16. November 2009, Polen

Chopin-Jahr in Polen

Im Chopin-Jahr 2010 finden in ganz Polen Hunderte von Konzerten und Festivals statt, die dem berühmtesten polnischen Musiker aller Zeiten gewidmet sind.

Fryderyk Chopin, der vor 200 Jahren in Żelazowa Wola bei Warszawa (Warschau) geboren wurde, bestimmt die Präsentation Polens auf der größten ostdeutschen Touristikmesse. In Leipzig werben vom 18. bis 22. November 2009 rund zwei Dutzend polnische Aussteller für ihre Angebote.

Weil es zum genauen Geburtsdatum des musikalischen Wunderkindes unterschiedliche Angaben gibt, dauert die Geburtstagsparty für Fryderyk Chopin in Warschau gleich acht Tage. Vom 22. Februar bis zum 1. März geben internationale Stars wie der Dirigent Daniel Barenboim und die argentinische Pianistin Martha Argerich ein Ständchen. Am 1. März wird auch das Chopin-Museum im Warschauer Ostrogski-Schloss nach umfangreicher Sanierung wieder eröffnet. Es besitzt die größte Sammlung von persönlichen Gegenständen, Dokumenten, Handschriften und Porträts des Musikgenies. Unter anderem ist hier auch sein letzter Flügel zu sehen.

Die ersten Konzerte zu Ehren Chopins finden bereits Anfang Januar statt. Bis Dezember 2010 werden seine Walzer, Mazurken und Nocturnes im ganzen Land erklingen. Der Schwerpunkt liegt in Warschau, wo Chopin einige Jahre seines kurzen Lebens verbrachte und wo sein Herz in einem Pfeiler der Heiligkreuzkirche ruht. Allein zum Festival „Chopin und sein Europa“, das den ganzen August über dauert, erwarten Musikliebhaber dort rund 50 Konzerte mit mehr als Tausend Mitwirkenden aus aller Welt. Ein wichtiger Wallfahrtsort für die Chopin-Fans ist dessen Geburtshaus in Żelazowa Wola, eine knappe Autostunde von Warschau entfernt. Das von einem Park umgebene Anwesen wird gerade erneuert und um ein Touristenzentrum sowie einen neuen Konzertsaal ergänzt. Jeden Sonntag kann man hier bei freiem Eintritt der Musik des begnadeten Pianisten lauschen.

„Das Chopin-Jahr ist längst nicht das einzige Großereignis in Polen“, verrät Jan Wawrzyniak. So begeht der berühmte Dominikanermarkt in Gdańsk (Danzig) im Sommer seinen 750. Geburtstag. Er zählt zu den größten Volksfesten Europas. Am 15. Juli 2010 erinnert man mit einem großen Spektakel an die 600. Wiederkehr der Schlacht von Grunwald zwischen den deutschen Ordensrittern und dem vereinten polnisch-litauischen Heer. Ganz in der Nähe feiert eine der größten Touristenattraktionen Masurens ihren 150. Geburtstag: der Oberlandkanal, auf dem Schiffe an fünf Stellen über Schienen gezogen werden. 100 Jahre alt wird 2010 das letzte Kaiserschloss Europas in Poznań (Posen), das einst für den deutschen Kaiser Wilhelm II. errichtet wurde. „All diese Jubiläen bieten einen guten Anlass für deutsche Gäste, das Nachbarland zu besuchen“, betont Jan Wawrzyniak.

Doch nicht nur zum Feiern möche Polen deutsche Touristen einladen. „Man kann hier auch hervorragend Ski fahren“, wirbt Jan Wawrzyniak für die bevorstehende Wintersaison. Vor allem für viele Ostdeutsche ist das nahe gelegene Riesengebirge traditionell eine beliebte Destination für den Winterurlaub. In den Ferienorten Karpacz (Krummhübel) und Szklarska Poręba (Schreiberhau) sind viele moderne Wellnesshotels entstanden und in Szklarska Poręba gibt es mit der Skiarena Szrenica ein großes Skigebiet mit modernen Liften. Im Nachbarort Świeradów Zdrój (Bad Flinsberg) im Isergebirge wurde erst im vergangenen Winter eine moderne, zwei Kilometer lange Gondelbahn in Betrieb genommen.

Nach Angaben von Wawrzyniak entdecken deutsche Urlauber zunehmend auch andere polnische Wintersportzentren: „Nach der Fertigstellung der Autobahn A 4 von Görlitz nach Krakau sind die Schlesischen Beskiden und die Tatra für viele Deutsche schneller zu erreichen“, erläutert er. Allein in den beiden Wintersportzentren Szczyrk und Wisła in den Schlesischen Beskiden finden Skiläufer ein Pistennetz von mehr als 60 km Länge. Rund um Zakopane locken neben Polens höchsten Berge auch einige der schönsten Thermalbäder des Landes. Erst im vergangenen Winter wurde im Bergdorf Bukowina Tatrzańska eine der größten Thermen Europas mit zwölf verschiedenen Bädern und einer Saunalandschaft eröffnet. Für den Verkehrsamtschef gibt es neben den vielen neuen Angeboten ein weiteres Argument, das für sein Land spricht: „Durch den niedrigen Kurs des Złoty findet man in Polen sehr gute Qualität zu günstigen Preisen.“ Und das sei gerade in Krisenzeiten ein Vorteil. (FVA Polen)



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