10. Dezember 2009, Quito

Die zehn schönsten Ausflugsziele in Quito

Die Besucher Quitos haben auf www.quito.com.ec abgestimmt: Die zehn beliebtesten Attraktionen in und um Quito herum stehen fest. Ein kurzer Überblick zeigt, was man in Quito nicht verpassen sollte. Die Top Ten – gewählt von Quitos Besuchern

Platz 1: La Compañía de Jesús

Die Kathedrale La Compañía de Jesús im historischen Zentrum ist die imposanteste Kirche Quitos. Mit ihrem vielen Gold lässt sie die Besucher ehrfürchtig werden. 1605 von den Jesuiten erbaut, gilt sie als bedeutendstes religiöses Kolonialgebäude der Spanier. Die UNESCO führt sie auf der Liste der hundert wichtigsten Gebäude der Welt.

Andesit und Basalt sind die Materialien, mit denen drei verschiedene Architekten die Fassade zwischen 1606 und 1765 errichteten. Heiligenstatuen, Symboliken der Herzen Jesus’ und Marias sowie von Rosen- und Liliengirlanden umschlungene salomonische Säulen prägen das barocke Kunstwerk. Die Kirchenfassade ähnelt der der Kirche Il Gesú in Rom.

Die Jesuiten, die die Kathedrale erbauten, lehrten und predigten auf Quechua, der Sprache der indigenen Bevölkerung. Daher wurden sie von der einheimischen Bevölkerung respektiert und verehrt, sicherlich eine Besonderheit in der Geschichte der Kolonialisierung Lateinamerikas. Spuren der Kolonialisierung sind auch heute noch im Inneren der Kirche zu sehen: Das Gemälde gleich rechts hinter dem Eingang, das das Jüngste Gericht und die Hölle zeigt, hatte das missionarische Ziel, die indigene Bevölkerung zu evangelisieren. Dieses düstere Gemälde von Alejandro Salas ist eine Kopie des Originals von Hernando de la Cruz.

Platz 2: Kirche San Francisco (offiziell: Kirche Saint Paul)

An der Westseite des belebten Kopfsteinpflasterplatzes San Francisco steht die gleichnamige, älteste Kirche von Quito, 1534 von Francisco Cantuña erbaut. Der Komplex einschließlich Kloster wurde vom Franziskaner Joedco Ricke gegründet. Die Statue auf der rechten Seite der vorderen Terrasse ehrt ihn – vielleicht auch im Namen aller Biertrinker, da er der erste in Ecuador war, der Weizen angebaut hat.

Die symmetrische, weiß verputzte Fassade und die beiden Zwillings-Glockentürme strahlen bei Nacht und auch am Tag in den Himmel Quitos. Sie ist zwar weniger prunkvoll als La Compañía, dennoch birgt diese Kirche ein großartiges Werk an barocker Kunst, beschattet vom Dämmerlicht der Decke aus Blattgold.

Die letzten Ausgrabungen um die Kirche San Francisco herum brachten diverse Artefakte aus kolonialer und präkolonialer Zeit hervor, darunter eine große Zahl Knochen.

Die Legende erzählt, dass Francisco Cantuña zum Bau der Kirche einen Pakt mit dem Teufel einging: Für die Hilfe des dämonischen Heers erklärte sich Francisco bereit, seine Seele herzugeben. Der Teufel forderte sie auch, doch bevor sich Francisco auslieferte, prüfte er nach Fertigstellung der Kirche die Arbeit des Teufels und entdeckte, dass ein Stein fehlte. Da die Teufelsarbeit also unvollständig war, konnte er seine Seele retten. Die Kirche wird momentan restauriert und Anfang 2010 für einige Wochen geschlossen. Die Besucher können weiterhin das Museum, die angrenzende Kapelle von Cantuña sowie die Kirche Santa Clara besichtigen.

Platz 3: Fiestas de Quito

Die Straßen von Quito sind voller Menschen, Musik strömt aus allen Ecken, Touristen und Einheimische mischen sich beim Feiern bis in die Nacht hinein. Auf öffentlichen Plätzen werden künstlerische Darbietungen aller Art geboten. Tänzer, Musiker, Schauspieler und Sportler verausgaben sich während des Nonstop-Spektakels.

