14. Januar 2010, Liechtenstein

Arte Povera-Ausstellung zum Jubiläum des Kunstmuseums Liechtenstein

Zum 10-jährigen Jubiläum bildet die eigene Sammlung des Museums einen Schwerpunkt: Über den Sommer ist eine einmalige Arte Povera Ausstellung mit allen Hauptvertretern dieser Bewegung zu sehen und über das ganze Jahr hindurch werden mit wechselnden Sammlungspräsentationen verschiedene Blickwinkel auf die eigenen Bestände beleuchtet. Dazu runden eine Ausstellung zu Gotthard Graubner und eine Schau mit Neuankäufen in den Fürstlichen Sammlungen das Programm ab.

„In den 10 Jahren seines Bestehens hat sich das Kunstmuseum Liechtenstein als innovative Institution und Impulsgeber verankert“, so Dr. Friedemann Malsch, Direktor des Kunstmuseum Liechtenstein. Die Nationalgalerie des Landes ist ein wichtiger Akteur im internationalen Ausstellungs- und Kunstbetrieb geworden, ist Identitätsstifter in Liechtenstein und wirkt als Bildungseinrichtung für die ganze Region. In den ersten neun Jahren zeigte das Museum 84 verschiedene Ausstellungen, die grosse Mehrheit davon Eigenproduktionen. Davon waren 44 klassische Wechselausstellungen und 40 Sammlungspräsentationen, welche von insgesamt über 260’000 Besucherinnen und Besuchern gesehen wurden. Rund 1’400 Führungen, 520 Schulführungen und 430 Begleitver-anstaltungen vermittelten in diesen Jahren die Ausstellungen im Museum.

Ausstellungsprogramm
Den Auftakt im Jubiläumsjahr bildet die Ausstellung „Gotthard Graubner. Malerei“, mit der Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen gezeigt werden, anhand derer das Werkverständnis des Künstlers in seiner Kontinuität wie auch in seinem Wandel anschaulich wird. Sie ist als verdichtete Präsentation herausragender Werke angelegt, die in teils chronologischer, teils dialogischer Hängung verdeutlicht, worum es dem Künstler in seinem nun mehr als fünfzig jährigen Schaffen ging und noch immer geht.

Über die Sommermonate präsentiert das Kunstmuseum eine umfangreiche Ausstellung zur Arte Povera. Das Bestreben der Künstler, die der Arte Povera zugerechnet werden, war es, die Distanz zum Betrachter zu verringern, die Schwelle von Kunst und Leben zu überbrücken und die Wahrnehmung zu erweitern. Vertraute und alltägliche, oft als wertlos erachtete Dinge werden als neue, kunstwürdige Materialien entdeckt. Einfacher und bescheidener in seinen Mitteln, authentischer in seinen Materialien, sollte die neue Kunst sein. Gezeigt werden zentrale Werke von Anselmo, Boetti, Calzolari, Fabro, Gilardi, Kounellis, Merz, Paolini, Pascali, Penone, Pistoletto, Prini, Salvo und Zorio. Der Fokus liegt auf der Kernzeit der Arte Povera Bewegung der späten 1960er Jahre.

„Der Fürst als Sammler. Neuerwerbungen unter Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein“ heißt die Ausstellung, welche ab Ende September Einblicke in die Fürstlichen Sammlungen gibt und zeigt, wie der regierende Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein die über Jahrhunderte währende Sammeltätigkeit des Fürstenhauses bis in die heutige Zeit fortsetzt.

Werke aus der Sammlung
Die eigene Sammlung wird 2010 mit ausgewählten Sammlungspräsentationen verstärkt betont. Einige davon sind einzelnen Künstlern gewidmet, wie z.B. André Thomkins, Pavel Pep-perstein oder Robert Watts, andere haben thematischen Charakter, wie eine Präsentation mit Werken aus der ehemaligen Sammlung Rolf Ricke und ein „Liechtenstein Dialog“ im Herbst.

Mit dem „Kunstwerk des Monats“ steht zudem ein Jahr lang jeden Monat ein Werk aus der eigenen Sammlung im Mittelpunkt. Jeweils am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei, inkl. einer Führung um 11 Uhr. Auch die Take Away Kurzführungen über Mittag nehmen das Kunstwerk des Monats zum Ausgang.

Veranstaltungen
Verschiedene Aktivitäten bilden zusätzlich punktuell Akzente im Jubiläumsjahr. Bereits festgelegt sind ein Sommerfest des Kunstmuseums am 26. Juni, welches in Kooperation mit der Liechtensteinischen Kunstgesellschaft und der Liechtensteinischen Kunstschule organisiert wird, sowie ein offizieller Festakt am 11. November 2010. (Kunstmuseum Lichtenstein)



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