2. Januar 2010, Leipzig

Leipzig feiert 200. Geburtstag von Robert Schumann

Im Jahr 2010 wird der 200. Geburtstag von Robert Schumann gefeiert, der am 8.6.1810 in Zwickau als sechstes Kind des Schriftstellers August Schumann zur Welt kam. Leipzig ist nach Zwickau der Ort, an dem Robert Schumann die meiste Zeit seines Lebens zubrachte. Er kam 1828 nach Leipzig, um Jura zu studieren. Schon ein Jahr später brach er das Studium ab, um sich der Musik zu widmen. Sein Mentor Friedrich Wieck bildete ihn zum Pianisten aus. In dieser Zeit lernte er Clara Wieck kennen, die damals erst neun Jahre alt war und als klavierspielendes Wunderkind bezeichnet wurde. 1833 erlitt Schumann eine Sehnenverletzung. Daraufhin musste er das Klavierspielen aufgeben und widmete sich dem Komponieren.

Im Café-Restaurant „Zum Arabischen Coffe Baum“ traf sich Schumann „allabendlich und wie zufällig“ mit gleich gesinnten jungen Musikern zum Gedankenaustausch, bei dem viele Liter Tucherbier getrunken wurden. Schumann nannte seine Freunde Davidsbündler, da sie entsprechend dem Sinnbild des Alten Testaments – König David besiegt mit einer Steinschleuder den Riesen Goliath – angetreten waren, den spießigen Musikgeschmack zu bekämpfen. Da die von Gottfried Wilhelm Fink heraus gegebene „Allgemeine musikalische Zeitung“ nach Meinung Schumanns immer konservativer wurde, gründete er gemeinsam mit Friedrich Wieck, Julius Knorr und Ludwig Schuncke die „Neue Zeitschrift für Musik“, die am 3.4.1834 erstmals erschien. Er redigierte die Zeitschrift bis 1844 und schrieb zahlreiche Musikkritiken.

Am 29.4.1833 war Robert Schumann erstmals öffentlich als Komponist aufgetreten. Clara Wieck spielte im Gewandhaus den ersten Satz seiner Sinfonie g-Moll. Bevor der Komponist jedoch seine langjährige Geliebte heiraten durfte, musste er sich mit ihrem Vater gerichtlich auseinandersetzen. Schumann gewann den Prozess. Die Trauung erfolgte am 12.9.1840 in der Gedächtniskirche zu Leipzig-Schönefeld, die noch heute erhalten ist und für Gottesdienste und Konzerte genutzt wird.

Das Schumann-Haus
Nach der Hochzeit zog das junge Paar in ein spätklassizistisches Wohnhaus in der Inselstraße 5 (heute: Inselstraße 18). In keinem anderen Gebäude in Leipzig entstand so viel großartige Musik und weilten so viele bedeutende Künstler. Hier kamen Gäste wie Richard Wagner, Franz List und Hans Christian Andersen zu Besuch. Regelmäßige Hauskonzerte fanden im Musiksalon des Schumann-Hauses statt. Das Hochzeitsjahr wurde Schumanns „Liederjahr“. Es entstanden etwa 150 Klavierlieder, darunter der Zyklus „Liebesfrühling“.

Auch die folgenden Jahre waren sehr schöpferische Jahre. Schumann schrieb seine „Frühlingssinfonie“, die am 31.3.1841 unter Leitung des Freundes und Förderers Felix Mendelssohn Bartholdy im Gewandhaus uraufgeführt wurde. Ihm verdankte Schumann auch seine Tätigkeit am Konservatorium der Musik, an dem er 1843 und 1844 als Lehrer für Klavier und Komposition wirkte. Auf Anraten seines Arztes siedelte Schumann 1844 mit seiner Familie nach Dresden um. Zehn Jahre später wurde er in eine Privatheilanstalt nach Endenich bei Bonn gebracht, wo er am 29.7.1856 nach qualvollem Leiden geistig umnachtet starb. Heute setzt sich der Robert-und-Clara-Schumann-Verein Leipzig e.V. für die Pflege des kulturellen Erbes ein, das mit dem Leben und Schaffen des Künstlerpaares in Leipzig verbunden ist. In der ersten Etage des Schumann-Hauses kann hierzu eine Dauerausstellung in den historischen Wohnräumen besichtigt werden. Die Ausstellung wurde im September 2009 um Robert Schumanns einstiges Arbeitszimmer erweitert, das auf moderne Weise Schumann und seine Zeit widerspiegelt. Weiterhin finden im originalgetreu restaurierten Musiksalon regelmäßig Konzerte und Lesungen statt. Ulrike Richter führt – kostümiert als Clara Schumann – durch das Haus und fasziniert mit Gesang und Klavierspiel. (Leipzig Tourismus und Marketing GmbH)



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