12. Oktober 2009, Afrika

Auswärtiges Amt warnt vor Reise nach Mali

Dringende Sicherheitshinweise – Gefahr von Entführungen und Anschlägen In den nordafrikanischen und den südlich an die Sahara grenzenden Ländern wächst die Gefahr des islamistischen Terrorismus und krimineller Übergriffe. Sowohl kriminelle Banden als auch Al-Qaida im Maghreb (AQiM) suchen derzeit gezielt nach Ausländern -gerade auch Deutschen- zum Zwecke der Entführung. Wirksame Gegenmaßnahmen gegen diese Terrorgruppe zeichnen sich nicht ab. Es ist, wie aktuelle Hinweise bestätigen, jederzeit mit weiteren Entführungen westlicher Staatsangehöriger zu rechnen. Gerade auch deutsche Staatsangehörige sind einer deutlich ansteigenden Anschlags- und Entführungsgefahr ausgesetzt. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in entlegene, nicht hinreichend durch wirksame Polizei- oder Militärpräsenz gesicherte Gebiete der Sahara und ihrer Randbereiche eindringlich ab.

Erhöhte Anschlagsrisiken bestehen für touristische Ziele, an denen regelmäßig westliche Staatsangehörige verkehren. Beachten Sie auch hierzu die landesspezifischen Sicherheitshinweise.

Die Sicherheitsrisiken für Reisende differieren von Land zu Land und sind regelmäßig selbst innerhalb eines Landes unterschiedlich zu bewerten. Das Auswärtige Amt empfiehlt daher dringend, die landesspezifischen Sicherheitshinweise zu beachten.

Landesspezifische Sicherheitshinweise/ Teilreisewarnung Vor Reisen in die nördlichen und nordöstlichen Gebiete Malis wird ausdrücklich gewarnt. Die o.g. Gebiete umfassen die Verwaltungsregionen Timbuktu (einschl. der Stadt Timbuktu), Gao und Kidal.

Von Reisen in das Gebiet Nara-Nampala-Léré nahe der mauretanischen Grenze sowie in das Grenzdreieck zu Senegal und Mauretanien (westlich und nordwestlich von Kayes) wird dringend abgeraten.

Von Reisen in entlegene, nicht hinreichend durch wirksame Polizei- oder Militärpräsenz gesicherte Gebiete der Sahara und ihrer Randbereiche wird abgeraten.

Aktuelle Hinweise bestätigen, dass jederzeit mit weiteren Anschlägen und Entführungen westlicher Staatsangehöriger zu rechnen ist; von AQiM vor Kurzem ins Internet eingestellte Drohvideos richten sich ausdrücklich gegen deutsche Interessen. Dies gilt in besonderem Maße für den Norden Malis, in dem bewaffnete Gruppierungen verstärkt grenzüberschreitend operieren.

Die Gefahr krimineller und terroristischer Übergriffe ist damit besonders groß entlang der Reise-Route nach Timbuktu und den angrenzenden Gebieten in Richtung der Grenze zu Niger, Algerien sowie Mauretanien, da dort die touristischen Hauptziele westlicher Besucher liegen.

Im Januar 2009 wurden vier europäische Touristen in der Grenzregion Mali – Niger überfallen, von Al-Qaida mehrere Monate lang in der nordmalischen Wüste gefangen gehalten und eine der Geiseln Ende Mai ermordet. Ein hoher malischer Offizier wurde im Juni 2009 in seinem Haus am Stadtrand von Timbuktu ermordet.

Vor allem der letzte Vorgang macht deutlich, dass Aktivität und Aktionsradius des terroristischen Netzwerkes zugenommen haben, ohne durch wirksame Gegenmaßnahmen von Polizei oder Militär aufgehalten zu werden. Informationen über die kürzliche Rückkehr eines Tuareg-Rebellenführers aus dem libyschen Exil nach Mali (Region Kidal) lassen erneute Anschläge und Übergriffe gegen staatliche Einrichtungen als möglich erscheinen. (auswertiges-amt)



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