8. Januar 2010, Flughafen Hamburg

Hamburger Flughafen ist gegen Schnee gerüstet

Der Schnee- und Eisdienst des Flughafens ist von November bis April rund um die Uhr einsatzbereit. Insgesamt werden 28 Mitarbeiter (7 pro Schicht) im Winterdienst eingesetzt, bei Schnee und Eis sind mindestens 12 Mitarbeiter pro Schicht allein für die Flugbetriebsflächen notwendig. Bereits bei 0,2 cm hohen Schneematsch auf den Start- und Landebahnen wird unverzüglich geräumt. Die Bodenhaftung auf den Start- und Landebahnen misst laufend das Spezialfahrzeug „VW- Sharan Friction-Tester“.

Gut ausgerüstet ist der Fuhrpark des Schnee- und Eisdienstes: 11 Schneeräum-kombinationen – bestehend aus LKW mit Schneepflug und Kehrblasgerät sowie 2 Mittelachskehrgeräten für Vorfeldpositionen, 2 Schneefräsen, 4 Sandstreuer und 1 Enteisungssprühgerät mit 36 m langen Sprühbalken stehen für den Einsatz zur Verfügung. Hinzu kommen noch weitere LKW und kleinere Fahrzeuge, die kurzfristig mit Pflügen bzw. „Schneebesen“ ausgerüstet werden können.

Bei schweren Schneefällen werden 8 Räumkombinationen, 1 Schneefräse und 2 Sandstreuer gleichzeitig auf den Startbahnen eingesetzt, die den Schnee von den Bahnen ins Gelände werfen.

Mit Hilfe der Räumkombinationen und Schneefräse werden 90-95% der Schneemenge mechanisch beseitigt. Diese umweltfreundliche Lösung wird insbesondere durch bis zu 9,30 m breiten LKW-Schneepflüge und die riesigen Stahlbesen der Kehrblasgeräte, die sich je nach Typ 600 bis 800 Mal pro Minute drehen, gewährleistet. Alles in allem hat dieser Schneeräum-Gerätepark einen Wert von über 6 Mio €.

Auf den Streusalzeinsatz verzichtet der Winterdienst auf den Flugbetriebsflächen ganz. Aufgrund neuester Erkenntnisse hat sich die Verwendung von Sand mit einem dreiprozentigen Anteil an Natriumacetat als wirkungsvoll und umweltverträglich herauskristallisiert. Eine automatische Dosiereinrichtung in der 180 m3 fassenden Sandsiloanlage (verhindert eine Überdosierung) gewährleistet eine einwandfreie Dosierung des Streumaterials.

Für die Räumung einer Start-/Landebahn nach kräftigem Schneefall benötigt der Schnee- und Eisdienst ca. 30 Minuten. Bei ungünstigen Wetterbedingungen müssen die beiden Bahnen acht bis zehnmal pro Tag von Schnee und Eis befreit werden. Der Winterdienst am Hamburger Flughafen sorgt somit für einen reibungslosen Flugverkehr bei allen Schnee- und Frosteinbrüchen rund um die Uhr – und dies trotz Nachtflugbeschränkung. Denn lebensnotwendige Rettungsflugeinsätze müssen schließlich jederzeit möglich sein – auch zu nächtlicher Winterszeit.

Zu den Start- und Landebahnen kommen noch 481.000 m2 Vorfeldfläche und insbesondere 25 km Betriebs- und Versorgungsstraßen, Gehwege und Parkflächen hinzu. Allein die Umlaufstraße entlang des Flughafenzauns misst 18 km. Fazit: Sind die Bahnen und das Vorfeld frei, geht die Arbeit noch weiter.

Speziell für die Enteisung von Flugzeugen gibt es am Hamburg Airport 8 Fahrzeuge. Sie befreien die Außenhaut der Maschinen von gefährlichem Eisansatz. Auch verhindern sie mit Hilfe eines Glykol-Gemisches, dass sich neues Eis vor dem Start bildet. Eisschichten sind deshalb so gefährlich, weil sie die Steuerelemente unbeweglich machen können, die Aerodynamik beeinträchtigen und ein kontrollierter Flug nicht mehr möglich ist. Außerdem ist das Gewicht der Kälteplatten sicherheitsgefährdend, da es mehrere Tonnen pro Flugzeug betragen kann. Für die Enteisung steht Hamburg Airport ein Pool von 50 Mitarbeitern zur Verfügung, die ihren Dienst bereits ab 3.30 Uhr in der Früh beginnen. (hamburg airport)



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