Die Feier zur Gründung Quitos durch die Spanier am 6. Dezember 1534 überrascht die Stadtbesucher immer wieder mit kreativen Darbietungen und interaktiven Spielen. Bei den Fiestas de Quito kommen Jung und Alt zusammen, um traditionelle Spiele zu spielen, waghalsige Gocart-Rennen zu fahren oder einfach während der Umzüge durch die Stadt gemeinsam zu feiern. Die Fiestas de Quito mit ihrer farbenfrohen Lebendigkeit und ihrem ganz eigenen Reiz finden jedes Jahr in der letzten November- und der ersten Dezemberwoche statt.

Mehr Informationen finden Sie auf den spanischsprachigen Seiten www.fiestasquito.com und www.quitocultura.com.

Platz 4: Cotopaxi Full Circuit

Dieser Rundweg bringt Besucher zu den unberührten Orten am Fuße des weltweit höchsten aktiven Vulkans, den Cotopaxi. Er führt an Vulkanschlacke und alten Lavaströmen in den Steintälern entlang, Hinterlassenschaften der letzten Eruptionen. Grasbüschel, Flechtengewächse, Moos, Eukalyptus und Pinien blühen an dem Pfad, und die Fauna bietet ein Vielfalt endemischer Tiere: von Andenmöwen über Kiebitze bis hin zu Lappentaucher.

Nationalpark Cotopaxi

Gesamtlänge der Strecke: 72 km
Geschätzte Zeit: rund zehn Stunden (über zwei Tage verteilt)
Untergrund: Hauptsächlich Sand, Kies, Schotter und am Ende Kopfsteinpflaster

Körperliche Anforderungen: hoch
Technisches Level: niedrig
Höhe: 2.985 – 3.960 Meter
Klima: kalt

Platz 5: Die Straße La Ronda

Die kleine Kopfsteinplasterstraße ist ein wundervoller Ort, um ausgefallenes Handwerk zu erwerben, zeitgenössische Kunst aus Ecuador in den Galerien zu sehen und bei einem Glas Canelazo (typischem ecuadorianischem, süßem Rumgetränk mit Zimt) und Livemusik den Nachmittag zu genießen. Das Angebot an Bars, Restaurants und Cafés in der Straße La Ronda ist seit dem Comeback im Jahr 2007 stetig gestiegen.

La Ronda war Mitte des 20. Jahrhunderts das Zentrum der Bohème. Bis zum Restaurierungsprojekt im Jahr 2007 erlitt die berühmte Straße einen traurigen Niedergang. Heute glänzt La Ronda mit ihren Künstlern, Malern, Dichtern und Musikern wieder im Licht der Künstlerszene. Die Strasse trägt den offiziellen Straßennamen Calle Morales und liegt zwischen den Straßen García Moreno und Maldonado, vier Straßenblöcke vom Plaza Grande in der Altstadt entfernt. Wir berichteten schon im Newsletter von Juli 2009 ausgiebiger über La Ronda.

Platz 6: Hacienda Rumiloma – Country Living Style in Quito

Quito genießt eine großartige geographische Lage. Viele Häuser, Appartements und Hotels bieten eine atemberaubende Sicht auf die Stadt und die umliegende Vulkane. Darunter auch die Hacienda Rumiloma, die am unteren Teil des Vulkans Pichincha mit Blick auf die Stadt liegt.

Das privat geführte Haus ist eine wahre Wohlfühloase, nur wenige Fahrminuten vom Stadtrand entfernt. Es liegt in einer Klamm, durch die ein Fluss in Richtung Stadt rauscht.  Das Restaurant mit seiner vielseitigen Küche aus ecuadorianischen Zutaten und seinem internationalen Touch ist bei Quiteños und Touristen gleichermaßen beliebt. Abends bietet es einen freien Blick auf die hell erleuchtete Stadt. Auch die Mehrzahl der Zimmer garantiert diese einzigartige Aussicht. Das Dekor der Zimmer macht Rumiloma zu etwas Besonderem. Antike Möbel, barocke Kronleuchter, plüschige Sofakissen sowie rustikale Holztische sorgen für ein romantisches  Landhausambiente mit Berghüttencharakter. Im September wurden es drei neue, exquisit ausgestattete Suiten fertig gestellt, jede mit eigenen kleinen dekorativen Überraschungen und Liebe für das Detail.

