so viele Lieblingsorte! Bereits als Kind habe ich es geliebt, den Tierpark Hagenbeck zu besuchen und daran hat sich bis heute nichts geändert. In diesem Jahr habe ich dort das Elefantenbaby Sharuk getauft und ich schaue natürlich regelmäßig vorbei, um zu sehen, wie es ihm geht. Sehr spannend finde ich es, den Bau der Hafencity zu beobachten. Obwohl ich schon eine Menge Fotos von den ganzen Kränen und Baustellen gemacht habe, finde ich es immer wieder faszinierend zu sehen, wie sich das Viertel entwickelt- und schieße noch mehr Fotos. Ich kann es kaum erwarten, bis endlich die Elbphilharmonie fertig gestellt ist. Zum Frühstücken gehe ich gern in das Cafe Amphore in der Hafenstraße. Von dort hat man einen traumhaften Blick auf den Hafen. Auch das Cafe „Unter den Linden“ in der Schanze kann ich sehr empfehlen. Zum Entspannen bummle ich gern über den Ise-Markt oder gehe an der Alster spazieren.

RNO: Als Fit for Fun-TV Moderatorin bereisten Sie die interessantesten Destinationen auf dem Globus, welcher Ort hat es Ihnen besonders angetan (gerne auch die Top drei)?

Mitra: Thailand ist für mich eine tolle Reisedestination. In Bangkok kann man sowohl Kultur erleben als auch prima shoppen gehen. Die Strände sind traumhaft und überall findet man kleine Restaurants, in denen man köstlich essen kann. Island hat mich ebenfalls fasziniert! Diese Landschaft ist einfach umwerfend! Gletscher, Blumenwiesen und zischende Geysire in direkter Nachbarschaft zu erleben war einzigartig. Sehr beeindruckt hat mich auch Istanbul. Eine wunderschöne Stadt, herrlich gelegen am Bosporus, die Menschen sind so freundlich und es gibt tolle Märkte und Musikbars.

RNO: Bevorzugen Sie, wenn Sie privat verreisen, eher die sportliche oder erholsame Urlaubsvariante?
Mitra: Ich bevorzuge eine Mischung aus Kultur, Sport und Erholung. Für mich ist ein Urlaub dann perfekt wenn ich viel Abwechslung habe. Ich liebe es mir Kirchen, Museen oder Tempel anzusehen, aber nicht 3 Wochen lang durchgehend. Zwischendurch baue ich mal die eine oder andere kleine Shoppintour ein, eine Wanderung, oder einen Strandtag. Sport mache ich sowieso täglich.

RNO: Neben einem Journalistikstudium, schlossen Sie auch eine Ausbildung zur Pilates- Trainerin ab, wie kam es dazu und wo trifft man Sie derzeit als Coach an?

Mitra: Durch meine Sendung „Fit For Fun TV“ habe ich alle Möglichen Sportarten kennengelernt und ausprobiert. Auf dem Programm standen genauso Downhill-Rennen in Südafrika, Skispringen in den Rocky Mountains, Paragliding in Österreich oder Tauchen. Natürlich habe ich auch hinter den Kulissen von Musicals mit Tänzern gedreht. Einmal schwärmte eine Tänzerin in New York von Pilates. Sie erzählte mir, wie sie sich mit Pilates gesund hält und wie sie nach einer Verletzung durch das Training mit Power Pilates wieder fit wurde. Sie zeigte mir ein paar Übungen, die eigentlich ganz leicht aussahen. Obwohl ich schon immer Sport gemacht habe, war es für mich ein großes Aha-Elebnis selbst zu spüren, dass die Kombination der Übungen aus Kraft, Koordination und Gleichgewicht eine ganz große Intensität mit sich bringen, die ich bis dahin so konzentriert noch nicht erlebt hatte.
Seitdem hat mich das Thema nicht mehr losgelassen. Ich habe angefangen, Pilates zu trainieren. Nicht nur mein Körpergefühl hat sich verbessert und Rückenschmerzen sind für mich kein Thema mehr. Als Wellness- und Fitnessexpertin werde ich natürlich oft um Tipps rund um das Thema Gesundheit gebeten. Es lag also nahe, eine Power Pilates-Tainerausbildung zu machen, um meine guten Erfahrungen wirklich fachgerecht weitergeben zu können. Im Dezember 2009 bin ich beispielsweise auf der “Mein Schiff”, dem ersten Schiff von TUI Cruises, zu Gast. Während der Karibikroute entlang der südlichen Antillen gebe ich ein Pilates-Special. Darauf freue ich mich schon sehr.

RNO: Sehen Sie ihre Zukunft als Moderatorin oder doch eher im Sport-, Fitness oder Wellnessbereich?

Mitra: Ich bin seit über 10 Jahren Moderatorin mit dem Schwerpunk Lifesstyle, Beauty, Fashion, Wellness sowie Fitness und diese Arbeit macht mir sehr viel Freude. Ein gesunder, sportlicher Körper gehört für ein glückliches privates und berufliches Leben, so wie für viele andere Menschen in anderen Berufen, einfach dazu. Natürlich gebe ich meine Erfahrungen auf diesen Gebieten gern weiter. Auch das ist für mich als Moderatorin selbstverständlich.

RNO: Abschließend: Nachdem Sie bereits so viel von der Welt gesehen haben, ist es in Planung irgendwann der Stadt Hamburg den Rücken zu kehren und auszuwandern?

Mitra: Nein, ich hege keinerlei Auswanderungspläne. Für mich ist es das Schönste, nach meinen Reisen- so aufregend und inspirierend sie auch waren, wieder nach Hause zu kommen. Meine Familie und Freunde zu treffen oder einfach in meinem Garten zu sitzen und Kaffee zu trinken.

RNO: Vielen Dank für das Interview.



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