31. Oktober 2009, St. Gallen

Völkerkundemuseum St. Gallen zeigt Expeditionsbilder aus Tibet

Eindrucksvolle Bilder vom Hochland Tibet, seinen überwältigenden Kulturstätten und unbekannten Brauchtümern brachte der Archäologe und Missionar Hermann Francke von einer äußerst gewagten Expedition mit, die er Anfang des 20. Jahrhunderts zusammen mit seinem Fotografen Babu Pindi Lal antrat. Teile dieses Schatzes sind bis zum 18. April 2010 im Historischen und Völkerkundemuseum St.Gallen zu sehen.

Unter dem Titel „Indiens Tibet – Tibets Indien“ stellt das Museum erstmals das kulturelle Vermächtnis des Westhimalayas vor. Initiiert wurde die Schau von Gastkurator Peter van Ham. Der Frankfurter Autor und Fotograf ist fasziniert vom Westhimalaya und bereist diese Region seit zwanzig Jahren. Auf den Spuren Franckes und mit Unterstützung der Unesco und des Dalai Lamas fertigte er hervorragende Neuaufnahmen vom ‚Dach der Welt’ an, die ebenfalls in St.Gallen zu sehen sind. Ihr Vergleich mit denen Franckes zeigt, dass die kulturellen Schätze im Westhimalaya in nahezu unverfälschter Form erhalten blieben.

Zeugnisse der tibetischen Kultur und ihrer hundertjährigen Erforschung stehen im Mittelpunkt der St.Galler Ausstellung. Um den Ausflug in den Westhimalaya für den Besucher so plastisch wie möglich zu gestalten, wird dieser anhand von historischen und aktuellen Bildern auf eine Reise von Shimla nach Ladakh geführt, von der hinduistisch geprägten, früheren britischen Sommerresidenz in den Vorbergen des Himalayas über 5.000-er-Pässe und Täler auf knapp 4.000 Metern Höhe bis ins buddhistische Kloster Tabo. Neben beeindruckenden Landschaftsaufnahmen und Videoaufzeichnungen sind rituelle Objekte, Kleider und Alltagsgegenstände der zu durchquerenden Regionen zu sehen. Ihr Ziel findet die körperliche und spirituelle Reise in einem begehbaren Mandala mit religiösen Objekten und selten ausgestellten Götterfiguren. Mönche des Klosters Rikon werden im November zudem ein Sandmandala streuen, welches bis zum Ende der Ausstellung erhalten bleibt. Mit dieser Veranstaltung macht das Museum auch auf den besonderen Bezug der Schweiz zum ‚Dach der Welt’ aufmerksam. Immerhin leben heute 3.000 Tibeter hier; mehr als in jedem anderen europäischen Land. (St. Gallen -Bodensee Tourismus)



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