10. Oktober 2009, Musik

Die Opernwelt der Anna Netrebko

Sie ist wieder zurück! Und als ob sie nie eine Baby-Pause eingelegt hätte, sorgte Anna Netrebko sofort wieder für ausverkaufte Häuser. Nicht nur an der New Yorker MET, wo sie Anfang 2009 in Donizettis Opern-Hit Lucia di Lammermoor brillierte. Sage und schreibe 11.000 Netrebko-Anhänger feierten sie zeitgleich diesseits des großen Teichs mit Standing Ovations nach der Live-Übertragung der Lucia in deutsche und österreichische Kinos.

Solche enthusiastischen Reaktionen ist die russische Star-Sopranistin natürlich mittlerweile gewohnt. Spätestens seit 2002, als sie bei den Salzburger Festspielen in Mozarts Don Giovanni debütierte – und prompt zum „Wunder zu Salzburg“ gekürt wurde. Seitdem wird Anna Netrebko von ihrem Publikum auf Händen getragen, ist sie zweifellos die begehrteste Sängerin der Welt. Doch wenn schon mal ihre Fans auf dem Schwarzmarkt bis zu 4.500 Euro für ein Ticket bezahlen (oder gar zwei Wochen Karibik anbieten), um sie etwa als „Violetta“ in der legendären Salzburger La Traviata-Inszenierung erleben zu dürfen, so gilt für Anna Netrebko weiterhin nur ein Motto: „Ich bin nicht Sängerin geworden, um berühmt zu sein, sondern um zu singen.“

Dafür stellt sich die Netrebko mit ihrem perfekten wie nuancenreichen Gesang ganz in den Dienst der Musik. Ob solistisch in den großen Primadonnen-Arien, ob als bekennende Ensemble-Sängerin. Und da „Anna Assoluta“ eben keine Star-Allüren kennt, bildet sie mit jedem ihrer Bühnenpartner auf Anhieb ein Traumpaar. Sei es nun der Bass-Bariton Thomas Quasthoff, die Mezzo-Sopranistin Elīna Garanča oder vor allem der mexikanische Tenor Rolando Villazón, mit dem sie seit 2003 die schönsten, aber auch herzzerreißenden Love-Storys der Opern-Geschichte auf die Bretter bringt. Allein das gemeinsame Duett „O soave fanciulla“ aus Puccinis La Bohème ist da eine einzige Wonne und geht direkt unter die Haut. Anna Netrebko ist jedoch nicht nur eine Ohren- und Augenweide im italienischen Belcanto-Repertoire oder in den Mozart-Opern. Sie kann sich auf einen Schlag von Bellinis verzweifelter Zauberin Norma in die umwerfend verführerische „Giudetta“ in Franz Lehárs gleichnamiger Operette verwandeln. Und wenn sie zudem in Edvard Griegs Solveigs Lied anrührend sanfte Töne anschlägt, ist man endgültig im siebten Netrebko-Himmel. (Universal Music)



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