7. Oktober 2009, Scuol

Drei Projekte aus Engadin-Scoul bei Milestone Tourismuspreis

Aus der Ferienregion Engadin Scuol wurden drei Bewerbungen eingereicht: „Agricultura e turissem: Inavant in cumünanza“ und „Tourismus–Rezeption“ der Engadin Scuol Tourismus AG, die „Erfolgsgeschichte Belvédère Hotels“ von Kurt Baumgartner. Die Bewerbungen stellen die Angebotsentwicklung von Landwirtschaft und Tourismus, die Information und Betreuung der Gäste und das Erlebnis ins Zentrum. Innovation heisst für die Bewerber nicht nur „neu“, sondern auch konsequente Netzwerkarbeit, breit abgestützte Umsetzung und langfristige Ausrichtung auf Ziele.

Der «MILESTONE. Tourismuspreis Schweiz» ist die wichtigste Auszeichnung in der Branche und würdigt seit 2000 herausragende Leistungen und Projekte im Schweizer Tourismus. Der MILESTONE wird in den Kategorien Herausragendes Projekt, Nachwuchspreis, Sonderpreis Nachhaltigkeit (Umwelt) und Lebenswerk einer Persönlichkeit vergeben und ist mit 33’000 Franken dotiert. Er steht für Innovationen, Förderung von Know-how-Transfer, Attraktivität der Destination Schweiz und Publizität für die Tourismuswirtschaft. Die Bewerbungsphase für dieses Jahr ist abgeschlossen, am 17. November findet die Preisverleihung statt. Die Nominationen sind noch nicht bekannt.

Starkes Signal an die Einheimischen
Für Engadin Scuol Tourismus ist es wichtig, bei diesem Wettbewerb mit-zumachen. Primär geht es darum, der einheimischen Bevölkerung zu zeigen, dass Innovation sehr wohl auch in einer Randregion möglich ist, dass die regionalen Erfolgsgeschichten national mithalten können und dass Erfolg nicht primär von der Grösse der Tourismusorganisation oder vom Logiernächtevolumen abhängig ist. In zweiter Linie geht es darum, in der Tourismusbranche national auf sich aufmerksam zu machen, das Netzwerk zu pflegen und davon im Interesse der regionalen Entwicklung profitieren zu können. Dieses Jahr wurden drei Bewerbungen eingereicht:

Erfolgsgeschichte Belvédère-Hotels: Von 3’700 auf 80’000 Logiernächte
Vor zehn Jahren begann die Erfolgsgeschichte mit der Übernahme des Hotel Belvédère in Scuol. Seit 2004 ist das Badehotel Belvair dabei und feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Mit dem GuardaVal wurde im Mai 2009 das erste Boutique-Hotel des Unterengadins eröffnet und in die Gruppe integriert. Die Logiernächte explodierten in 10 Jahren von 3’700 auf 80’000 Logiernächte. Die Hotelgruppe bietet heute 150 Jahresarbeitsplätze, vor 10 Jahren deren 14. Die Belvédère-Hotels sind das Flaggschiff der Unterengadiner Hotellerie. Diese Erfolgsgeschiche steht für erfolgreiches Unternehmertum, Mut und Engagement, erfolgsorien-tierte Zusammenarbeit in der Region und unablässige Weiterentwicklung. Die Bewerbung wird durch Kurt Baumgartner vertreten.

Landwirtschaft und Tourismus: Engadin Scuol Tourismus übernimmt Verantwortung und Lead
An der OLMA findet eine Sonderschau von Tourismus und Landwirtschaft statt, der Direktor von Schweiz Tourismus, Jürg Schmid, fordert in einem aktuellen Newsletter eine verstärkte Zusammenarbeit, die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete will den Agrotourismus fördern und für die Exponenten der beiden Branchen ist längst klar: Ohne Zusammenarbeit kein Erfolg. Den schönen Worten hat die ESTAG Taten folgen lassen: Ziel des Projektes «Agricultura e turissem: Inavant in cumünanza» ist es, mit sieben Teilprojekten eine langfristige Zusammenarbeit zu erzielen:
1. Entwicklung eines Gesamtmarketingkonzeptes
2. Aufbau eines Schaubauernhofs
3. Aufbau regionales Attraktions– und Verkaufszentrum für lokale
Produkte
4. Aufbau eines breiten agrotouristischen Angebotes
5. Aufbau eines Erlebnistourismus, fokussiert auf die Land– und Alpwirtschaft
6. Erhöhung der Wertschöpfung auf den Alpen
7. Aufbau eines Zentrums für Bergackerbau und Trockenwiesen
Das Projekt wird vom Bundesamt für Landwirtschaft unterstützt und eine Strategiegruppe mit regionalen und kantonalen Vertretern überwacht den Projektfortschritt. Erste Erfolge haben sich bereits eingestellt. Vertreten wird das Projekt durch Regula Bollier-Bettler.

In jedem Ort braucht der Gast eine Anlaufstelle
Der kleine Ferienort Ramosch im Unterengadin stärkt die Grundversor-gung und fokussiert die Frequenzen an einen zentralen Ort: Gäste–Info, Post, Volg, Bäckerei und Café sind unter einem Dach vereint. Bei der Entwicklung des Modells stand die Nachfrage nach der Grundversorgung – im Gegensatz zur traditionellen Orientierung an der Infrastruktur – im Vordergrund. Dank der fokussierten Frequenzen können die Angebote mit langen Öffnungszeiten und rentabel betrieben werden. Für die Gäste wird eine zentrale Einkaufs-, Versorgungs- und Informationsmöglichkeit direkt im Ferienort geboten. Dies ist für die Erlebbarkeit der regionaltypischen Werte eine wichtige Voraussetzung. Nachdem die Infostelle Susch bereits seit über einem Jahr erfolgreich offen ist folgte nun Ramosch. Weitere Umsetzungen sind in Vnà, Martina und Tschlin geplant. Das Projekt wird durch Dani Koller vertreten.

Ins Unterengadin gingen schon mehrere Ehrungen
Exponenten von Engadin Scuol wurden schon mehrmals geehrt: Urs Wohler (für Graubünden Ferien), Milestone 2002 für das Projekt „Klein und fein“, Urs Wohler (zusammen mit Lenzerheide, Zermatt und Villars), Milestone 2006, für das Qualitätsprojekt „Enjoy Switzerland“, Martin Nydegger, Nomination 2004, für das Kommunikationsprojekt „Piz Amalia“, Gieri Spescha, Milestone 2008, für die „Marke Graubünden“, bei welcher Engadin Scuol als Destination mitmacht.

Erfolglose Bewerbungen aus dem Unteregadin
Es wurden auch zahlreiche Bewerbungen eingereicht, welche keine Auszeichnung erreichten. So das ÖV-Angebot Ferienbillet 2001, die Tourismuskooperation Nationalparkregion 2001, das Regioplus-Projekt Nationalparkregion 2004, die Nationalpark Bike-Tour 2006, Kultur und Tourismus dank dem Piz-Magazin 2007, Angebotsentwicklung Unterengadin 2007, sowie die Tourismus-Rezeption Susch im 2008. (Engadin Scoul Tourismus)



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