16.10.2009 | Polen
Urlaub im Schlosshotel in der Heimat des Kräuterlikörs
Der kleine Ort Staniszów am Rande des polnischen Riesengebirges hieß bis 1945 Stonsdorf. Die Heimat des bekannten Kräuterlikörs war schon vor dem Zweiten Weltkrieg ein beliebter Ferienort. Heute können Urlauber sich dort in zwei Schlosshotels erholen. Gerade erst wurde das neue Hotel Pałac na Wodzie (Wasserschloss) eröffnet.
Stonsdorf, im 14. Jahrhundert gegründet, gelangte im 18. Jahrhundert in den Besitz der Prinzen von Reuß, die das barocke Schloss im oberen Ortsteil erweitern ließen. Später schuf der preußische Gartenbaumeister Peter Joseph Lenné hier einen Landschaftspark im englischen Stil. 1810 kreierte der Brauereigeselle Christian Gottlieb Koerner aus heimischen Kräutern einen Likör, der als „Echt Stonsdorfer“ in der ganzen Welt berühmt wurde. Schloss, Park und der Kräuterschnaps zogen im 19. Jahrhundert viele Besucher in das Bergdorf. „Wunderschöne Natur, atemberaubende Lage“, notierte die polnische Gräfin Izabela Czartoryska schon 1816 nach einem Besuch in Stonsdorf.
Nach dem Zweiten Weltkrieg teilte Stonsdorf das Schicksal vieler anderer Schlösser in der Region. Zunächst als Kinderheim und Sanatorium genutzt, stand es später lange Zeit leer und verfiel. Seit 2001 hat es die Familie Dzida Schritt für Schritt wiederaufgebaut und in ein Hotel umgewandelt. Heute gibt es in dem noblen Anwesen 30 komfortable Gästezimmer und ein Restaurant mit polnisch-schlesischer Küche. Die jungen Eigentümer initiierten eine Stiftung, die in Schloss Stonsdorf Ausstellungen und Konzerte organisiert.
Seit wenigen Wochen hat das 600 Einwohner zählende Dorf bei Jelenia Góra (Hirschberg) ein zweites Schlosshotel. Der Pałac na Wodzie im unteren Ortsteil verfügt über zwölf exklusive Zimmer und Appartements. Außerdem gibt es dort ein Restaurant mit polnischen und mediterranen Gerichten. Der Wasserpalast hat seinen Ursprung im frühen 18. Jahrhundert, wurde aber später mehrfach umgebaut. Er befand sich bis zum frühen 20. Jahrhundert ebenfalls im Besitz der Grafen von Reuß. Das Gebäude überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschadet, beherbergte danach landwirtschaftliche Verwaltungen und wurde ab 1990 von einem Privateigentümer saniert.
Insgesamt gibt es nun im „Tal der Schlösser und Gärten“ rund um Jelenia Góra sieben Schlosshotels auf engstem Raum; weitere sind bereits im Entstehen. Die Region am Fuße der Schneekoppe gilt als eine der schlösserreichsten in Europa und war schon im 19. Jahrhundert ein beliebter Treffpunkt des europäischen Hochadels.
Staniszów liegt etwa eine Autostunde vom deutsch-polnischen Grenzübergang in Görlitz entfernt. Nur wenige Kilometer sind es von dort zu den Wintersportzentren Karpacz (Krummhübel) und Szklarska Poręba (Schreiberhau) im polnischen Teil des Riesengebirges. Infos über das Schlosshotel Pałac Staniszów unter www.palacstaniszow.pl und über das Wasserschloss Pałac na Wodzie unter www.palacnawodzie.pl Allgemeine Auskünfte über Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt in Berlin, www.polen.travel. (Polnisches Fremdenverkehrsamt)
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