Platz 7: Museum Guayasamín

In diesem Museum werden die Werke von Oswaldo Guayasamín, dem wohl bekanntesten ecuadorianischen Künstler, ausgestellt. Zärtlichkeit, Zorn, Wut und andere Gefühle kommen in seinen Arbeiten mit jedem Pinselstrich zum Ausdruck. Der am 6. Juli 1919 geborene Künstler erregte schon in frühen Jahren Aufsehen, weltweit – bekannt wurde er erst in späteren Lebensjahren.
Sein Hausmuseum birgt nicht nur eigene Werke, sondern auch seine persönliche Sammlung von archäologischen Stücken aus der Zeit der indigenen Hochkulturen.

Platz 8: El Teleférico

Bereits im November-Newsletter haben wir die Seilbahn vorgestellt, die am Vulkan  Pichincha auf 4.000 Meter Höhe führt. Die Bahn erhält einen verdienten achten Platz für die angesteuerte Aussichtsplattform, von der die Aussicht über Quito und auf die umliegenden Vulkane unvergleichlich ist. Weitere Informationen zum Teleférico sowie zu Mountain-Bike-Touren gibt es hier:

Platz 9: Die Strecke Quito–Otavalo

In Otavalo befindet sich der bekannteste Indiomarkt ganz Lateinamerikas. Besucher aus aller Welt kommen auf den Platz, um die besten Kunsthandwerksstücke einzukaufen. Vom Schal aus Alpakawolle über Ponchos, Hängematten, Schmuck und Malereien bis hin zu Keramikartikeln und Lederwaren findet hier jeder etwas für seinen Geschmack.

Aber auch auf der idyllischen nördlichen Panamericana auf dem Weg von Quito nach Otavalo empfiehlt sich der eine oder andere Stopp, zum Beispiel in der Ortschaft Calderón, die für ihre Brotteigfiguren bekannt ist, die so genannten Mazapanes.
Weiter im Norden, im Tal von Guayllabamba, können Besucher hervorragende Früchte wie die Cherimoya probieren oder die Locro, eine landestypische Suppe. Tierfreunde finden im Zoo von Guayllabamba mehr als 50 Tierarten.
Eine Stunde vor Otavalo liegt der Ort Cayambe, gewachsen am Fuße des gleichnamigen Vulkans. Auch dieser Ort hat seine lokalen Spezialitäten, zum Beispiel den Biskuit, ein recht hartes Brot, das mit dem in Südamerika weit verbreitetem Brotaufstrich „dulce de leche“ genossen werden kann.

Blumenplantagen und Gewächshäuser entlang des ganzen Weges verraten, dass die Gegend im Herzen der ecuadorianischen Blumenindustrie liegt. Am See San Pablo, der gleich am Fuße des Vulkans Taita Imbabura liegt, warten zahlreiche Wassersportmöglichkeiten wie auch schöne Plätze zum Entspannen auf Besucher. Viele weitere Ortschaften der Region um Otavalo sind einen Besuch wert, darunter Cotacachi, berühmt für Kleidung und Lederwaren, mit dem naheliegenden Nationalpark Cotacachi-Cayapas, oder die Stadt Ibarra, wegen ihrer weißen Häuser und der barocken Kirchen Santo Domingo, San Agustín und der Basílica de la Dolorosa bekannt als „Die weiße Stadt“. Zum Mittag- oder Abendessen bietet sich ein Besuch der umliegenden Hacienden an. Auf Gutshöfen wie der Hacienda Cusín oder Pinsaquí können Besucher in herrschaftlichen Landsitzen speisen wie einst Simón Bolívar, der hier oft einzukehren pflegte.

Platz 10: Der Botanische Garten von Quito

Besucher, die weniger Zeit für Exkursionen in die Mannigfaltigkeit der ecuadorianischen Natur mitbringen, können sich im Botanischen Garten auf komprimiertem Raum ein umfassendes Bild von ihr machen. Die Guides des im Park La Carolina liegenden Gartens führen ihre Besucher durch Sümpfe, Nebel- und Trockenwälder sowie durch das Hochland Ecuadors. So sieht man hier die meisten Pflanzenarten der vier Klimazonen Ecuadors. Auch Kolibris schwirren in ihrer farblichen Vielfalt um die Besucher herum. Zwei Glashäuser beherbergen zudem mehr als 500 Orchideen- und andere Pflanzenarten vom Farn bis zur Bromelia. Ecuador ist berühmt als Land mit der höchsten Biodiversität pro Quadratmeter, ein Charakteristikum, das der Botanische Garten deutlich spiegelt. (BZ.COMM GmbH)



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